Wertung: 7.5 von 10

Marauder – Human WasteZugegeben, beim Albumtitel „Human Waste“ fühlt man sich spontan an einen sumpfigen 90er Klassiker aus der Kategorie Hinz & Grunz erinnert, aber nein, bei der Variante à la MARAUDER geht es um hausgemachten Thrash Metal aus Greven, NRW.

Hausgemacht steht in diesem Fall für eine Eigenproduktion des Quartetts, die sich durchaus hören lassen kann.

Seit der Gründung 2011 haben sich die Jungs bereits mit drei EPs eingegroovt bis es schließlich im März `16 zur Veröffentlichung von „Human Waste“ kam. Auch die Bretter die die Liveauftritte bedeuten konnte man sich bereits mit Bands wie Cripper und sogar Raven teilen. Die Bühnenerfahrung macht sich daher auf dem Debüt angenehm bemerkbar, der Sound der Eigenproduktion ist durchaus erhaben und so gerade für das Thrash-Genre angenehm bodenständig. Man spürt die ungezwungene Spielfreude der Jungs und fühlt sich in Proberaumsphären mit Bierkastenstapeln und zweckentfremdeten Eierpaletten versetzt …

Textlich geht man mit den 11 Tracks auf „Human Waste“ keine Experimente ein und bedient sich bei den üblichen Themenbereichen des Thrash („Weltuntergang“, „Wir gegen den Rest der Welt“, „Was haben wir für eine Welt…“), musikalisch ist die Truppe durch die zahlreichen Auftritte quer durch die Republik eine eingespielte Einheit. Das Album hat keine Hänger, die Songs liefern das was man erwartet bzw. sich erhofft: konstant gute Soli, von wild über melodisch bis „twin“, eine eingetaktete Rhythmusfraktion und unaufgeregten Gesang, sowie immer einen kleinen Blick in den 80er Rückspiegel werfend. Garniert wird das ganze mit Chören etwa bei „King of a dying world“ und Gangshouts („Thrash! Kill!“, „United we stand/united we fall“) bei „Metalbeast“ und dem Fistraiser „United we fall“. Das Tempo ist bis auf Ausnahmen („King of a dying world“, Hobo with a shotgun“) flott, mit „Consumed by demons” gibt’s noch einen amtlichen Hardrocker der im Accept-Style einsteigt obendrauf.

MARAUDER haben durchaus die Voraussetzungen neben Thrash-Bands der neuen Generation wie Fueled By Fire oder Gama Bomb zu bestehen. Dass das Rad in diesem Genre allerdings nicht mehr neu erfunden werden kann, da bereits alles (mehrfach) gesagt wurde, dafür kann die Band nichts. Hier kann man sich nur durch exzessive und/oder markante Livepräsenz oder einen (un)gewollten kleinen Underground-Hit hervortun. Ein bisschen Glück gehört für die nächste Stufe nach oben natürlich auch dazu, aber wenn man es genau betrachtet juckt es ja sowieso niemand, da Musik schon lange keine Rechnungen mehr bezahlt …

In diesem Sinne oder genau deswegen: Viel Glück und alles Gute, Jungs!

 

Tracklist:
1. Human Waste
2. Deathinfection
3. King of a dying world
4. Exodus (into Hell)
5. The serpent has spoken
6. Consumed by demons
7. Maetalbeast
8. Terror with terror
9. Hobo with a shotgun
10. Toxic devastation
11. United we fall

 

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