Wertung: 9 von 10

Wer die CD Veröffentlichungen der letzten Monate aufmerksam verfolgt hat, der wird festgestellt haben, dass der Anteil hochwertiger Power-Metal Alben sehr hoch war. Mit Powerwolf’s „Bible of the Beast“ und Skullfist’s „Head öf the Pack“ seien da nur zwei genannt. Dies liegt nicht zuletzt am starken Szene-Underground, aus dem nun auch Messenger mit ihrem neuen Album „See you in hell“ emporsteigen und dabei eine ganz klare Message mitbringen. Nämlich das Bekenntnis zu echtem Heavy Metal und Opposition zu gecastetem Plastik-Rock und Radio Einheitsbrei.


„Make it right“, so heißt der dritte Song auf dem Album. Und genau das machen die fünf Jungs aus dem Saarland auch. Fette Gitarrenriffs, kraftvoller Gesang und eine gehörige Portion Kitsch. Dieses Album ist mit allen Facetten traditionellen Heavy Metal’s gespickt. Das präzise, aber dennoch sehr lebendig gespielte Schlagzeug bietet ein solides rhythmisches Grundgerüst und die gezielt eingesetzte Double-Bass verleiht den Stücken ihren Genre-typischen Klang. Direkt der Opener „See you in hell“ geht richtig schön ins Ohr und entwickelt sich nach mehrmaligem Hören zu einem richtigen Ohrwurm. Hier dürfte auf der kommende Live-Tour so manche schwingende Matte zu sehen sein.

Aber Messenger haben nicht nur die üblichen Power-Metal Partynummern im Gepäck. Der Mittelteil des Albums wirkt filigraner und ausgefeilter. Die Songs werden nun tiefgehender und deutlich stimmungsvoller. Mit dem fast acht-minütigem „Falconlord“ beweist die Band zudem, dass sie auch kompositorisch Einiges drauf hat und schafft hier eine epische Hymne, die den Zuhörer auf seine ganz besondere Weise fesselt. Der variantenreiche Gesang, der stimmlich ungefähr die Bandbreite von Joacim Cans (Hammerfall) und Johan Hegg (Amon Amarth) abdeckt, ist einfach Klasse. Dazu kommen ein gefühlvoller Piano Anfang und eine sehr vielseitige Gitarrenarbeit, die vom Wechsel zwischen gedoppelten Gitarren und schnellen Soli lebt. Weitere Highlights des Albums stellen das leicht balladeske „The Dragonships“ und das orchestral angelegte und an Manowar erinnernde „Valkyries“ dar.

Zum Ende wird der Bogen dann aber doch wieder zum frühen Happy Metal der der Marke Helloween gespannt. Das sehr eingängige „Land of the Brave“ könnte gar als Hommage an die Werke von Kai Hansen und Gamma Ray durchgehen. Da passt es nur zu gut, dass die Band das Album mit dem Coversong „Dr. Stein“ abschließt.

Fazit: „See you in hell“ ist ein von vorne bis hinten starkes Metal-Album auf dem nur sehr wenig fehlt. Rockige schnelle Nummern zum Headbangen, epische Hymnen zum Mitgröhlen und viel Energie. Eigentlich ist da für jeden was dabei. Natürlich erfinden auch Messenger den True-Metal nicht neu, drücken ihm aber ihren unverkennbaren Stempel auf. Und allein diese Tatsache macht die Platte schon zum Pflichtkauf.

Tracklist:

  • 01.Flames of Revenge
  • 02.See you in hell
  • 03.Make it right
  • 04.The prophecy
  • 05.Alien autopsy
  • 06.Falconlord
  • 07.The Dragonships
  • 08.Lindisfarne
  • 09.Valkyries
  • 10.Land of the brave
  • 11.Dr. Stein

Wer sich einen kleinen Vorgeschmack auf das Album gönnen möchte, kann sich diesen Trailer ansehen:

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