Wertung: 10 von 10

Aufgrund der Tatsache, dass ich zurzeit keine aktuelle Veröffentlichung sehe auf die ich Bock hätte, habe ich mir wieder mal einen Klassiker vorgenommen. Über „Melissa“ sind zwar schon unendlich viele Reviews geschrieben worden aber das hindert mich absolut nicht daran, hier jetzt auch noch in die Lobgesänge einzustimmen.


Also, wie hätten Sie’s denn gern? Godfathers of Metal? Neben Iron Maiden die wichtigste Metal-Band der Achtziger? Erste Metal-Band, deren satanische Ausrichtung wirklich ernstzunehmend war?

Alle diese Beschreibungen treffen den Nagel auf den Kopf und bringen doch die Großartigkeit von Mercyful Fate nur in Ansätzen zum Ausdruck.

Mercyful Fate gehören zu den ganz wenigen Bands, die in Ihrer Karriere kein wirklich schlechtes Album veröffentlicht haben (unangefochtene Spitzenreiter in dieser schönen Disziplin sind natürlich Rush!).

Nach Ihrem Plattenfirmeneinstand mit der EP „Nuns Have No Fun“ 1982 folgte ein knappes Jahr später das LP-Debüt der dänischen Posse. Auf „Melissa“ findet sich in den drei Eröffnungssongs auch mal gleich sowas wie die heilige Dreifaltigkeit des Metal-Riffs! Nicht zu Unrecht wählten Metallica genau diese Songs für ihr Mercyful Fate-Medley auf der „Garage Inc.“-CD. Was hier abgeht, ist sowas von der Wahnsinn! Gitarrist Hank Shermann hat sich mal eben selbst ‘nen Denkmal für die Ewigkeit gesetzt: Jeder verdammte Metalfan MUSS diese Lieder einfach kennen!

Da geht der Groove sofort ins Blut und man schunkel-bangt-hüpft sich ins Nirwana!

Es gibt ja diverse Menschen, die sich mit dem Gesang vom King nicht anfreunden können; diesen sei gesagt: Wer da nicht drauf steht, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Ich habe keinen Bock mehr auf Anmerkungen der Art „naja, die Musik ist ja echt der Wahnsinn aber mit ‘ner nicht so derben Eierkneifer-Stimme wärs noch geiler“: Das ist alles Quatsch mit Sauce! Genau diese Singstimme muss bei der Mucke dabei sein, sonst würde hier ein kompletter Teil der Identität der Band fehlen.

Mit diesem Album haben Mercyful Fate den endgültigen Durchbruch geschafft und ihren Status in der Szene mit dem Nachfolger „Don’t Break The Oath“ im Folgejahr sogar noch weiter ausbauen können. Gemeinhin wird ja auch eben dieses „Don’t Break The Oath“ als noch größerer Meilenstein gesehen, aber das ist meiner Meinung nach nicht zu rechtfertigen: Natürlich steht völlig außer Frage, dass auch „Don’t Break…“ ein absolutes Wahsinnsalbum ist, aber im direkten Vergleich finden sich auf „Melissa“ die besseren Einzelsongs. Neben der bereits erwähnten Eröffnungs-Trinitas seien hier auch noch „Satan’s Fall“ und der Titelsong genannt.

Den Einfluss, den Mercyful Fate auf die gesamte Szene-Entwicklung hatten und haben, kann man gar nicht hoch genug bewerten: Ohne MF wären Metallica nicht die, die sie sind und auch diverse Black-Metal-Bands berufen sich auf Mercyful Fate als größten Einfluss.

Darüber hinaus stehen die Dänen auch bei der zurzeit grassierenden Retro-Welle für nicht wenige Bands Pate (z.B.: Portrait, In Solitude und mit Abstrichen Ghost).

Der Unterschied ist nur, dass diese neuen Epigonen es nicht schaffen, an die Genialität ihrer Vorbilder auch nur ansatzweise heranzureichen (Ausnahme: Ghost).

Also mein Tipp: Bevor man seine Kohle für eine weitere Möchtegern-Kopie ausgibt, sollte man sich unbedingt mit dem Original auseinandersetzen. Am besten klappt das mit der wunderschön gestalteten Neuauflage von „Melissa“, welche von Roadrunner Records im Jahr 2008 herausgebracht wurde. In diesem fetten Digipack befinden sich als Zusatz noch diverse Demoversionen der Songs, viele alte Fotos und Linernotes sowie eine DVD mit einem Mercyful Fate-Konzertbootleg vom Dynamo 1983.

Tracklist:

  • 01. Evil
  • 02. Curse Of The Pharaohs
  • 03. Into The Coven
  • 04. At The Sound Of The Demon Bell
  • 05. Black Funeral
  • 06. Satan’s Fall
  • 07. Melissa

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