Die deutsche Band um den Bassisten Ralph Hubert und wechselnder Restbesetzung veröffentliche bereits 1987 ihr erstes Album und steht seitdem für hochkomplexen, thrashig angehauchten progressiven Metal, zu dem nur wenige wirklichen Zugang finden. Denn bei Mekong Delta geht es in keinster Weise um irgendwelches kommerzielles Kalkül, sondern man versuchte stets mit 100%iger Konsequenz die musikalische Vision ohne Rücksicht auf Verluste umzusetzen. Dies führte zu grandiosen Werken wie „The Music of Erich Zann“ oder „Dances of Death“, die bei Freunden sehr anspruchsvollen Metals zur Pflichtausstattung gehören sollten. 10 Jahre nach der letzten Veröffentlichung „Pictures at an Exhibition“ gibt es nun mit „Lurking Fear“ endlich ein neues Lebenszeichen von der Band. Mit Peter Lake (Gitarre, Theory in Practice), Uli Kusch (Drums, ex-Masterplan) und Leo Szpigiel (Vocals, Scanner) spielte man 10 Songs ein, die an Komplexität und musikalischem Können den alten Werken in Nichts nachstehen. Auch hier wird die Basis von Thrash und Progressiv Metal gebildet und mit unzähligen Breaks angereichert. Ebenso vertreten ist das Faible für die metallische Umsetzung von Werken aus der Klassik, wie die Tracks „Allegro Furioso“, „Moderato“ und „Allegro“ eindrucksvoll verdeutlichen. Und so nebenbei streut man in „Moderato“ auch noch Versatzstücke aus dem „Star Wars“ Soundtrack ein.Wie bei allen Mekong Delta Scheiben zuvor benötigt man aber auch bei „Lurking Fear“ erstmal unzählige Durchläufe, um die ganzen vertrackten Strukturen, die vielen Details und musikalischen Feinheiten zu entdecken. Es dürfte sicherlich auch etliche Leute geben, die man mit dem Vorspielen dieser Scheibe schlichtweg in den Wahnsinn treiben oder zumindest aus dem Zimmer jagen dürfte. Manche haben für diese Art von Musik auch den Begriff „Streßmucke“ erfunden, was aber eher positiv zu deuten ist und nicht darüber hinweg täuschen sollte, dass „Lurking Fear“ schlichtweg wieder ein Meilenstein in der Diskographie von Mekong Delta geworden ist.Zwei Kritikpunkte gibt es allerdings noch zu nennen. Der Sound und den Gesang. Die Vocals von Leo Szpigiel sind extrem gewöhnungsbedürftig, auch wenn sie im Endeffekt sehr gut zur Musik passen, dürften aber bei dem ersten Höreindruck erst etwas abschrecken. Und von der Produktion her klingt das Schlagzeug ein wenig zu dünn und sehr unorganisch, fast schon wie ein Drumcomputer. Wobei man allerdings aufpassen muss: durch einen Pressfehler (welcher Art weiß ich leider auch nicht) haben die an die Presse ausgelieferten Promo-CDs einen insgesamt etwas dünnen Sound. Dieser Fehler wurde allerdings bei der richtigen Veröffentlichung korrigiert und auch die schön aufgemachte Doppel-LP mit 180 Gramm Vinyl besitzt einen deutlich besseren Sound, wovon ich mich gerade in einem direkten Vergleich noch mal überzeugen konnte. Perfekt ist er aber trotzdem noch lange nicht.“Lurking Fear“ ist kein Album für zwischendurch und auch nichts zur einfachen Berieselung. Mit diesem Album muss man sich auseinandersetzen und bereit sein für eine Herausforderung. Aber Mekong Delta haben damit bewiesen, dass man noch stark mit ihnen rechnen kann!