Wenn das With Full Force von sich behauptet, den härtesten Acker der Welt zu bieten, dann bietet das Metal Splash eindeutig den härtesten Sandkasten der Welt!

Des Gelände liegt nahezu idyllisch am Rotenburger Weichelsee, und die Bühne steht an einer Strandbar. Der davor befindliche Sandboden machte zwar Aktivitäten wie Circle Pits ein wenig anstrengender als sonst, aber minderte auch das Verletzungsrisiko bei stürzen erheblich. Perfekte Voraussetzungen für eine ordentliche Strandparty.

Der Anreisefreitag wurde dann auch gleich ausgiebig zum Schwimmen genutzt, schließlich zeltete man fast am Strand. Da es sich durch einen nächtlichen Regenschauer abgekühlt hatte, bestand am Samstag auch kein Risiko, dass sich mehr Menschen im Wasser als vor der Bühne aufhalten würden. Zwar war es bei den ersten Bands noch recht leer, doch nach und nach rafften sich immer mehr Leute auf, um den ersten vier, mit Ausnahme von Damnation Defaced eher modern tönenden Bands, beim Headbangen Gesellschaft zu leisten, da störte auch der kurze Schauer während Forever It Shall Be wenig.

Wirklich voll wurde es aber erst zu den nachfolgenden kalifornischen Thrasher Fueled By Fire zu denen sich auf einmal dutzende Kuttenträger vor der Bühne versammelten und auch gleich die Circle Pit-Maschine anwarfen. Auch vereinzelte Stagediver wurden gesichtet, doch zwei Helfer auf der Bühne gaben ihr Bestes, um die Fans gar nicht erst auf die Bühne zu lassen, damit kein Equipment beschädigt wurde. Warum baut man keinen Pressegraben auf, wenn man keine Stagediver will? Die Band präsentierte sich sehr gut aufeinander eingespielt, und Songs wie „Massive Execution“ und „Thrash Is Back“ klangen um einiges tighter als auf dem Debütalbum „Spread The Fire“. Doch das Quartett bot auch ein paar neue Songs vom bald erscheinenden Album „Plunging Into Darkness“, die noch ein wenig brachialer tönten als die bereits bekannten Stücke, und fast genauso begeistert abgefeiert wurden. Nach soviel Action braucht man natürlich erstmal eine Pause,und so mussten Jack Slater ohne mich auskommen.

Pünktlich zur Umbaupause machte ich mich auf den Weg zum Essenstand, wo ich von den, trotz eher geringen Andrangs, sichtlich überforderten Bedienungen trockene Pommes, und eine Currywurst (Die „Sauce“ bestand aus Curryketchup der mit Currypulver bestreut wurde…) für 4,50 € erstand, für die Menge war der Preis sicherlich Ok, aber die Damen sollten doch nochmal nachgucken wie man eine Currywurst zubereitet und wie man Pommes frittiert…

Frisch gestärkt gings nun mit den Lokalmatadoren Sniper weiter. Dass die Band jede Menge nationale und internationale Erfahrung gesammelt hat, merkte man von Anfang an, da störte es auch nicht, dass die Gitarre von Sänger und Gitarrist Rupert Niegert, der mit zerrissener Hose und Pacman-Boxershorts auftrat (Anm. d. Verf.: Wo bekommt man sowas her???) nach ein paar Songs den Geist aufgab und er das Instrument zur Seite legen musste, und daraufhin versuchte, nur zu singen, was ihm ebenfalls sehr gut gelang. Sehr bald reichte ihm dann Niklas, der Drummer der Band Preach, eine Ersatzgitarre. So konnte man das Death-Thrash-Black-Geballer wieder mit dem gewohnten Druck vernehmen. In den Ansagen wurde wieder, wie üblich, herumgealbert und man bedankte sich brav bei Mama und Papa, die ebenfalls anwesend waren. Mal wieder ein großartiger Gig, dieser Band, die eigentlich schon einiges bekannter sein müsste…

Ich weiß nicht wie, aber irgendwie schafften Drone es da noch einen drauf zu setzen. Mal abgesehen von Drummer Felix Hoffmeyer stand keines der Bandmitglieder länger als eine Minute auf seinem Platz, auch der Neuzugang am Bass, Fabian Harms fügte sich perfekt ins Bandgefüge ein und zu Hymnen wie „Welcome To The Pit“, „T.I.A.“ und „Theopractical“ rotierte der Circle Pit.

Bei Obscura hingegen war der Partyfaktor um einiges geringer, was nicht nur an der sehr technischen und progressiven Musik der Band lag. Doch auch die Performance der Band konnte gegen die beiden fast schon hyperaktiven Vorgängerbands eher wenig anstinken, und mit einem Spruch wie „Haben wir zu viele Noten oder was?“ macht man sich auch nicht unbedingt Freunde im Publikum.

Pünktlich zu Violator kamen dann auch die Kuttenträger wieder zahlreich vor die Bühne, und das, was vorher schon bei Fueled By Fire funktionierte, klappte auch hier, Circle Pits und diesmal auch genug Stagediver, dass die beiden Herren auf der Bühne überhaupt nicht alle gleichzeitig hinunter befördern konnten. Beim letzten Song „The Plague Never Dies“ stürmte dann das halbe Publikum die Bühne, um mit der Band zu feiern, dabei wurde auch der Lead-Gitarrist von Drone Marcelo Vasquez gesichtet.

Insgesamt ein sehr schönes, familiäres Festival, das mit einer guten Bandauswahl und einem großartigem Gelände glänzen konnte. Der Sound war zwar nicht immer das Gelbe vom Ei, aber zu jeder Zeit vollkommen Ok. Auch an den Eintrittspreisen (14 € + Geb. VVK, 19,50 € AK) kann man nicht meckern. Am Eingang zum Gelände sollten nur in Zukunft genauere Kontrollen durchgeführt werden, denn zu späterer Stunde entdeckte man doch einige Glasflaschen auf dem Gelände, die auch einige wenige Male die oberen Luftschichten erkundeten. Außerdem sollte man Leute mit Absurd-Shirts sofort und ohne Diskussion vom Gelände verweisen…

Trotzdem: Bis nächstes Jahr!

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