Ich bin kein ausgewiesener Kenner der Diskographie Matt Skibas. Dass er sich nur allzu nah an seiner, mir zumindest auszugsweise bekannten, jüngsten Vergangenheit (Alkaline Trio) orientiert, ist offensichtlich. Und ärgerlich zugleich. Jedoch nicht ob des möglicherweise Erfolg versprechenden Verharrens.

„Babylon“ könnte der Soundtrack zum perfekten Highschool-Teenie-Movie (ja, es gibt wirklich bedeutende dieser Sorte) am Sonntagnachmittag sein. Nicht unhumorig und gänzlich unplatt. Aber zu den richtigen Momenten gerade nicht pathetisch, sondern eher düster und existenzialistisch. Ein Film, der den Arsch nach dem Fernsehgarten noch vom Sofa bewegen kann. Hier mit ganz viel Skateboard. Ohne den blond gelockten Glückspilz obendrauf.

All das ist diese Platte sogar, und auch nicht. Leider. Die Musik ist zu bummlig und glatt. Aber immer noch mehr Descendents als Blink 182. Matt Skiba könnte anders. Aber weiß er, dass er subtiles Songwriting beherrscht? Hört er einfach nur die falschen Platten? Vielleicht ist er selbst zu viel Skateboard gefahren (blond gelockt). Tony Hawk gefällt das so schon.

Nein, ein Album wie „Babylon“ kann nicht jeder machen. Möchte man meinen, aber… Trotzdem interessanter Typ. Leider nur interessanter Typ. Er braucht eine Band. Und zwar weder das Alkaline Trio noch die Sekrets. So reichts lediglich für uneindeutigen, doch für ungeduldige Netztester leicht einzuordnenden Weichspülpunk.

Tracklist:

  • 01. Voices
  • 02. All Fall Down
  • 03. Luciferian Blues
  • 04. Haven’t You?
  • 05. The End Of Joy
  • 06. You
  • 07. Olivia
  • 08. Falling Like Rain
  • 09. How The Hell Did We Get Here?
  • 10. Angel Of Deaf