Manowar, HolyHell, Metalforce

Wir schreiben den 30. Januar im Jahre 2010. Es ist Samstag, es ist arschkalt, auf den Straßen ist es spiegelglatt. Doch nichts von alledem hält geschätzte 3500 in Leder und Kutte eingepackte Bombenleger davon ab, an genau jenem Datum zur AWD Hall in Niedersachsens Hauptstadt Hannover zu pilgern.

Und dafür gibt es nur einen Grund.

Die selbst titulierten Kings of Metal machen sich auf die lange Reise von den Staaten ins schöne Germany, um ihren treuen Anhängern eine Show der Extraklasse zu bieten. Mit MetalForce, auch bekannt als Majesty und Holy Hell im Gepäck starten sie die Death to Infidels Tour und halten somit auch in Hannover. Also machten wir uns auf den Weg ins naheliegende Städtchen, um uns dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen. Schnell noch ein paar Bier im Kofferraum verstaut, schon geht es los und trotz des bescheidenen Wetters haben wir es geschafft, pünktlich anzureisen, um somit nichts zu verpassen. Kaum verließen wir unser mollig, warmes Auto, schon blies uns der eiskalte Wind um die Ohren, was uns keinen Anlass gab, noch weiterhin draußen zu stehen.

Als wir nach einer klitzekleinen Kontrolle nun drin waren, fing gerade, die sich in True Metal Klischees badende Truppe, Metalforce mit ein wenig Verspätung ihr Set an. Sehr dynamisch und leidenschaftlich gehen die Jungs da an ihr Werk, so als wollten sie ihren Idolen kräftig nacheifern. Nach einem Set von ganzen fünf Liedern, welches unter Anderem Faster, Louder, Metalforce oder einen aus alten Majesty Zeiten bekannten Klassiker Into the Stadiums enthielt, war ihre Show auch schon vorbei. Man fragt sich, ob sie vielleicht noch einen bis zwei Songs mehr hätten spielen können, wenn sie pünktlich die Bretter betreten hätten.

Nach geschätzten drei Bieren ging es dann auch schon direkt mit Holy Hell weiter, welche ja schon seit Jahren zu Manowars Stammsupport gehören. Ob es nun an der Musik, an den stahlharten Texten oder an der Frontfrau liegt ist fraglich. Jedenfalls machten wir es und auf der mittleren Tribüne gemütlich, von der man übrigens perfekte Sicht hat und sahen uns die Show an.

Genau wie ihre Vorgänger, geitzten Holy Hell ebenfalls nicht mit True Metal Klischees. Und wirklich überzeugen konnten sie uns auch nicht. Langweilige 08/15 Riffs mit leichtem Nightwish Charakter sind nunmal nicht jedermanns Sache. Aber dennoch hatte sich in den vorderen Rängen scheinbar eine kleine Fangemeinde gesammelt, welche die Texte mit durchgehend erhobener Faust mitsang. Wie gesagt, für mich ist das Ganze leider nichts, es fehlt einfach der Wiedererkennungswert, abgesehen von der nett anzuschauenden Frontfrau.

Nach geschätzten 45 Minuten verließen auch sie die Bretter und schafften somit Platz für die Band, auf die alle gewartet haben. MANOWAR!! Die Bühne wurde kurzerhand mit einem schwarzen Vorhang umhüllt und die Manowarriors kamen so langsam in Fahrt. In der einen Ecke brüllt man lautstark Hail and Kill, in der anderen wird Kings of Metal zum Besten gegeben.

Als dann die endlos lange Wartezeit vorüber war und die ersten Gitarrentöne erklangen, wurden die Fäuste gen Himmel gereckt und das Konzert wurde mit Call to Arms eröffnet. Mit dem ehemaligen Drummer Donnie Hamzik am Schlagzeug, welcher seit 2009 Scott Columbus ersetzt und Joeys donnerndem Bass wurde die Halle in kürzester Zeit in ein Schlachtfeld verwandelt. Ohne groß zu zögern, wurde direkt im Anschluss Hand of Doom rausgehauen, der die Fans zum kochen brachte und im direkten Anschluss danach ihr All Time Klassiker Kings of Metal.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt stand niemand mehr still, es wurde mitgegröhlt, gebangt und gefeiert. Karl Logan fidelte seine Soli in Perfektion, Eric Adams wusste, wie er mit seinen Stimmbändern umzugehen hat und Joeys Bass hatte einen satten, kräftigen klang, durch den sofort klar wird, weswegen Manowar keine zweite Gitarre brauchen.

Besonderer Höhepunkt war, als Joey sich mitten im Song das Mikro reichen ließ (der Song wurde unterbrochen) und eine Ansage an ein paar Fans machte, die sich gewaschen hat. Scheinbar haben sich ein paar Typen in den ersten Reihen geprügelt, sodass Joey ihnen die Möglichkeit gab, aus der Halle zu verschwinden und dafür die Kohle wieder zu bekommen oder sich zusammen zu reißen und das Konzert in Ruhe zu genießen. Man entschied sich für Zweiteres und somit gings mit dem Set weiter.

Der Schwerpunkt der Setlist lag deutlich auf den jüngeren Alben, wodurch einige Klassiker außer Acht gelassen wurden. Fand ich persönlich sehr schade, da ich ein großer Fan der alten Kamellen bin. Aber man kann ja nicht alles haben. Nach einem Basssolo von Joeys Seite und ein paar weiteren Songs des aktuellen Albums wurden schnurstraks vier Mädels und ein Kerl auf die Bühne geholt, um den Spaßfaktor nach vorne zu treiben. So exte man jeweils ein Bier, der junge Bursche bekam ein Manowar Shirt übergezogen und eine Klampfe in die Hand.

Auch wenn er so aussah, als sei er nicht wirklich anwesend, zockte er ein doch gut anhörbares Solo und Joey brachte ihm kurzerhand die Griffe für The Gods made Heavy Metal bei. Was für eine Ehre, mit Manowar zusammen auf der Bühne zu stehen und mitzuzocken. Ich hätte mir sämtliche Finger geleckt. Nach 3 weiteren Songs, welche wieder zum letzten Album gehören, ertönten zum Abschluss die krachenden Drums des Oberklassikers Warriors of the World. Pure Gänsehaut, mehr kann man nicht sagen.

Nach diesem Stück verließen sie erstmals die Bühne, um sie nach ca. einer Minute wieder zu entern und mit House of Death als erste Zugabe das Set zu Ende zu bringen. Zum krönenden Abschluss vergewaltigte der Gott höchstpersönlich noch einmal seinen Bass, welches das Zeichen zu Black Wind Fire and Steel setzte.

In High Speed wurde mit meinem persönlichen Lieblingssong, neben Gloves of Metal das Set beendet und die vier Mannen verließen endgültig die Bühne. Mit The Crown and the Ring als Outro wurde die Halle immer leerer, bis auch wir uns auf den Weg nach draußen machten. So hatte dieses Konzert ein super geiles Ende, es war laut wie sau und wir machten und auf den Weg nach Hause.

Aber eine Sache noch. Bitte, bitte, verringert den Eintrittspreis. 70€ ist doch schon eine ganz schöne Menge Asche.

Autor: Oli „Apocalyptic Warhammer“ B.

Magic Circle Festival mit Holy Hell & Majesty & Gamma Ray & Manowar

An einem Tag mit dem bemerkenswerten Datum 07.07.07 machte sich frühmorgens eine Delegation aus Osnabrück auf den Weg nach Bad Arolsen, wo Manowar und Magic Circle zu ihrem ersten Magic Circle Festival riefen.

Nach Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche und Unstimmigkeiten zwischen dem Security-Personal, die dazu führten, dass Einige ihr Auto nicht wieder finden können, konnte es ganz entspannt losgehen – auch, wenn wir den Auftritt von Heavenly dadurch verpasst hatten.

Bei Mob Rules konnten wir uns dann doch vor der Bühne einfinden und der Darbietung lauschen. Die norddeutsche Formation, die mit fünf Alben bereits als Urgestein der deutschen Melodic Metal-Szene bezeichnet werden kann, lieferte die lebhafte Bühnenshow, für die sie einschlägig bekannt ist, wenn auch das Festivalgelände noch wenig bevölkert war.

Es folgte die Gruppe DSG. Der Bandname ist Kürzel für die David Shankle Group und steht somit, leicht ersichtlich, für die Gruppe des ehemaligen Manowar-Leadgitarristen David Shankle.

Obwohl auch auf Nachfrage keine Auskunft erteilt wurde, warum DSG überraschend und unangekündigt den Platz mit den Schweden von Lion’s Share tauschten, blieb ich erstmal mit den Erwartungen, die man an einen ehemaligen Manowar-Gitarristen haben kann.

Diese wurden allerdings enttäuscht, wirklich überzeugen konnten DSG mich nicht. Nett, aber nicht wirklich überragend. Als Vorprogramm für die „Kings of Metal“ aber durchaus achtbar.

Gleiches gilt für die nun folgenden Lion’s Share. Die Melodic-Metal – Combo, die nach sechs Jahren scheinbarer Musikabstinenz mit ihrem Comeback-Album „Emotional Coma“ wieder ins Rampenlicht rückte, konnte mich auch nicht überzeugen. Mag daran liegen, dass Mastermind Lars sämtliche seiner Mitstreiter eingetauscht hat, mag andere Gründe haben. Begeistert war ich nicht.

Dem Auftritt von Messiah’s Kiss konnte das OsnaMetal.de-Team auf Grund anderweitiger Verpflichtungen nicht beiwohnen. Allerdings waren wir pünktlich zu Beginn der Show von Holy Hell wieder am Ort des Geschehens.

Der Auftritt dieser Combo, die mit dem ex-Manowar-Drummer Rhino auch an gute alte Zeiten anknüpfte, war dann auch sehr genial. Zum Großteil mag das daran liegen, dass die Power- HeavyMetal-Combo von der Frontfrau Maria Breon dominiert wird. Klingt sehr gut!

Die Stücke der neuen EP krachten so richtig, auch ein Duett von Maria Breon und Eric Adams von Manowar, der als Gastsänger auf der Bühne vorbeischaute, überzeugten.

Schade war nur, dass Maria sich meist direkt nach ihren Gesangparts von der Bühne zurückzog und so größtenteils mit Absenz brillierte.

Leider wurden auch wenig neue Songs präsentiert, was dem relativ guten Gesamteindruck jedoch keinen Abbruch tat.

Dann kamen die Hamburger Speed-Mataller von Stormwarrior daher und rockten des Publikum so richtig.

Die zweite Hälfte des Sets kam dann auch ex-Helloween-sänger Kai Hansen dazu und performte, für Stormwarrior fast schon Tradition, einige Helloween-Stücke, was auf allgemeine Zustimmung stieß. Wer kann schon von sich behaupten „Murderer“ live gehört zu haben?

Man freute sich im Anschluss schon auf die frisch bei Magic Circle Music eingestiegenen „german Manowar“ Majesty, die absolut überzeugend daher kamen und mit Songs wie „Sword and Sourcery“ überzeugten. Das Publikum war am Brodeln, man merkte kaum, dass der Platz am früheren Nachmittag noch leer gewesen war. Der Boden versumpfte auf eine interessante Weise und auch der kleine Regenschauer konnten die geneigten Hörer nicht verschrecken.

Interessant war allerdings eine Tatsache, die ich bislang noch auf keinem Festival kennengelernt habe: Meine Wenigkeit hielt sich in den ersten zwei bis drei Reihen auf, um natürlich band und Festival-Atmosphäre voll auf mich einprasseln zu lassen. Ein leichtes Tanzen und Bewegen des Haupthaares gehört dort meines Erachtens einfach zum guten Ton innerhalb der Menge.

Nicht so hier! Man wurde von den „Fans“ welche, so denke ich, noch nie ein Festival von innen gesehen haben, angepöbelt und des öfteren derbst unfreundlich darauf hingewiesen, doch entweder still zu stehen oder sich „zu verpissen“. Klasse Stimmung.

Die True- und Speed-Metalshow setzte sich mit Gamma Ray fort. Die neue Heimat von Kai Hansen waren für mich die Headliner des Abends, die zum Mitsingen und Abgehen anregten. Alte Klassiker wurden geboten, z. B. „Rebellion in Dreamland“, „Man On A Mission“, aber auch aktuellere Sachen, wie „Bloodreligion“ fanden Gehör. Schade nur, dass die Band zu wenig Zeit hatte, um eine wirklich brillante Setlist zu spielen, einige Songs fehlten mir dann doch. Mein Highlight des Abends kam dann, als Kai Hansen „I Want Out“ als Zugabe performte.

Klarer Healiner der beiden Festivaltage waren natürlich die „Kings of Metal“. Schon im Vorfeld lief die Promotion sehr Manowar-lastig und auf dem Festival konnte man sich mit so ziemlich allem, was irgendwo am Körper befestigt werden konnte und wo Manowar draufstand, eindecken..

Ziemlich genau mit Einbruch der Dunkelheit traten die Heroen des Power Metal auf die, was Größe wie auch Technik angeht, ziemlich überdimensionierte Bühne und legten mit einem Set eher neuerer Songs los. Die Begeisterung hielt sich zunächst in Grenzen, hatten sich doch viele Metalheads wohl eher auf alte Klassiker wie „Heart of steel“, „The gods made heavy metal“ oder „Fighting the world“ gefreut.

Nach rund einer Stunde Set gab´s eine Pause in Form einer Verlosung, bei der eine original Manowar-Harley den Besitzer wechselte. Ein Fan aus Finnland durfte auf die Bühne und mit Karl Logan einen Song zocken (die Gitarre durfte er als Andenken behalten) und einige Groupies durften auf der Bühne zeigen, was sie unter den BH´s trugen. Dann ging es endlich los!

Inspiriert durch ihre neue Scheibe „Sons of Odin“ wurde ein Art „Live-Acting-Rollplay“ auf der Bühne geboten. Eine Story über heldenhafte Wikinger wurde erzählt, Filmsequenzen über die Großbildleinwände eingespielt und auf der Bühne spielten Schauspieler die Themen der Story nach bzw. weiter. Untermalt wurde das Ganze von live gespielten Songs der neuen Platte. Dieses Spektakel zog sich fast eine Stunde hin, wurde aber selten langweilig und erfreute die Zuschauer mit einer kurzweiligen Performance. Man hatte sogar den Eindruck, Manowar wollten ganz bewusst ein wenig in den Hintergrund treten, um sich beim Finale umso mehr präsentieren zu können.

Die Klassiker-Kiste wurde geöffnet und alles, was jeder Metal-Fan schon mal irgendwie von den Amerikanern gehört hatte, prasselte auf die Zuschauer hernieder.

Krönendes und standesgemäßes Finale bildete der Song „The crown and the ring“, bei dem ein grandioses Feuerwerk über den Köpfen der rund 25.000 Fans abgebrannt wurde. Gänsehaut-feeling pur! Klar ist danach: Es kann über das Posertum von Manowar gesagt werden, was man sagen will: Sie verstehen es hervorragend, sich in Szene zu setzen und ihre Fans überdurchschnittlich zu begeistern!

So ging dann auch um ca. 1.00 Uhr nachts das Licht über dem Festivalgelände aus und man darf als Fazit sagen: Gut, dass ich dabei war und das erleben konnte!

Autor: Mandra & Zwiebel, Foto: Karsten Rzehak

Demons, Dragons & Warriors – Holy Hell & Rhapsody of Fire & Manowar

Im Rahmen ihrer Tour zog es die True Metal Heroen Manowar unter anderem auch nach Hamburg, wo sie den deutschen „Metal Warriorn“ die Querelen um oftmals verschobene Release-Termine des neuen Albums vergessen lassen machen wollten.

Die Eröffnung des Abends oblag Holy Hell – so eine Art „kleine Schwester“ von Manowar.

Die Band besteht aus Maria Breon (Vocals), Joe Stump und Tom Hess (Guitars), Jay Rigney (Bass), Francisco Palomo (Keyboards) und dem ehemaligen Manowar-Mitglied Kenny „Rhino“ Earl (Drums). Die erste EP („Apocalypse“) wurde vom Manowar-Bassisten Joey DeMaio produziert und der Release extra verschoben, damit die Band bei der „Demons, Dragons and Warriors“-Tour mitmachen kann. Das Highlight ihres Auftrittes war das Duett zu „Phantom of the Opera“, bei dem sich der Sänger der „Gods of War“, Eric Adams, die Ehre gibt. Ihr Auftritt konnte diejenigen, die den Weg in die Halle bereits gefunden hatten, durchaus überzeugen.

Als zweiter Anheizer betraten dann Rhapsody of Fire die Bühne. Die italienische Power-Metal-Band wurde 1993 unter dem Namen Thundercross gegründet, änderte ihren Namen aber nach der Aufnahme der ersten Demo in Rhapsody. Eine zweite Namensänderung in Rhapsody of Fire war u.a. aus Copyright-Gründen notwenig. Die Combo setzt sich aus Fabio Lione (Vocals), Luca Turilli und Dominique Leurquin (Guitars), Alex Staropoli (Keyboards), Patrice Guers (Bass) und Alex Holzwarth (Drums) zusammen.

Zu Anfang gab es ein Intro eines Erzählers, wie man es auch von den Platten kennt (auf „Symphony Of Enchanted Lands 2: The Dark Secret“ konnte man seinerzeit sogar Christopher Lee für diesen Part gewinnen). Und dann ging’s auch schon los. Wer meint, dass ihre Stücke live schwer umzusetzen sind, der wurde eines Besseren belehrt. Zwar waren sie nicht ganz so pompös wie auf den Alben, aber durchaus immer noch beeindruckend. Ein kurzer Auftritt einer Tänzerin, die in weißem Tüll gekleidet im Scheinwerferlicht agierte, wurde von vereinzelten „auszieh´n“-Rufen begleitet – den Gefallen tat sie uns aber leider nicht.

Sowohl Patrice als auch Alex durften ihr Können noch bei einem Solo unter Beweis stellen. Interessant war außerdem die italienische Ballade Il Canto del Vento – auch wenn mich persönlich italienische Balladen immer an Eros Ramazotti erinnern… Mit Pyro-Effekten wurde übrigens auch nicht gegeizt, so dass der Auftritt nicht unbedingt den Eindruck einer Vorband hinterließ. Wie Holy Hell gaben auch Rhapsody of Fire nach ihrem Gig noch eine kleine Autogrammstunde.

Gegen 21.15 Uhr war es dann endlich soweit! Man wurde noch flugs darauf hingewiesen, dass man noch bis 15 Minuten nach Konzertbeginn seine Eintrittskarte zurückgeben kann, falls es einem zu laut wird – schließlich spielt gleich Manowar, die lauteste Band der Welt! Mit anderen Worten: whimps and posers; leave the hall!

Als wenn nicht alle Anwesenden ganz genau wüßten, dass es gleich mächtig was auf die Lauscher gibt! Auch wenn man die Besetzung nicht mehr vorstellen muss – daher nur ganz kurz: Eric Adams (Vocals), Joey DeMaio (Bass), Karl Logan (Gitarre) und Scott Columbus (Drums).

Das Konzert eröffneten die Jungs dann mit dem selbstbetitelten Song vom ersten Album, gefolgt von Call to Arms. Der nächste Song, Gloves of Metal, bewies dann die enge Verbundenheit von Manowar zu ihren Fans, da dieser Song von den Anhängern in diversen Foren immer wieder gewünscht wurde. Weiter gings mit „Holy War”, “Each Dawn I Die”, “Secrets of Steel Mountains” und “The Oath”. Begleitet von diversen „Sign of the Hammer“, dem typischen Manowar-Gruß, der frenetisch vom gesamten Saal beantwortet wurde.

Mittlerweile war auch mein Kollege mit dem Fotopass wieder zurück., leider durfte nur beim ersten und beim letzten Song fotografiert werden.

Im Anschluß ging der wohl größte Traum eines Fans in Erfüllung: Nach einem kleinen Solo und einem „geexten“ Bier suchte Joey jemanden, der „die Eier hat“ um mit Manowar auf der Bühne zu spielen.

Die Wahl fiel auf einen jungen Mann aus Hamburg und das Stück war „The Gods made Heavy Meta“l. Zuerst musste er aber mit Joey eine weitere Hülse kippen. Metal und Bier gehören schließlich untrennbar zusammen! Danach wurde ihm die Gitarre „Son of Satan“ gereicht und drei Mädels aus dem Publikum durften ihn auf die Bühne begleiten um ihn ein wenig zu „inspirieren“. Eine der Damen hat am Abend vorher in Dortmund einen so bleibenden Eindruck hinterlassen, dass sie erneut nach oben geholt wurde. Aber auch hier gab es kein nacktes Fleisch zu bestaunen – zum Bedauern von manch männlichem Besucher.

Daraufhin ging’s gleich mächtig weiter. Es folgten „Kings of Meta”l, “Die for Metal”, “Warriors of the World United” und “Black Wind Fire and Steel”. Nach diesem Song verließ die Band die Bühne und Joey zerlegte noch seinen Bass, indem er ihm nach und nach die Saiten runter riss. Aber Schluss war deshalb noch lange nicht!

Der letzte Abschnitt wurde voll und ganz dem Göttervater Odin gewidmet. Dazu stand ein Wikingerschiff im Hintergrund und auf der Leinwand lief ein Film, der die Geschichte Odins begleitete. Gespielt wurde die zweite Hälfte vom aktuellen Konzept-Album „Gods of War“ (“The Blood of Odin”, “The Sons of Odin”, “Glory Majesty Unity”, “Gods of War”, “Army of the Dead Part 2”, “Odin”, “Hymn of the Immortal Warriors” und der Klassiker “The Crown and the Ring”. Außerdem lieferten sich diverse Wikinger-Krieger Show-Schwertkämpfe, so dass es mehr war, als nur ein bloßes Metal-Konzert, sondern schon eher einem kleinen Musical glich. Zuletzt wurde Odin zu Grabe getragen und nach über 2 Stunden und unter reichlich Feuereffekten hielt er Einzug in Walhalla.

Den Fotografen ist somit sicherlich recht warm geworden, als sie beim letzten Song noch mal ran durften, denn die Feuersäulen konnte man bis in die letzte Ecke der Color Line Arena spüren.

Erwähnenswert waren noch die Lichttraversen, welche während des gesamten Konzerts ständig in Bewegung waren und immer wieder den Buchstaben „M“ über der Bühne bildeten. Das einzige, was ich vermisst habe, war der Klassiker „Carry on“, den ich gerne live gehört hätte, und die obligatorischen Harleys.

Aber auch so war es ein tolles Konzerterlebnis! Mächtig vie Pathos, eine überzeugende Bühnen-Performance und eine angemessene Stimung für die „Kings of Metal“

In diesem Sinne: See you in Walhalla!

Autor: Axel Rose (Gast-Redakteur)

Manowar – Battle Hymns MMXI

Manowar sind wieder (oder immer noch) da. Zwar haben die vier „Warriors Of True Metal And Steel“ immer noch keine neues Album zustande gebracht, aber das ist vielleicht auch nicht so schlimm, denn über „Gods Of War“ sind die meisten noch nicht so Recht hinweg.

Und eine neue DVD ist es zum Glück auch nicht geworden (mal im Ernst, wer braucht „Hell On Wheels“ Part 1000?), nein, die Band hat sich entschieden ihr Debütalbum von 1982 neu einzuspielen. Dass mit einem solchen Plan schon Exodus („Bonded By Blood“ von 1985 wurde 2008 als „Let There Be Blood“ neu veröffentlicht und vorher mit einer übermäßig klinischen Produktion versehen.) und Sodom, die ihr Debüt „In The Sign Of Evil“ (1984) mit fast unverändertem Sound als „The Final Sign Of Evil“ neu einprügelten, auf die Klappe gefallen sind, dürfte Bandboss Joey DeMaio einen feuchten Kericht interessiert haben, denn offiziell wurde „Battle Hymns“ neu aufgenommen weil erst jetzt, 28 Jahre später, die Technik mit dem Equipment von Manowar gleichgezogen haben soll. Ja nee, is klar…

Insgesamt ist „Battle Hymns MMXI“ (Wieso eigentlich 2011, wenn die Scheibe noch 2010 erscheint?) aber nicht so unhörbar, wie die eingangs genannten Beispiele vermuten lassen, aber ans Original reicht das Album logischerweise zu keinem Zeitpunkt heran. Manowar haben sich glücklicherweise vom Drumcomputersound verabschiedet, und Ex-und-jetzt-wieder-Neu-Drummer Donnie Hamzik hat es sogar gewagt und ein paar Fills anders gesetzt als beim Original. Nur der Gitarrensound hätte gerne etwas fetter und mit weniger ProTool-Kleister versehen sein dürfen. Kann Karl Logan etwa nicht mehr Gitarre spielen, oder warum werden bei jedem Album die ProTools potenziert? Insgesamt orientiert sich der Sound sehr am Livesound der Band, und vor allem der Bass nimmt eine sehr dominante Rolle ein.

Zudem sind die Neu-Interpretationen der Songs, vom Titeltrack mal abgesehen, recht gut umgesetzt. Wirklich brauchen tut dieses Album dennoch keiner, denn wer das Original hat, braucht keine Neueinspielung, und wer das Original noch nicht hat greift besser zum Original. „Battle Hymns MMXI“ tut niemandem weh, brauchen tut man die Scheibe aber noch lange nicht. Und wer nur für die zwei Bonustracks, die klingen als wären sie mit einem Kassettenrekorder im Zuschauerraum mitgeschnitten worden, Geld ausgeben will, ist selber Schuld.

Vom Songmaterial her ist das Album eigentlich ein fünf Punkte-Kandidat, es gibt aber nur drei Punkte, dank des Sounds und dem Gestank der Geldmacherei.

Tracklist:
01. Death Tone
02. Metal Daze
03. Fast Taker
04. Shell Shock
05. Manowar
06. Dark Avenger
07. William’s Tale
08. Battle Hymn
09. Fast Taker [Live][Bonus Track]
10. Death Tone [Live][Bonus Track]

Autor: El Padre

Manowar – The Lord Of Steel

Das Album verhält sich weitestgehend kongruent zum Biertrinken im Manowar-Stil. Das Meiste geht daneben. Bis einschließlich „Louder Than Hell“ kann man ohne jegliche Bedenken die Worte eines weisen Youtube-Nutzers walten lassen: „Who needs Sokrates or Aristoteles or any philosopher, when all the wisdom in the world is found in the band MANOWAR!“ Auf „Warriors Of The World“ und „Gods Of War“ waren durchaus Highlights zu finden, auch wenn Plastik manches Mal den Stahl überwog. Mit „The Lord Of Steel“ erreichen Manowar den bisherigen Tiefpunkt.

Euphorisierende Hymnen, welche die Fäuste unwillkürlich in die Luft strecken und einen jeden noch so großen Schrott, den Eric Adams aus der titanischen Kehle sprüht, für die Zeit des Hörens mit Nachwirkung glauben lassen, sucht man vergeblich. „The Lord Of Steel“ geht bestenfalls als Ideensammlung für ein kommendes Album durch. Es wirkt, trotz einiger guter Riff-Einfälle und annehmbarer Songgerüste, durchgehend saft- und kraftlos. Selbst Eric Adams scheint die Leidenschaft zum Großteil abhanden gekommenzu sein und hat nicht allzu viel zu bieten. Joey DeMaio spielt jetzt mit vibrierendem Massagestab auf glühenden Drähten und zaubert damit einen Basssound der polarisieren wird. Die dumpfe Produktion tut übriges um die typische „Lyrik“ lächerlich wie selten erscheinen zu lassen.

Es soll Leute geben, die diese Platte abfeiern. Schon lange nicht mehr „Into Glory Ride“ gehört? Musikalisch ist mit Manowar vermutlich nicht mehr zu rechnen. Aber es gibt ja noch die Interviews mit Joey DeMaio, die um ein vielfaches unterhaltsamer sind, als was uns hier aufgetischt wird.

Bislang ist „The Lord Of Steel“ ausschließlich als Download erhältlich, oder wird dem britischen Metal Hammer anbei mitgeliefert. Eine physische Veröffentlichung zu Fachhandel ist für den 7. September vorgesehen. In angeblich gänzlich veränderter Form, was auch den Sound betreffen soll. Welchen, vom wirtschaftlichen Standpunkt einmal abgesehen, Sinn dann diese Download-Veröffentlichung, zumal für Reviews herausgegeben, machen soll, ist mir schleierhaft. Bleibt also die Hoffnung, dass es sich tatsächlich nur um eine vorläufige Ideensammlung in Rohversion handelt. Also Finger weg vom Download und die Endfassung testen.

Übrigens: Der Erfinder des Heavy Metal war natürlich nicht Richard Wagner, sondern Niccolò Paganini.

Tracklist:
01. The Lord Of Steel
02. Manowarriors
03. Born In A Grave
04. Righteous Glory
05. Touch The Sky
06. Black List
07. Expendable
08. El Gringo
09. Annihilation
10. Hail Kill And Die

Autor: Ernesto

Manowar – Sign Of The Hammer

Manowar! Man braucht unter Metallern den Namen nur zu erwähnen und hat bei den Gesprächspartnern 37 Meinungen. Eins sollte aber klar sein: Die Band hat heutzutage nichts mehr mit dem gemein, was sie auf ihren ersten vier Alben auszeichnete.

Die nämlich beinhalten experimentelles Songwriting, produktionstechnische Wagnisse und vor allem Gänsehaut am Fließband.“Sign Of The Hammer“ ist dementsprechend das letzte der klassischen Manowar-Alben und für meine Begriffe – trotz der unglaublich starken Vorgänger – ihre beste Veröffentlichung. Epik, Pathos und Heaviness hat die Band danach nie wieder derart grandios miteinander verbinden können.

„All Men Play On Ten“ (Spinal Tap anyone?) ist der typisch rockige Einstieg, bei dem man einmal mehr die Augen weit weg vom Textblatt halten sollte, bevor dann der Speed-Kracher „Animals“ ein erstes Ausrufezeichen setzt. „Thor (The Powerhead)“ zeigt in seiner Erhabenheit deutlich, daß Scott Columbus einst so viel mehr auf dem Kasten hatte als den immergleichen 4/4-Takt. „Mountains“ ist im Anschluß der würdige,epische Endpunkt der A-Seite. Klassiker!

Der Titelsong taucht bis heute im Live-Set der Band auf – kein Wunder, einen solchen Jahrhundertchorus bekommt man nicht alle Jahre auf die Reihe. „The Oath“, ein speedig-knackiger Kracher, wurde überraschenderweise für die 2007er Tour reanimiert – Recht so! Das folgende Instrumental „Thunderpick“ ist der erwartbare, völlig überflüssige Schwachpunkt von „Sign Of The Hammer“, bevor „Gyuana (Cult Of The Damned)“ mit Gänsehautmelodien und unschlagbarer Atmosphäre den epischen Schlusspunkt setzt. Was für ein Hammer!

Wer der Meinung ist, Manowar hätten mit „Gods Of War“ ein Highlight des Epic Metal veröffentlicht, dem sei dringend angeraten, die vier Frühwerke der Band einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Autor: Andree

Manowar – Gods of War Live

Also eines kann man Manowar nun wirklich nicht nachsagen. Dass sie nicht wüssten, wie sie ihre Gewinne maximieren und das Ganze auch noch als fanfreundlich verkaufen könnten.

Ein weiteres Beispiel ist die hier vorliegende CD „Gods of War Live“. Dieses Release ist, wie der Titel schon sagt eine Live-CD. Insgesamt ist es die dritte in der Bandgeschichte nach diversen Alben, Maxi´s und Best-Of-Scheiben. Diese Doppel-CD kommt in einem wirklich gut gestalteten Digipack daher (zumindest die Version, die mir vorliegt). Darauf enthalten sind insgesamt 22 Stücke, die ganz gut die Bandgeschichte der Amerikaner abdecken. So finden sich neben ganz neuen Stücken wie „Gods of War“, „The Sons of Odin“ oder „Hymn of the Immortal Warriors“ auch etwas ältere Stücke wie „The Gods Made Heavy Metal“ und „Kings of Metal“. Abgerundet wird dieses Konzerterlebnis durch Klassiker aus den Anfangstagen der Band. Unter anderem sind Titel wie „Manowar“, Gloves of Metal“ oder „Each Dawn I Die“ hierfür Beispiele.

Leider fehlen mir hier ein Bisschen die Titel aus der „Triumph of Steel“ Zeit. „Master of the wind“ wäre da eine Alternative gewesen.Soundtechnisch ist das Album natürlich auf höchstem Niveau angesiedelt. Das übliche bombastische Cover fehlt auch nicht. Zusätzlich ist auf der mir vorliegenden CD noch ein Live-Bonus-Video vom Titeltrack des letzten Studioalbums der True Metaller.

Was nun die Bewertung angeht, ist das bei Live-Alben ja immer so ein Problem. Vor allem, wenn es um eine doch recht kommerziell ausgerichtete Band wie Manowar geht. Trotzdem denke ich, dass hier einiges geboten wird und werde dieses Release mit 3,5 von 5 Gitarren bewerten.

Autor: Nitro

Manowar – Magic Circle Festival (DVD)

Anfang Juli dieses Jahres machte ich mit ein paar Kumpels einen Abstecher nach Bad Arolsen um mir das fanfreundliche, da sehr günstige, Magic Circle Festival anzusehen und nun wird eben dieses Festival auf DVD herausgebracht.

Dieses ist aufgrund der Tatsache, dass es sich um des Festival von Joey DeMajos Label handelt nicht verwunderlich. Dass natürlich in der Ausrichtung der DVD ein sehr starker Schwerpunkt auf Manowar selber gelegt wird ergibt sich fast von selbst, denn das Festival selber war ja auch nur eine Art der anderen Selbstbeweihräucherung. Meine Hoffnung nun die verpassten Bands und Songs nachzuholen, wurden dann auch sehr schnell enttäuscht, da von den meisten Bands nicht so viel gezeigt wird wie gehofft.

Nur für Manowar wird wirklich viel Platz gelassen und schon das Intro des Menüs wird mit extrem viel Pathos vermittelt und der Ring mit den Flammen lässt doch schon sehr an den Herrn der Ringe denken. Insgesamt werden 7 Stunden Material präsentiert und diese auch noch in guter Qualität und mit guten Aufnahmen. Aber dabei bleibt zu beachten, dass der Schwerpunkt wie oben erwähnt sehr auf Manowar themselfes liegt und diese DVDs darum wirklich nur was für Fans sind. Zudem ist zu beachten, dass es keine neuen Songs gibt und so nur bekanntes präsentiert wird, aber das wird ja nicht ausschlaggebend sein.

Diese DVD ist tatsächlich nur eine Anschaffung für absolute Fans, zwar werden die anderen Bands ein klein wenig dargestellt aber wirklich nur am Rande, wobei dabei Holyhell tatsächlich gut wegkommen wenn nicht alle Songs gezeigt werden, denn diese Band zeichnete sich bis auf wenige Stücke gerade nicht durch besonders viel Selbstständigkeit aus. Wobei „Phantom Of The Opera“ es durchaus in sich hat, die andern Songs aber meist wie schon gehört klingen.Schade finde ich besonders, dass Gamma Ray außen vor gelassen wurden. Diese gehören zwar nicht zu Magic Circle Music waren meiner Ansicht nach jedoch ein absolutes Highlight auf dem Festival; neben Manowar natürlich. So kann man Kai Hansen nur featuring Stormwarrior in „Ride The Sky“ erleben, was auch schon nicht schlecht ist aber nicht zu vergleichen mit den göttlichen Gamma Ray zumal es sich ja in diesem Fall um einen Helloween Song handelt.Qualitativ sind die Aufnahmen wirklich sehr gut gelungen und die Bildaufnahmen sind wirklich 1a. Verwundert hat mich etwas, dass so viele Teile aus dem Manowar Auftritt in Bulgarien hier verwertet wurden, ich dachte es handele sich lediglich um eine DVD zum deutschen Magic Circle Festival- aber da muss ich mich geirrt haben. Fact ist, dass DVD 2 eher dem bulgarischen Konzert gewidmet ist.

Die Menüführung ist übersichtlich wenn man erfasst hat was wo zu finden ist. Die Bühnenshows sind ok und bei Manowar natürlich phänomenal- wie nicht anders erwartet. Insgesamt also zwei gelungene DVDs mit vielen Extras wie Interviews, Promomaterial und vielem mehr. Dazu kommt noch der große Umfang der Musiktracks der einem beim Kauf der DVD „Magic Circle Festival Volume I“ geboten wird. Schade, dass die Vorbands mit 2-3 Songs eher an den Rand gedrängt werden und einige Bands, die nicht beim Label sind ganz außen vor gelassen werden. Ansonsten eine wirklich gute Produktion, die zumindest für Manowar Fans absolut geeignet sein wird.

In diesem Sinne und wegen der oben erwähnten Mankos „nur“ 4 von 5 Gitarren!

Autor: Mandra

Manowar – Gods of War

Fünf lange Jahre mussten die Fans von Manowar warten, bis nach ”Warriors Of The World” nun endlich das neuste Werk der “Kings Of Metal” in den Läden steht! Die Zeit vor der Veröffentlichung von ”Gods Of War” war geprägt von Motorradunfällen, Tour-Verschiebungen und einem umstrittenen Auftritt auf dem Earthshaker Festival.

Nun lassen die vier Amerikaner endlich wieder die Musik sprechen. Das tun sie allerdings auf eine Art und Weise, die man von Manowar nicht unbedingt erwartet hätte. Viele Fans verbinden mit der Band kompromisslosen, nach vorne preschenden Metal, der vor allem mit einem Wort beschrieben werden kann: Power! Dieses Mal jedoch legt das Quartett ein Konzeptalbum vor, das sich mit der nordischen Götterwelt um Odin beschäftigt. Um dieses Konzept zu vermitteln und zu verstärken haben Joey und Co. anno 2007 auf ganz besondere Mittel zurück gegriffen: Das Album enthält nicht nur Metal-Tracks, sondern auch eine Fülle von Orchester- und Choral-Stücken, sowie einige Spoken Parts, welche die Geschichte stimmungsvoll nach vorne bringen. Einer dieser Spoken Tracks ist „Glory, Majesty, Unity“ und den Liebhabern der Band wird der Text sofort bekannt vorkommen, handelt es sich doch um ein Remake des legendären „Warriors Prayer“. Die Umsetzung dieser Ideen ist grandios. Orchester und Chöre können zu jeder Zeit ein einmaliges Erlebnis vermitteln und für die Intensität ihrer Spoken Parts sind Manowar ja ohnehin bekannt. So können sie eine Atmosphäre kreieren, die den Hörer dazu verleitet, tief in die nordischen Mythen einzutauchen und sie selbst mit zu erleben.

Leider bleibt durch diese im Prinzip gute Idee der Metal ein wenig auf der Strecke. Auf der insgesamt 16 Stücke umfassenden CD befinden sich leider nur acht Metal-Tracks. Und auch von diesen sind vier schon von der EP „Sons Of Odin“ bekannt, so dass im Prinzip nur das stampfende „Sleipnir“, die Up-Tempo Nummer „Loki God Of Fire“, das epische „Hymn Of The Immortal Warriors“ und der nicht mit dem Konzept verknüpfte Bonus-Song „Die For Metal“ wirklich neu sind. Allerdings muss man der Kapelle zu Gute halten, dass sie, wenn sie auf “Gods Of War“ denn einmal Metal spielen, dies auch so gut machen, wie es nur diese Band kann. Carls Gitarren sind endlich einmal sauber und ohne Fehler eingespielt, Joey und Scott können mitreißenden Rhythmen schaffen, die alles wegblasen und über die Ausnahmestimme von Eric Adams müssen wir wohl nicht mehr viele Worte verlieren. Gerade „Die For Metal“, das einigen vielleicht schon als Werbesong der ProSieben Fight Night bekannt sein dürfte, ist der beste Song, den diese Combo seit langem veröffentlicht hat.

Hier passt einfach alles: Treibende Rhythmen, sägende Gitarren und ein Chorus, der zum Mitsingen verführt. Den passenden Kontrast dazu bietet die wundervoll kitschige Ballade „Blood Brothers“, die wohl am ehesten mit dem altehrwürdigen „Courage“ verglichen werden kann. Manowar schaffen es also tatsächlich, ein stimmiges Konzeptalbum vorzulegen. Und auch die bombastische Produktion trägt dazu bei, dass der Hörer jederzeit das Gefühl hat, sich mitten im Geschehen zu befinden. Zu dem stimmigen Gesamtkonzept tragen außerdem das Artwork und das komplett in Runen verfasste Booklet bei.

Leider geht dieses Konzept auf “Gods Of War“ zu oft auf Kosten dessen, was diese Band groß gemacht hat: Schnörkelloser Metal ist hier leider viel zu selten zu finden. Und wenn dann in Tracks, die mittlerweile schon alte Bekannte geworden sind. Auch Eric, Joey, Scott und Carl scheinen alt zu werden. Zwar haben sie kein schlechtes Album abgeliefert, aber die „Kings Of Metal“ sind mittlerweile andere.

Autor: Daniel Popp

Manowar – The Sons of Odin

Man hört ja in letzter Zeit viel von Manowar und vieles davon ist nicht gerade schmeichelhaft oder besonders fanfreundlich. Nun hört man endlich wieder Positives der „Kings of Metal“: Die Erscheinung ihrer neuen EP „The Sons Of Odin“.

Zugegebenermaßen ist sie nicht gerade ein perfekter Ersatz für das eigentlich versprochene Album und die verschobene Tour, aber immerhin ein Trostpflaster. Erhältlich ist diese erste EP ManowaR´s als normale Jewel-Case Edition und als Luxus Digipack „Immortal Edition“ mit DVD.

Der erste Song „The Ascension“/ „King Of Kings“, live aufgenommen auf dem Earthshaker 2005, war schon auf der „Hell On Earth IV“ DVD zu hören und wird wohl auch nicht das letzte mal live aufgezeichnet worden sein. Das Intro, was sich über den kompletten ersten „Track“ zieht ist fast 2,50 min lang und so verbleiben nur 4 der 5 Songs als wirkliche Musiktracks.

Wagner- like schließt sich dann „Odin“ an, welches sehr orchestral daherkommt- und auf die Playbackschlappe auf den Festivals letzen Jahres verweist. Da reissen die Wunden eines ManowaR-Fans wieder auf.

Mit wenig Gesang dient es jedoch perfekt als Intro für die beiden neuen Songs „Gods Of War“ und „The Sons Of Odin“. Diese bauen dann mit gewohntem Pathos und total truen, heroischen Titeln wieder auf und erzeugen keine unerwünschten Überraschungen. So muss das sein, das will man hören wenn man an ManowaR denkt.

Episch und in gewohnter Qualität, mit Eric Adams gradlinigen, sonoren und absolut mitreißenden Vocals und Joeys Riffs, die- obwohl etwas nachgelassen- noch immer druckvoll sind halten das Niveau oben. Nach 6.52 min wird „Gods Of War“ von dem fast ebenso langen „The Sons Of Odin“ abgelöst, der in nichts nachsteht. Pathos und gewohnt stolze Texte werden nicht vernachlässigt und so bin ich mit den beiden neuen Stücken vollauf zufrieden. ManowaR bleibt ManowaR und sich selber treu, der schleppende Sprechgesang bleibt erhalten.

Weiter geht es dann mit der DVD, wobei ich vorher noch das tolle Booklett loben muss; entfaltet man es hält man ein Poster, dass das Herz jeden Warriors höherschlagen lassen würde. Es werden wirklich alle Klischees aufgegriffen, sogar ein Ring ist in das ArtWork eingearbeitet – viel Liebe zum Deatil also.

Zur DVD selber: Zum größten Teil besteht die Scheibe aus einer Dokumentation über ManowaR´s erster Fan- Convention 2005. Naja, es wurde bekanntermaßen Eintritt genommen und ob man sich solch eine Selbstbeweihräucherung auf DVD ansehen muss ist fraglich.

Dazu kommt eine Liveaufnahme einer Probe von „Heart Of Steel“ mit Chor und Orchester in Tschechien, ein Promotrailer vom Earthshaker 2005 für ihr neues Album, alle Songs nochmal in 5.1 Versionen und eine Slideshow. Alles sehr interessant aber ob das solche Preise für eine „EP“ rechtfertigt steht auf einem anderen Blatt. Es kommt halt darauf an ob man alles für „seine“ Band ausgeben wird oder nicht.

Allgemein ist eine Investition eher zweifelhaft, da so gut wie alle Stücke mit Sicherheit auf nachfolgenden Produktionen, sollten sie denn kommen, wieder aufgegriffen werden, oder schon raus gekommen sind.

In diesem Sinne;, für geiles ArtWork, tolles Inlay (ich hab die „Immortal Edition“), gute neue Songs und gute Produktion 3,5 von 5 Punkten, da auf der Gegenseite zu lange Intros, teilweise etwas langatmiges Bonusmaterial (nicht gerade das Non Plus Ultra) und einem etwas irritierendem Preis- Leistungs- Verhältnis stehen.

Auf jeden Fall macht sich das ganze sehr schön in meinem Plattenregal… Und das ist auch gut so.

Für Fans von Band oder Genre sollte die EP nicht im Regal fehlen.

Autor: Mandra

Manowar – Hell on Earth IV

“Manowar, Manowar, livin` on the road!” Die Zeile kennt wohl jeder und so ist es wohl nicht unlogisch, dass die Herren Adams, DeMaio, Logan und Columbus sich gerne so präsentieren, wie sie am liebsten gesehen werden wollen: Wild and loud! Und wie geht das am Besten? Natürlich mit einer DVD!

Diese heißt (wie immer) „Hell on Earth“ und erscheint zum vierten Male. Den Fan erwartet auch dieses Mal wieder so einiges! Drei-Disc Set mit 4,5 Stunden Manowar plus einer Audio CD inklusive dem brandneuen Song „Kings of Kings“. Des weiteren Interviews, Audiokommentare der Band, über eine Stunde „Behind the Scenes“ und einer Stunde Aufnahmen von Fernsehshows wie z.B. „TV Total“ und „Olli Pocher“. Sogar ein 30 minütiger Hidden Track ist zu finden! Das Ganze gibt es natürlich im fetten 5.1 Surround Sound! Der kleine Einblick, den ich in die DVD bekommen durfte, lässt auf eine qualitativ absolut hochwertige DVD schließen, die genau das bietet, was man erwarten: Heavy Metal in Reinform mit den wohl bekanntesten Musikerprolls des Genres!

Wem das noch nicht genügt dem sei versichert, dass es auch wieder genug Frauen auf die Bühne zieht und jeder weiß denke ich wie das endet …

Eine Bewertung abzugeben fällt natürlich schwer, aber sollte mein Einblick repräsentativ für den Rest der DVD sein, so kann ich hier getrost 4,5 von 5 Gitarren vergeben. Eine halbe gibt es Abzug, weil ich finde, dass nach den anderen drei „Hell on Earth“-Teilen doch ein bisschen Abwechslung vom Aufbau angebracht wäre. Aber was soll’s.. es ist halt Manowar!

Autor: Picco


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