Zum bereits vierten mal brachten Stunned ein vielfältiges und hochkarätiges Billing, verbunden mit einem niedrigen Eintrittspreis, zustande. Zusammen mit dem wunderbaren Sommerwetter versprach die vierte Ausgabe des Metal Maniacs Festival ein perfekter Konzertabend zu werden.

Leider war dem nicht ganz so, auch wenn man da weder den Bands noch dem Veranstalter einen Vorwurf machen kann. Es war nämlich für die Zuschauer nicht möglich nach dem Zahlen des Eintritts, die Halle wieder zu verlassen, später wurde es sogar den Bands verboten, wieder raus zu gehen, angeblich wegen Beschwerden über zuviel Lärm und Müll – angesichts von maximal 60 Zahlenden natürlich verständlich, die wütenden Horden hätten ja die halbe Stadt in Schutt und Asche gelegt. Da so auch niemand zum Rauchen rausgehen konnte, wurde kurzerhand das Rauchen im Foyer erlaubt, was einerseits natürlich nicht gerade legal war, und wozu die Dame, die die Erlaubnis erteilte, keinerlei Kompetenzen besaß. Für mich und viele andere war dies also wohl der letzte Besuch in der Gempthalle, selber schuld!

Los gings mit Reign Of Insanity aus Lengerich. Die Band spielt Melodic Death Metal, der hin und wieder an Arch Enemy oder Dethklok erinnert. Von der Performance her war der Auftritt vollkommen in Ordnung, vor allem wenn man bedenkt, dass dies erst der zweite Gig der Band war. Wenn sich Sängerin Ira demnächst auch noch ein wenig an den Ansagen beteiligt, und nicht alles ihrem Gesangskollegen Daniel überlässt, wirkt das Ganze auch ein wenig ausgeglichener. Die Band hatte einige Fans dabei, die sich headbangenderweise vor der Bühne tummelten.

Tzunami waren aus Wuppertal angereist und konnten mit ihrem alternativ proggigem Hardcore-Metal zwar einige Leute vor die Bühne locken, zu weiteren Aktivitäten ließ sich aber kaum jemand hinreißen. Die Band störte das wenig, sie bewegte sich dafür umso mehr.

Als nächstes standen Disposed To Mirth aus Münster auf dem Programm, die ihren Metalcore zwar mit orientalischen und russischen Melodien veredeln, und damit eine der wenigen Nachwuchsbands des Genres sein dürften, die eine Weiterentwicklung der Musik vorantreiben. Leider machten sie diesen positiven Eindruck durch komplett eingeübtes (und von Attack Attack! kopiertes) Stageacting wieder zunichte. Ein Konzert, gerade in dieser Größenordnung, wird doch erst durch die Spontanität der Akteure zu etwas besonderem, wer durchgestylte Shows sehen will, geht doch eh lieber zu Lady Gaga. Doch mindestens zwei Leute im Raum schien dieser Umstand nicht zu stören, und sie machten sich daran, unsichtbare Ninjas zu bekämpfen, von manchen auch Violent Dancing genannt. Zwei weitere Gründe, den restlichen Auftritt der Band im Foyer der Gempthalle zu verbringen, um von dort durch die Fenster das geile Wetter zumindest ansatzweise zu genießen.

Ebenfalls aus Münster stammen Dead Head Down, und die quasi-Nachfolgeband von Steel Death steht für brachialen Thrash Metal, und seit diesem Tag für ebenso brachiale Bühnenaction. Auch vorne gings zu den Songs der selbstbetitelten EP (Review hier) ordentlich rund, Circle Pit mit sechs Mann und stagediven inklusive.

Die nun folgenden Stunned zählen, genau wie Disposed To Mirth zu den wenigen Metalcore-Bands, die dem Genre neuen Schwung geben können, wobei der Begriff Metalcore für diese Band nicht weit genug gefasst ist. Zu ganz so viel Pit-Action wie bei der Vorgängerband kam es zwar nicht, aber der Sechser bot eine tolle Show. An dieser Stelle sei auch die solide Arbeit des Soundmannes erwähnt, der jeder Band einen soliden Sound auf dem Leib zimmerte, bei dem kein Instrument unterging. Nur die Beleuchtung war die meiste Zeit eher suboptimal.

Leider waren Stunned für mich die letzte Band, denn nach 5 Stunden in der Gempthalle eingesperrt sein, war ich ausgehungert und einigermaßen dehydriert. Wenn die Veranstalter nächstes Mal eine bessere Location finden, sollte einem Besuch der fünften Ausgabe des Metal Maniacs Festival aber eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

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