Die härteste Strandparty der Welt ging in die vierte Runde. Mit dabei waren, neben rund 500 Zahlenden auch ein illustres Billing und ein Team von OsnaMetal.de.


Nachdem wir am Freitag als erste das Gelände erreicht hatten wurden (YEAH!) wurden wir vom Platzwart von dem von uns als Zeltplatz erkorenem Platz vertrieben. Begründet mit Sicherheitsbedenken, da der Platz zu nah am Wasser läge. So weit kein Problem, aber als sich ein paar Stunden später jede Menge anderer Besucher dort breit machten waren die Sicherheitsbedenken offenbar vergessen.

Nachdem der Freitag zum schwimmen (trotz Regen, es ist schließlich Sommer!) und trinken genutzt wurde gabs am Samstag sogar einigermaßen gutes Wetter, also wurde direkt mehr geschwommen und getrunken.

Los ging das Programm dann mit Clear Sky Nailstorm aus Delmenhorst. Der Name ließ mich erst befürchten die x-te Metalcore-Kapelle, die den Schuss nicht gehört hat, vor sich zu haben, aber das Quartett konnte mit amtlichen Thrash Metal, der es schaffte von Exodus über Pantera bis hin zu Dew-Scented und The Haunted, alle Phasen des Genres abzudecken, schonmal überraschen. Wenn die Performance der Band noch ein wenig agiler wird, dann sollte man bald häufiger von den Jungs hören, weiter so!

Nun enterten Craving aus Oldenburg die Bühne. Der mit einem ordentlichen Schuss Melodic Death Metal-angereicherte Pagan Metal der Band kam gut an, vor allem wenn man bedenkt, dass der Hype um dieses Genre auch schon wieder vorbei ist. Zudem bewies vor allem Sänger und Gitarrist Ivan echte Entertainer-Qualitäten, der dem Publikum dann auch noch eins der Bandshirts spendierte. Gespielt wurden mit “Revenge” und “Nameless” zwei Stücke von der letzten EP “Revenge” (Review hier.) und drei neue Songs (“V Les!”, “By The Blowing Wind”, “Leopard”) gespielt, die eine deutliche Steigerung in Sachen Songrwiting deutlich machten, super! Allerdings hätte auch hier ein wenig mehr Bewegung auf der Bühne nicht geschadet.

Auch wenn Sänger und Lead-Gitarrist Sebastian Stöber aussieht, wie Buzz Osborne von The Melvins, und Basser Sebastian Zoppe rein optisch besser in einer Indie-Kapelle aufgehoben wäre, boten Eradicator feinsten 80er-Rumpelthrash mit einem riesigen Destruction-Einschlag. Zu hören gabs Songs vom 2009er Debüt “The Atomic Blast” (Review hier.) und ein paar Stücke vom bald erscheinendem zweiten Album “Madness Is My Name”. Wenn die Soli irgendwann mal besser sitzen sollten, dann dürfte es für die Band kein Problem darstellen in Zukunft noch mehr Staub im Underground aufzuwirbeln.

Und weil der Mensch ja zwischendurch auch mal schwimmen und essen muss wurden Descend aus Schweden leider verpasst, genau wie der Beginn der äußerst starken Bloodwork-Show. Den Paderbornern merkte man ihre Bühnenerfahrung und Professionalität einfach an, egal ob man die Musik nun mag oder nicht. Und dann kamen Luxemburger “Psykecorelerer” Black-Out Beauty, die eine Show boten, die das Prädikat “abgefahren” mehr als verdient. Großes Lob verdient vor allem der Basser, dafür, dass er sich beim ausrasten nicht versehentlich umgebracht hat. Zudem verdient die Ansage “Der nächste Song handelt von einer riesigen Motte, die die Erde angreft: Giant Moth Attack!” alle nur erdenkliche Anerkennung. Und wenn Cripper dagegen nahezu entspannend wirken, einfach nur aus dem Grund, dass sie nachvollziehbare Songstrukturen haben, dann sagt das eine Menge über Black-Out Beauty aus. (Review zur aktuellen EP hier.)

Mit gleich zwei neuen Gitarristen präsentierten sich die zuletzt arg schwächelnden Maintain wieder bei alter Stärke und planierten den Krater, den Cripper hinterlassen hatten, mit ihren mächtigen Mosh-Walzen wieder zu. Da das Publikum dieses Mal auch eher Core-Affin war als letztes Jahr hatten die Schweizer Cataract danach auch leichtes Spiel mit den Anwesenden und vergrößerten den Durchmesser des Pits nochmal erheblich. Von solch einer energiegeladenen Show können sich viele Bands eine Scheibe abschneiden.

Ganz so viel Bewegung gabs bei Illdisposed zwar weder vor noch auf der Bühne, dafür machten Bo Summers Ansagen umso mehr Spaß. Zitat: “Ihr seht echt lecker aus, aber wir sind nur Dänen. Und schwul.” oder “Wart Ihr schonmal in Wacken? Habt Ihr die Scorpions gesehen? Wir haben gedacht, machen wir auch eine Ballade wie Scorpions, ist echt schwul.” und “Wir haben zwei Alben für Roadrunner gemacht, die waren echt schwul, hier ist ein Song davon. Schwul.”. Und um bei den (natürlich schwulen) Grenzkontrollen in Richtung Dänemark nicht allzu lange aufgehalten zu werden empfahl “die eierlose Nutte aus dem schwulen Norden” den kauf eines Band-Shirts, das mit einer riesigen dänischen Flagge auf dem Rücken trumpfen konnte. Achja, Musik gemacht haben sie natürlich auch. Die Setlist bot einen Querschnitt aus der nun 20jährigen Karriere, wobei auffiel, dass die Songs des aktuellen Albums “There Is Light (But It’s Not For Me)” lange nicht so abgefeiert wurden wie der Rest. Dennoch waren Illdisposed in Bestform.

Insgesamt war es wieder ein großartiges Festival zum kleinen Preis, bei dem keine Band durch schlechte Performance auffiel, und dank der neuen Scheinwerfer konnte man dieses Mal sogar Nachts sehen wo man hin trat, super! Zudem war der Sound die ganze Zeit klar und druckvoll, das hat man bei Events dieser Größe auch nicht immer.

Und zum Abschluss der Satz, von dem ich gehofft hatte ihn dieses Mal nicht schreiben zu müssen: Man sollte Leute mit Absurd-Shirts sofort und ohne Diskussion vom Gelände verweisen…

Copyright © 2017 Metaller.de

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen