Zugegeben: Mein letzter Satz der Einleitung war etwas überspitzt formuliert. Denn so schlecht machen sich die Nordlichter eigentlich nicht. Doch es benötigte schon einige Durchläufe, um mich an bestimmte Charakterzüge der Band zu gewöhnen. Da wäre zum einen die Stimmfarbe des Sängers Marvin Kurku, die so voller Gegensätze daherkommt, dass ich sie erst kaum zu beurteilen wusste. Einerseits verspricht beispielsweise der Chorus von „Grief,Fate & Truth“ Gänsehautfeeling, – ein absoluter Überrefrain -, andererseits war ich von der stimmlichen Leistung in den Strophen von „False Direction“ und „Touch The Sky“ förmlich schockiert. Zum anderen war da noch der Drummer Gabba Badahir, der eine solide Leistung abliefert, jedoch an manchen Stellen hätte mehr Variationen reinbringen können, um sein Spiel und somit auch die Songs abwechslungsreicher zu gestalten. Viele, kurze ¾ Takte lassen das Drumspiel teilweise monoton wirken. Was hätte man nicht alles aus „Play The Game“ herausholen können, wenn er sich in manchen Parts nur mehr zugetraut hätte. Aber da ich kein Konjunktiv-Kritiker bin, nehme ich diese Beobachtungen bewertungslos hin und stelle fest, dass ich mich dennoch an dieser CD erfreuen kann.

Gerade die fetten Riffbrettmonster der Gitarristen Malte Klammer und Mario Hernandez fetzen ziemlich aus den Boxen und machen Spaß.

Insgesamt bemerkt man relativ schnell, dass ihre Musik sich zwischen Metallica in den 80ern und Stone Sour, Sevendust in der Neuzeit bewegt. Es vermag mir vielleicht einige Durchgänge benötigt haben, damit die Scheibe mir gefällt. Dafür gefallen mir nun einige Songs umso mehr. Schließlich hat Produzentenlegende Andy Classen die Jungs nicht umsonst unter seine Fittiche genommen.

Abschließend sind zwei Livemitschnitte am Ende der CD zu finden, die zeigen, dass die Band mir live sicherlich Freude bereiten würde und auch auf der Bühne zu überzeugen weiß.

Fazit: Fans der frühen Metallica, HardRock-Begeisterte und Stone Sour-Anhänger sollten bereit sein, ihr letztes Hemd zu geben, um in den Genuß von „Another Failure“ zu kommen. Insgesamt hinterlässt mein Review überwiegend kritische Äußerungen, lässt den Leser somit auch leicht blenden. Denn mir gefällt, was die Delmenhorster hier abgeliefert haben. Vor allem die Riffs begeistern! Und dass ich von 10(!!) Studiosongs ganze vier Anspieltipps hinterlasse, beweist wohl endgültig, dass „Another Failure“ für mich alles andere als ein „First Failure“ war.

Trackliste:

  • 01. Change Of Ways
  • 02. Sacrifice
  • 03. Not The Same
  • 04. Play The Game
  • 05. Touch The Sky
  • 06. Walls Of Seperation
  • 07. False Direction
  • 08. Grief, Fate & Truth
  • 09. You Ain’t Blind
  • 10. Approfices
  • 11. Grief, Fate & Truth live
  • 12. Walls of Seperation live

Anspieltipps: Play The Game / Walls of Seperation / Grief, Fate & Truth / Approfices