Wertung: 4 von 10

Das Album verhält sich weitestgehend kongruent zum Biertrinken im Manowar-Stil. Das Meiste geht daneben.


Bis einschließlich „Louder Than Hell“ kann man ohne jegliche Bedenken die Worte eines weisen Youtube-Nutzers walten lassen: „Who needs Sokrates or Aristoteles or any philosopher, when all the wisdom in the world is found in the band MANOWAR!“ Auf „Warriors Of The World“ und „Gods Of War“ waren durchaus Highlights zu finden, auch wenn Plastik manches Mal den Stahl überwog. Mit „The Lord Of Steel“ erreichen Manowar den bisherigen Tiefpunkt.

Euphorisierende Hymnen, welche die Fäuste unwillkürlich in die Luft strecken und einen jeden noch so großen Schrott, den Eric Adams aus der titanischen Kehle sprüht, für die Zeit des Hörens mit Nachwirkung glauben lassen, sucht man vergeblich. „The Lord Of Steel“ geht bestenfalls als Ideensammlung für ein kommendes Album durch. Es wirkt, trotz einiger guter Riff-Einfälle und annehmbarer Songgerüste, durchgehend saft- und kraftlos. Selbst Eric Adams scheint die Leidenschaft zum Großteil abhanden gekommenzu sein und hat nicht allzu viel zu bieten. Joey DeMaio spielt jetzt mit vibrierendem Massagestab auf glühenden Drähten und zaubert damit einen Basssound der polarisieren wird. Die dumpfe Produktion tut übriges um die typische „Lyrik“ lächerlich wie selten erscheinen zu lassen.

Es soll Leute geben, die diese Platte abfeiern. Schon lange nicht mehr „Into Glory Ride“ gehört? Musikalisch ist mit Manowar vermutlich nicht mehr zu rechnen. Aber es gibt ja noch die Interviews mit Joey DeMaio, die um ein vielfaches unterhaltsamer sind, als was uns hier aufgetischt wird.

Bislang ist „The Lord Of Steel“ ausschließlich als Download erhältlich, oder wird dem britischen Metal Hammer anbei mitgeliefert. Eine physische Veröffentlichung zu Fachhandel ist für den 7. September vorgesehen. In angeblich gänzlich veränderter Form, was auch den Sound betreffen soll. Welchen, vom wirtschaftlichen Standpunkt einmal abgesehen, Sinn dann diese Download-Veröffentlichung, zumal für Reviews herausgegeben, machen soll, ist mir schleierhaft. Bleibt also die Hoffnung, dass es sich tatsächlich nur um eine vorläufige Ideensammlung in Rohversion handelt. Also Finger weg vom Download und die Endfassung testen.

Übrigens: Der Erfinder des Heavy Metal war natürlich nicht Richard Wagner, sondern Niccolò Paganini.

Tracklist:

  • 01. The Lord Of Steel
  • 02. Manowarriors
  • 03. Born In A Grave
  • 04. Righteous Glory
  • 05. Touch The Sky
  • 06. Black List
  • 07. Expendable
  • 08. El Gringo
  • 09. Annihilation
  • 10. Hail Kill And Die