Wertung: 3 von 10

Female Fronted Gothic Metal ist das Genre, dem Magica aus Romänien sich verschrieben haben und den von Nightwish dominierten Markt erobern wollen.


Mit ihrem dritten Studioalbum machen sie einen neuen Versuch und ich will erörtern, wieso es diesmal wieder nicht klappen wird.

Mit zehn Stücken kommt der Silberling aus dem Hause AFM Records daher und bietet ein schmuckes, fantasytypisches Coverbild mit einer Kampfszene zwischen einem Wolf und einer Hexe. Sehr überraschend, hat aber was.

Was weniger hat ist dann doch der Inhalt des Albums. Zugegebenermaßen glänzen Magica mit ihren Gitarrenparts. Druckvoll, schnell und mit Gitarrensoli in nahezu jedem Song macht die Musik von dieser Seite her viel Spaß und hat einige gute Momente. Allerdings kann man einige Soli quasi mitsingen: Raggadaggadang Raggadaggadang Raggadaggadang usw.

Das Keyboard klingt dafür wie eine Aneinanderreihung von SNES Sounds oder wie im Midi Sound verarbeitet. Das fängt schnell an zu nerven, man muss sich das so vorstellen:

Wer einen alten SNES zuhause hat, der möge sich die Spielmusik doppelt so schnell vorstellen. Und das drei – vier Minuten lang. Dazu kommt dann ein Schlagzeug, das wirklich nicht weiter nennenswert ist. Es wirkt blass, die Bass Drum hat keinen Druck und wirkt zu dezent, wobei man, wenn man genau hinhört, merkt, das der Drummer durchaus gut ist.

Und nun zum eigentlichen Manko am Ganzen: der Gesang.

Ana Mladinovici ist, vorab, sicher keine schlechte Sängerin. Im leisen, sanften Klavierstück „Maiastra“ (Song 5) darf sie eine wunderschöne Melodie trällern, die sogar richtig rührend und berührend wirkt. Ein sehr schönes Stück und für meine Begriffe, das beste des gesamten Albums.

Dann wiederum, in den restlichen 9 Songs, wirkt sie wie herein gepresst. Fast schon gequält kommen einem einige Passagen vor, als ob Mladinovici ungewohnt hoch und schrill singen soll, als ob ihr vorgeschrieben würde, so hoch zu singen. Dadurch geht einem der Sound des Albums schnell durch Mark und Bein, etwa wie Fingernägel, die über eine Tafel kratzen.

Sehr schade, denn wie ich schon über „Maiastra“ gesagt habe, kann Mladinovici wirklich schöne Lieder singen und hat eine faszinierende Stimme, die mit Sicherheit derer von Anette Olzon mindestens ebenbürtig wäre, so allerdings wie dargeboten ist sie verschenktes Potential.

Keine gute Scheibe, da muss sich Magica noch kräftig anstrengen.1,5 Gitarren.