Das Motto des Metalcamps im Jahr 2006 hatte gelautet: „Hell Over Paradise“. Genauso gut hätte man es allerdings auch auf das diesjährige große Treffen vom 16. bis zum 22. Juli der weltweiten Metalfamilie im slowenischen Tolmin anwenden können. Es hatte den Anschein, als sei der Höllenfürst persönlich hervorgekrochen und hätte seine Wirkungsstätte in den Nordwesten Sloweniens verlegt..

Dafür sprachen auf jeden Fall die Temperaturen, die an einigen Tagen die 40 Grad-Marke um ein Weites überschritten.

Das sorgte natürlich dafür, dass sämtliche Besucher ihre Zelte jeweils schon spätestens um neun Uhr verlassen mussten, wollten sie nicht bei lebendigem Leib gekocht werden. So blieb wenigstens genug Zeit die wirklich malerische Gegend zu bewandern und zu bewundern oder sich an einem der beiden eiskalten und glasklaren Gebirgsflüsse direkt am Festivalgelände abzukühlen. Und somit hätten wir auch eine geschickte Überleitung zum diesjährigen Metalcamp-Motto: „Headbangers Holidays“.

Das diese mehr als gelungen sind, dazu hat nicht zuletzt die gute Organisation der Slowenen beigetragen. Von Anfang an konnte sich das durchweg freundliche und fast durch die Bank mehrsprachige Service-Personal einen Namen machen, das sogar jeden Tag mit Müllsäcken zum Aufräumen über den Campingplatz wanderte. Das größte Lob muss allerdings wohl der Toilettensituation gelten. Während des ganzen Festivals war nicht ein Dixi im schlechten Zustand zu finden. Die Plastikboxen wurden vielmehr mehrmals am Tag geleert und gesäubert. Davon kann sich wirklich so manches andere Festival eine Scheibe abschneiden.

Das gilt übrigens auch für die im Vergleich recht günstigen Preise an den Ständen auf dem Festival- und dem Campinggelände. Ein Liter Wasser beispielsweise wurde für einen Euro angeboten. Lediglich das Pfandsystem, bei dem man neben dem Becher auch noch einen Button oder ein Feuerzeug abgeben mussten, war etwas undurchsichtig und sorgte für Verwirrung. Ausserdem entstanden zu Stoßzeiten auch schnell große Menschenhaufen vor dem Eingang zum eigentlichen Festivalgelände, da dieser keine vernünftige Schleuse aufwies, sondern lediglich von mehreren Absperrgittern gebildet wurde, durch die maximal zwei Menschen gleichzeitig gingen.

Aber bei all den schönen und angenehmen Umständen sollten wir eines nicht vergessen: Die Musik stand beim Metalcamp natürlich im Vordergrund. Leider war zu Beginn des Festivals die große Metal-Stage noch nicht fertig gestellt, so dass an den ersten beiden Tagen alle Bands auf der Talent Forum-Stage spielen mussten. Hier war der Zuschauerraum allerdings wesentlich kleiner, wodurch sich bei Bands wie Sepultura oder Korpiklaani schnell eine Überlastung ergab. Lobenswert ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass die Veranstalter für diese Fälle schnell noch die beiden Leinwände von der Metalstage herüberschafften.

Negativ stieß dabei die Tatsache auf, dass es die slowenischen Mischer mit dem Druck ein wenig zu gut meinten. Eigentlich alle Bands hatten damit zu kämpfen, dass der Sound zu sehr auf das Schlagzeug ausgerichtet war und so gerade die Bass Drum schnell mal gefühlvollere Gitarren- oder Keyboard-Parts einfach übertönte und unhörbar machte.

Die Ehre das Festival zu eröffnen hatten die Amerikaner Animosity. Da sie aus der Bay Area stammen sollte man meinen, sie hätten sich dem Thrash verschrieben. Aber weit gefehlt! Was die Jungs hier präsentierten war eine Mischung aus Death-Metal und Hardcore. Bei einigen Wenigen kam dieser doch recht eigenwillige Stil gut an. Alle anderen genossen einfach die Vorfreude auf das Festival noch ein bisschen länger oder vergnügten sich noch für eine halbe Stunde in einem der beiden Flüsse.

Anschließend betraten Prospect aus der slowenischen Hauptstadt Ljubljana die Bühne. Diese fünf konnten schon einige Menschen mehr für sich begeistern. Wer allerdings der Meinung ist, das läge am Heimvorteil, hat weit gefehlt. Der Progressive Metal der Slowenen, der vage an Dream Theater erinnert, ist sowohl etwas für Fans anspruchsvollerer Strukturen als auch für diejenigen geeignet, die auf Eingängigkeit stehen. Eine echte Überraschung. Es sollte nicht wundern, wenn wir in Zukunft noch einmal etwas von dieser Band hören werden.

Progressiv blieb es auch am Abend: Den vorletzen Slot an diesem Dienstag hatten Deadsoul Tribe inne. Und auch bei diesem Quartett wurde einmal mehr deutlich, das musikalischer Anspruch nicht immer auf Kosten der Eingängigkeit gehen muss. Dazu waren die Herren auf der Bühne auch noch sichtlich gut aufgelegt und hatten Spaß daran, den Fans ihr Material näher zu bringen. Diese dankten es ihnen natürlich mit entsprechenden Reaktionen, so dass sich ein würdiger Gig für diese Spielzeit entwickelte. Das Tüpfelchen auf dem I dürfte dann allerdings die Tatsache gewesen sein, dass von der Combo noch ein Song des kommenden Albums “A Lullaby For The Devil“ vorgestellt wurde, der sich wundervoll in die Setlist einpasste.

Was folgte war ein herber musikalischer Umschwung. Denn als Headliner für diesen ersten Tag standen Sepultura auf dem Plan. Das die brasilianisch – amerikanische Band für einen komplett anderen Stil steht, dürfte wohl hinlänglich bekannt sein. Umso erstaunlicher erscheint dann allerdings, dass eben jene Fans, die eben noch in sphärischen Melodien schwebten, nun zusammen mit Sänger Derrick Greene fleißig auf und ab hüpften. Die Musiker auf der Bühne gaben alles und so sprang der Funke schnell über. Der Schweiß floss oben auf den Brettern und auch davor reichlich. Das war definitiv die erste Party auf dem Metalcamp; und es sollten noch viele weitere folgen.

Der Mittwoch ließ erst einmal mit weniger spektakulären Bands die Zeit bis zum Abend verstreichen. Dann drängten sich erst einmal vor allem deutschsprachige Fans vor der Bühne. Aber wen wundert das auch? Immerhin hatten sich Die Apokalyptischen Reiter angekündigt. Und diese machten ihrem Ruf, eine einzigartige Liveband zu sein, mal wieder alle Ehre. Allen voran gab Sänger Fuchs das Energiebündel, aber auch seine Bandkollegen standen ihm in Nichts nach. Und schließlich gehören zu jeder Show der Deutschen auch einige Spielchen. So wurde zu „Seemann“ ein weiblicher Fan auf die Bühne geholt, der anschließend zu Dr. Pest in den Käfig musste. Gegen Ende des Gigs gab es dann blaue Bälle, die das Publikum dazu animieren sollten, noch mehr zu hüpfen und ganz am Schluss stand natürlich wie üblich das obligatorische Luftmatratzenrennen.

Von Deutschland aus ging es dann weiter in den hohen Norden Richtung Skandinavien. Korpiklaani präsentierten den Festivalbesuchern ihre Version von Metal. Und spätestens jetzt stellte sich heraus, dass ihre Hummpa Songs bestens zum Feiern geeignet sind. Leider zeigten die Akteure auf der Bühne nicht ganz dasselbe Engagement wie die Fans davor – aber wie sollten sie auch? Immerhin befanden wir uns ja auch am Mittwoch immer noch auf der Talent Forum-Stage, die für eine sechs Mann umfassende Band doch schon ziemlich eng wurde. So blieb den Finnen halt nichts anderes übrig, als ihre Musik mehr oder wenig still stehend in die Menge zu feuern. Diese machte sich allerdings wenig daraus und ging trotzdem ordentlich ab.

Die erste Enttäuschung des Festivals gab es dann bei Doro. Allerdings lag das mit Sicherheit nicht an der Queen of Metal. Im Gegenteil, sie und ihre Mitmusiker gaben auf den Brettern wirklich alles. Es war alles zu sehen, was eine gute Metal-Show ausmacht. Immerhin ist Frau Pesch ja auch lange genug im Geschäft, um zu wissen was sie tun muss, um einen tollen Auftritt zu zeigen.

Irgendwie scheint dieser tolle Auftritt jedoch nicht so ganz beim Publikum angekommen zu sein. Diejenigen, die vor der Bühne waren, feierten zwar ordentlich mit, aber je später es wurde, umso mehr lichteten sich die Reihen bis nachher richtige Lücken entstanden. Bedenkt man die wirklich großartige Show, die sich dort oben abspielte, dann kann man nur vor Unverständnis mit dem Kopf schütteln.

Ab Donnerstag war dann endlich auch die Hauptbühne geöffnet. Und die erste Band, die diesen Platz auszunutzen wusste, war The Vision Bleak. Zwar erhielten die Deutschen keine euphorischen Reaktionen auf ihren Gothic Metal, aber immerhin sorgte die wie immer ansprechende Horrorshow für mehr als nur höflichen Beifall.

Bei Pain sah die Sache dann schon ganz anders aus.

Zwar stieß die Band nicht bei allen Liebhabern von Peter Tägtrens eigentlicher Band Hypocrisy auf Gegenliebe, aber ihr erfrischender Soundder auch elektronische Beats mit einbindet. kam auf dem Metalcamp gut an. Tolmin war einmal mehr in Partylaune. Und dazu hatte natürlich auch das wie immer hervorragende Stageacting des schwedischen Masterminds beigetragen. Der Mann weiß einfach ganz genau, wie er sich auf der Bühne verhalten muss. Scheinbar ist ihm das Musizieren wirklich in die Wiege gelegt worden.

Die Headlinerposition übernahm an diesem Abend allerdings einmal mehr eine deutsche Band: Kreator waren für diesen Abend angekündigt worden.. Für leichte Verwirrung sorgten dabei wie eigentlich fast immer die Ansagen von Sänger Mille. Den Fans allerdings schien das wenig auszumachen. Aber wie könnte man auch zu Hits wie „Violent Revolution“ oder „Flag Of Hate“ nicht abgehen? Und so startete vor der Metal-Stage mal wieder eine große Sause mit deftigen Moshpits. Als kleines Schmankerl für Fans der Deutschen gab es übrigens auf diesem Festival eine auf hundert Stück limitierte spezielle T-Shirt Kollektion.

Ab Freitag wurde es dann etwas stressiger. Wesentlich mehr gute Bands verteilten sich gleich auf beide Bühnen. An dieser Tatsache ließ sich ablesen, dass der Veranstalter wohl trotz der Tatsache, Ferien für Metalheads anbieten zu wollen, auch an das regionale Publikum gedacht hat, dass unter der Woche mitunter noch seine Brötchen verdienen musste.

Den Opener an diesem Tag stellten die Osnabrücker Saronic, die auch die Busse organisiert hatten, mit denen weit über hundert Fans aus ganz Deutschland angereist waren. Leider waren von diesen nur sehr wenige vor der Metal-Stage wiederzufinden. Insgesamt sah es mit Publikum für die Niedersachsen ziemlich übel aus. Daran dürften allerdings auch die immer noch viel zu heißen Temperaturen nicht ganz unschuldig gewesen sein. Die fünf Musiker ließen sich davon allerdings nicht viel anmerken und spielten einen mitreißenden Gig auf energetisch sehr hohem Niveau. Und als dann die Cripper-Sängerin Britta für die letzten zwei Songs mit auf die Bühne sprang, um mit Jojo im Duett zu grunzen, hatte sich die Menschenschar vor der Bühne auf fast schon ansehnliches Niveau erhöht.

Auf der Talent Forum-Stage waren als nächstes Ophidian an der Reihe, die eigentlich Gothic Metal spielen sollten. Ihre Musik klang allerdings eher wie Instrumentenvergewaltigung. Und auch das Stageacting der Combo ist maximal als ausreichend zu kennzeichnen. Also schnell weiter zur direkt neben der Bühne gelegenen Beach Bar und das ein oder andere Kaltgetränk zu sich genommen.

Das war auch bitter nötig, denn immerhin musste man sich ja auf den Auftritt der Hannoveraner Cripper vorbereiten, die ebenfalls auf der kleineren der zwei Bühnen zockten. Und sie rockten definitiv das Metalcamp. Am Ende des Gigs hatte sich vor der Bühne eine beachtliche Menge gebildet, die heftig mit den vier Jungs und ihrer Grunzerin mitmoshte. Denn auch diese vergaßen über das Spielen das Feiern nicht. Und als schließlich für das letzte Stück noch einmal Sardonic-Frontmann Jojo im VfL Osnabrück T-Shirt (!) mit auf die Bühne kam, war die Stimmung für diesen Tag vorerst auf dem Höhepunkt.

Das sollte allerdings bald schon wieder überboten werden, denn auf der Metal Stage hatten sich nun Dew-Scented angekündigt. Und wer von Sardonic und Cripper noch darauf eingestellt war, auf Metal der härteren Gangart zu moshen, der konnte bei der dritten deutschen Band im Bunde gleich weiter machen. Die vier Musiker boten dabei die perfekte Mischung aus harschen Parts und Vituosität, wie man es von ihnen gewohnt ist. Dafür und für ihre energetische Show ernteten sie reichlich Zuspruch.

Ähnlich erging es auch Threshold. Wenngleich ihr leicht progressiv angehauchter Power- Metal auch in eine völlig andere Kerbe schlägt, fanden sich doch genügend Leute ein, die auf solche Musik ordentlich abgehen können. Und mit der nötigen Animation von den Brettern – gerade auch von Sänger Mac – war das nicht wirklich das größte Problem.

Allerdings war alles an diesem Tag Dagewesene nichts im Gegensatz zu der Hölle, die bei Ensiferum – wohl den Headlinern des Herzens diesen Abend – losbrach. Der Platz vor der Bühne war bis zum Bersten gefüllt.

Die Finnen hätten noch nicht einmal wirklich viel machen müssen. Die Fans wären zu Hits wie „Token Of Time“ oder „Iron“ auch fast von selbst derbe abgegangen. Das konnten die Musiker allerdings nicht geschehen lassen und lieferten eine Show auf gewohnt hohem Niveau. Bei dieser Combo passt einfach alles zusammen: Musik, Ausstrahlung und Stageacting bilden eine massive Einheit, die einfach nur Spaß macht. Und den hatten die Festivalbesucher sichtlich.

Was man von denjenigen, die sich Cradle Of Filth anhören mussten, nicht unbedingt sagen kann. Die Instrumentalisten lieferten zwar gute Arbeit, die weitab von jeglicher Kritik liegt. Der Knackpunkt war allerdings einmal mehr Frontmann Dani Filth. Wie schon bei vergangenen Gigs ist das, was der Mann da ablieferte, bestenfalls als schlecht zu bezeichnen. Glücklicherweise endete die Show der Engländer gute zwanzig Minuten eher als geplant, so dass man diesem Angriff auf die Gehörgänge nicht allzu lange ausgesetzt war.

Allerdings fingen dadurch auch Motörhead wesentlich eher an zu spielen, wodurch zahlreiche Fans den Beginn der Show verpassten. Diese war unspektakulär, der einzige mit wirklich gutem Stageacting war wie immer Drummer Mikkey Dee. während Lemmy und sein Gitarrist Phil Campbell eher statisch wirkten. Aber mal ganz ehrlich: Wer hätte bei dieser Band auch etwas anderes erwartet? Und so entspann sich binnen weniger Minuten trotzdem die bei Motörhead fast schon standardmäßige fette Party vor der Bühne. Keine Überraschung bei einer Band, die einen Koffer voller Hits hat, diesen mitbringt und öffnet. Kritiker sagen in diesem Zusammenhang gerne, dass jede Show der Briten gleich und damit auch gleich langweilig sei. Aber immerhin reden wir hier von Motörhead. Wenn diese Band die Bühne betritt, dann brennt in Jedem, der sie hören kann, das Rock’n’roll-Fieber. Punkt!

Am Samstag fand sich wieder eine Masse an guten Bands. Den Anfang machten dabei die deutschen Krypteria. Hingucker bei ihrem Gig war sicherlich die asiatische Sängerin Ji-In Cho, die bei der Herrenwelt sehr gut ankam. Allerdings ist auch ihr kraftvoller Gesang nicht zu unterschätzen, ebensowenig wie die Energie der gesamten Show. Das Quartett erntete mehr als nur höflichen Beifall und machte so seinem Status als Geheimtipp alle Ehre.

Über diesen Status sind Grave Digger weit hinaus. Das deutsche Quintett ist mittlerweile eine feste Institution in der internationalen Metal-Gemeinde geworden. Unüblicherweise präsentierte sich Keyboarder Hans-Peter Katzenburg nicht als Reaper, sondern trat im schwarzen Jim Beam-Shirt mit stylisher Sonnenbrille auf. Aber wer will ihm das bei den Temperaturen auch verdenken? Genug zu sehen gab es dafür allemal auf der Bühne. Zwar hatten die Totengräber außer einem Backdrop keine weiteren Utensilien mitgebracht, aber wenn man Leute wie Chris Boltendahl, Manni Schmidt und Jens Becker dabei hat, die die Bühne so souverän beherrschen, dann ist das ohnehin überflüssig. Wenn die Band dazu dann auch noch Hits der Marke „Rebellion“, „Headbanging Man“ oder „Heavy Metal Breakdown“ im Gepäck hat, dann ist die Party vorprogrammiert, die natürlich auch in Slowenien nicht lange auf sich warten ließ.

Ähnliches gilt auch für die Herner Layment. Während sich bei Beginn ihres Gigs gerade einmal gute zwanzig Begeistere vor der Bühne eingefunden hatten, vervielfachte sich der Haufen bis zum Ende ihres Gigs. Das musikalische Material, das eine Mischung aus allen möglichen Metalstilen, basierend auf einem Power-Metal-Gerüst, bietet, schien ebenso wie die energetische Show zu überzeugen.

Mit zu wenigen Zuschauern hatten Sodom selbstverständlich nicht zu kämpfen. Wenn man wie Tom Angelripper, Bernemann und Bobby Schottkowski zu den festen Größen des europäischen Thrash-Metal gehört, ist vor der Bühne immer reichlich was los. Dafür sorgte natürlich auch nicht zu letzt die Songsauswahl, die im Ausland naturgemäß etwas mehr auf englische Titel setzt als hierzulande. Aber auch die ein oder andere deutsche Perle wie „Wachturm“ durfte nicht fehlen. Und da an diesem Tag noch niemand die richtige Thrash-Vollbedienung bekommen hatten, besorgten das eben die drei Deutschen. Da war die Party natürlich mal wieder vorprogrammiert.

Ähnliches gilt auch für Blind Guardian. Der Raum vor der Bühne war bis zum letzten Winkel mit Fans gefüllt. Als die vier Musiker, die wie üblich noch von einem Bassisten und einem Keyboarder unterstützt wurden, die Bretter betraten, gab es kein Halten mehr. Die Jungs oben gaben alles, um eine gute Show zu liefern – und die Fans unten gaben alles, damit ihnen das auch gelingt: Party, Moshpit, Headbanging, Mitgröhlen.

Das Quartett vrpasste es aber auch nicht, an den richtigen Stellen gefühlvolle Balladen wie „A Past And Future Secret“ oder den fast schon obligatorischen „Bard’s Song“ einzufügen, so dass der Menschenmasse immer mal wieder Zeit zum Verschnaufen und Schwelgen in den wundervollen Melodien blieb. Die beiden neuen Elemente, also Drummer Frederik Ehmke und die Songs des aktuellen Albums “A Twist In The Myth“, fügten sich dabei nahtlos in die Show ein, die wie aus einem Guss gemacht wirkte. Auffällig war dabei jedoch, dass kein einziger Track von dem doch sehr vertrackten Album “A Night At The Opera“ in die Tracklist geschafft hatte. Aber wozu braucht man auch „Under The Ice“, wenn man „Valhalla“ haben kann? Zum Feiern ist letzterer sowieso viel besser geeignet. Und das passierte hier. Lange, ausgiebig und laut.

Als letzte kletterten dann noch die wiedervereinigten Immortal auf die Bühne, welche allerdings so gar nicht meinen Geschmack treffen, weshalb ich mich hier besser beschlossen halte. Jedenfalls ließen die Norweger ein schönes Festival stimmig ausklingen.

Klare Pluspunkte für das Metalcamp sind die schöne Umgebung, das starke Billing und die tollen Rahmenbedingungen. Weniger schön waren, wie angesprochen, der Sound und die Temperaturen. Aber zumindest für letztere kann ja nun der Veranstalter nichts. Wer also einmal ein sehr entspanntes Festival erleben will, das einiges an Urlaubsatmosphäre versprüht, dem sei das Metalcamp wärmstens an Herz gelegt. Zumal die Karte auch nicht wesentlich mehr kostet als bei anderen großen europäischen Festivals. Und dafür bekommt man auch noch gleich eine ganze Woche Festival und nicht nur ein Wochenende. Das sind wahrlich „Headbangers Holidays“.

Billing 2007:

Motörhead, Blind Guardian, Kreator, Doro, Sepultura, Immortal, Cradle Of Filth, Satyricon, Dismember, Deadsoul Tribe, Sodom, Ensiferum, Pain, Korpiklaani, One Man Army & The Undead Quartett, The Exploited, Threshold, Unleashed, Die Apokalyptischen Reiter, Converge, Grave Digger, Dew-Scented, Graveworm, Disillusion, Sadist, Aborted, Born From Pain, The Vision Bleak, Deadlock, Animosity, Krypteria, Eluveitie, In Slumber, Vreid, Prospect, Exterminator, Noctiferia, Leviathane, Eventide, Sardonic, Extrema, Zvier, Low-Chi, Sabaium, Ophidian, Death Mechanism, Cripper, Lost Dreams, The Embodiment, Ragespect, Perishing Mankind, Before The Fall, Midnighstorm, Exarch, Nervecell, Veritas Mentis, Obnounce, Corpse Grinder, D.N.R., Varg, Epsilon, Pinchbeck, Spectre Dragon, Bleeding Fist, Sektor 7, Herfest, Need, Layment, Burden Of Grief, Divinus, Penitenziagite, The Cold Existence, Portikus, Irreverence, Forgotten Eden, Amnesia