Sirius luden zum nunmehr zweiten Metalbattle in der Ibbenbürener „Scheune“ ein, und Die in Grey, New World Depression und Nihilion stellten sich. Mit einem derartigem, für einen (fast) reinen Death Metal Abend ungewohnt großen Besucherandrang hätte allerdings kaum einer gerechnet in Ibbenbüren.


Als erstes betraten Die in Grey mit geringer Verspätung den Ring. Der erste Schlag saß, der irgendwo zwischen Metalcore und Death Metal angesiedelte Mischling ging direkt ins Blut und in den Nacken; die ersten Haare flogen und auch erste Moshpits wurden gestartet. Bis auf zwei oder drei ruhigere Passagen boten Die in Grey nonstop Action. Von diesem Quintett wird man hoffentlich in Zukunft noch hören!

Es folgten New World Depression. Auch die Death Metaller aus Emsdetten hatten das Publikum auf ihrer Seite, vor der Bühne war ordentlich was los, auch wenn eine kleine Gruppe etwa 13jähriger (geschätzt) Ibbenbürener etwas Angst hatte vor den Größeren und Stärkeren, die den Moshpit für sich beanspruchten. Aber jeder fängt mal klein an, so auch New World Depression, die jedoch ordentlich zum Mitmachen einluden. Vor allem der im vornherein als Nackenbrecher bezeichnete „Master of Humiliation“ groovte und machte seinem Namen alle Ehre. Der Sound war manchmal etwas undifferenziert, aber egal – wir sind schließlich auf einem Death Metal Konzert und nicht in der Oper. Nichtsdestotrotz war es mittlerweile verdammt laut, und die jüngeren Besucher lernten gleich ihre nächste Lektion: Mehr Lautstärke macht keine bessere Musik, und manchmal ist weniger mehr, was in diesem Fall für Musik wie für die Ohren des Publikums galt.

Bei dem nun folgenden Auftritt von Sirius präsentierte sich die Band gewohnt souverän: absolute Spielfreude, Spaß und Albereien auf der Bühne, abgestimmtes Zusammenspiel und, selbstredend, beste Musik. Ersichtlich wird dies an der offiziellen Stilbeschreibung: „Pussy Assgrinding Barbeque DeathThrashCore“. Hört sich an wie: Spaßige Texte mit todernster Musik. Denn wenn eine gehörige Portion Spaß im Vordergrund steht, sind Sirius keineswegs eine Lachnummer und als Band durchaus ernst zu nehmen. Abgesehen von einer kurzen, durch eine gerissene Gitarrensaite verordneten Pause präsentierten sie ein durchgehendes Inferno, bei dem der Spannungsfaden eigentlich nie abriss. Auch während der Pausen zwischen den Stücken präsentierten sie so manches und bewiesen, dass sie sich selbst mindestens so gut wie dem Publikum gefallen.

Als „Rausschmeißer“ kamen nun die Münsteraner Nihilion zum Einsatz. Sie legten sehr viel Wert auf Technik, was man auch gut zu spüren bekam: hohe technische Versiertheit, saubere Arbeit und auch bei schnellen Soli wurde nicht herumgefitzelt, sondern sauber und gut gespielt. Sänger Lusch bewies viel Engagement und eroberte das Herz des Publikums, das die Band alsbald mit reichlich schwingenden Haaren belohnte. Für einen Moshpit, wie er bei den anderen Bands zelebriert wurde, war der Abend doch etwas zu spät und der Alkohollevel etwas zu hoch. Letztlich blieb sie als eine weitere ernst zu nehmende Band in Erinnerung, die stark von ihrer technischen Orientierung profitiert.

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