Loch Vostok – Reveal No Secrets

Loch Vostok - Reveal No Secrets

Loch Vostok – Reveal No Secrets

Loch Vostok, benannt nach einem unterirdische See der Antarktis, enstanden nach dem Auseinanderbruch der Progressive Metal Band Mayadome im Jahr 2001. Damaliger Drummer Teddy Möller wollte mal was „härteres“ ausprobieren und schwang sich gleich ans Mikro, um bei Loch Vostok zu singen. „Reveal No Secrets“ ist das dritte Studoialbum. Erster, weiterer und letzter Eindruck: Ernüchternd.

Es ist doch wie so oft. Ein paar Jungs beschließen: Wir machen jetzt mal ’ne Band. In diesem Fall wurde entschieden Melodic Death Metal zu spielen. Alles andere ist kaum erwähnenswert. Alle goldenen Regeln dieses Genres werden eingehalten: Ein paar Growls in den Strophen, klarer, meist auch wehleidiger Gesang in den Refrains; Keyboarduntermalung; Singt der Mann am Mikro, gehen alle anderen vom Gas. Bands wie In Flames oder Scar Symmetry können an dieser Stelle als Beispiele genannt werden. Loch Vostok machen ihre Sache nicht schlecht, theoretisch gesehen. Sänger und Gitarrist Teddy kann gut singen, ab und zu erinnert er sogar erstaunlicherweise an Bruce Dickinson! Vor allem in „Thirty Years“. Aber praktisch gesehen, reizt dieses Album kaum. Auch nach mehrmaligem Hören springt kein Funke über. Die Melodien setzen sich aus unscheinbaren 0815-Riffs und ein bisschen Keyboardgeplänkel im Hintergrund zusammen, das mehr als oft einfach nur überflüssig klingt. Und wenn Harmonien als Untermalung gespielt werden, bestes Beispiel „Energy Taboo“, passt es vorne und hinten nicht zum Rest der Band. Aber es muss ja da sein, sonst wäre es kaum Melodic Deatm Metal.

Textlich halten sich Loch Vostok an ein Konzept unter dem Namen: Verlust der Freiheit in der heutigen Gesellschaft, was von verschiedenen Verschwörungstheorien beeinflusst ist. Das ist doch mal tolle, aktuelle Materie.

Trotzdem bleibt der Rest langweilig. Es passiert einfach nichts besonderes. Alles kennt man schon irgendwoher oder es ist leicht vorhersehbar was kommt. Im Prinzip nicht schlimm, wenn die Songs gut gemacht wären. Auf „Reveal No Secrets“ gibt es leider nicht viel davon. Die beiden Punkte gibts für Teddys Stimme und das textliche Konzept.

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Label: Silverwolf Productions
Genre: Melodic Death Metal
Releasedate: 2009-05-29
Web: http://www.lochvostock.com
Punkte: 4

Autor: Kraut

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Bloodline Severed – Visions Revealed

Bloodline Severed  - Visions Revealed

Bloodline Severed – Visions Revealed

Bloodline Severed ist eine Band aus North Carolina, die ihre Stärke im melodischen Death Metal sieht. Desweiteren wurde im April diesen Jahres das Debüt-Album „Visions Revealed“ veröffentlicht. Aha… Sonst noch was?

An dieser Stelle wäre es ideal nun auch genauer auf das eben genannte Album einzugehen. Und darum will ich diese Idee auch promt umsetzen, denn ganz wird diese Gruppe nicht an einem vorbeigehen können. Und was noch viel wichtiger ist: man könnte anderenfalls sogar was verpassen.

Was einem sofort ins Ohr springt, ist die Tatsache, dass hier nicht ausschließlich nur auf Härte gesetzt wurde. Selbst für melodischen Death Metal gibt es weite Strecken, in denen so softer Gesang verwendet wurde, dass man sich schon fast im Emocore wähnt. Zum Glück werden diese doch sehr unschönen Szenen gekonnt von denen, in denen dann doch mehr Energie aufgebracht werden konnte, umspielt, und somit nicht zu sehr in die dominierende Rolle gelassen.

Das größte Manko ist aber eigentlich schon erwähnt. Bloodline Severed klingen nun mal so, als würden sie in wenigen Jahren ihre noch recht harten Wurzeln ablegen und dann mit einer Horde Metalcore-Fans oder Emos durchbrennen, eben weil das dann doch näher am Mainstream liegt, womit ich definitiv nicht den Fluss bei Frankfurt meine (und wehe mich fragt das nochmal einer).

Glücklicher Weise brauche ich die potentielle Entwicklung noch nicht zwingend in mein Gesamturteil einziehen und erfreue mich darum noch ein wenig an den tollen Riffs und schön harten Stellen, mit durchweg positivem Growling. Darum gibt es hier auch noch 3,5 Gitarren, nicht weniger, weil das Ganze doch ganz gut zusammenpasst und nicht mehr, weil ich nicht wirklich einsehe, warum da soviel geweint werden muss.

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Label: Bombworks
Genre: Melodic Death Metal
Releasedate: 2009-04-28
Web: http://www.myspace.com/bloodlineseveredbls
Punkte: 7

Autor: Gou

Warmen – Japanese Hospitality

Warmen - Japanese Hospitality

Warmen – Japanese Hospitality

Warmen. Der Name klingt wie eine Power Metal-Band. Stattdessen verbirgt sich hinter den Kriegsmännern das zweite Bandprojekt vom Children Of Bodom Keyboarder Janne Warman. Unterstützt wird er von seinem Bruder Antti Warman an der Gitarre. Daher also der Name. Neben festen Besetzungen am Bass und den Drums gibt es wieder einmal eine Reihe von Gastmusikern, die sich am Gesang abwechseln. Resultat ist das vierte Album namens „Japanese Hospiatlity“, welches Mitte August veröffentlicht wird.

Gleichnamiger Opening-Track ist rein instrumentalisch, stark keyboardlastig und leider unglücklich gewählt. Ein fast viereinhalb Minuten Stück ohne Gesang und lauter Keyboardsoli gleich am Anfang passt irgendwie nicht. „Japanese Hospitality“ ist nun wirklich keine Leuchte auf dem Album, und langweilt eher als dass es neugierig auf den Rest macht. Mit durchwachsenem Eindruck geht’s weiter zu „Eye Of The Storm“. Diesmal mit Gesang von Timo Kotipelto von Stratovarius. Aber auch dieses Lied ist eher langweilig mit typischem Power Metal-Chorus und Keyboardklängen, die man schon mal bei Children Of Bodom gehört hat.

„Goodbye“ mit Gesang von Jonna Kosonen (das ist eine Frau, bei den Finnen weiß man ja nie so recht…) klingt da schon besser, aber immer noch nicht gut. Erst bei Track Nummer vier platzt der Knoten. Diesmal nimmt das Tempo deutlich zu, es gibt mehr Gitarren, weniger Keyboard und die Stimme vom ehemaligen Thunderstone-Sänger Pasi Rantanen gibt gehörig seinen Senf dazu. Also, geht doch! Der Rest ist wesentlich besser. Die Songs erinnern alle stark an Children Of Bodom was einfach nur am Stil von Keyboarder Janne ist, immerhin ist es sein Projekt, aber durch die verschiedenen Gastsänger ist das Album vielseitig geworden und beinhaltet richtig gute Highlights. Gemeint ist „High Heels On Cobblestone“ mit Alexi Laiho. Das ist so typisch Kinder vom Bodom See, typischer gehts gar nicht. Der Song könnte genauso gut auf „Hate Crew Deathroll“ erschienen sein. Außerdem ist noch „Black Cat“ von Janet Jackson gecovert als Überlied zu nennen, wieder gesungen von der finnischen Sängerin Jonna. Das Lied macht einfach Spaß beim Hören, was dem lässigen Groove, der tollen Melodie und dem rockig, frechem Gesang zu verdanken ist. Das zweite Cover auf dem Album ist „Seperate Ways“ von Journey, wieder von Pasi eingesungen. Schnulziger Text, aber ein wahrlicher Ohrwurm und gut gelungener Abschluss.

Fazit: Fünf von zehn Songs hauen richtig rein, die anderen fünf eher nicht. Fans von Children Of Bodom sollten sich trotzdem angesprochen fühlen, denn Warmen gehen musikalisch stark in diese Richtung, vom Gesang her mal abgesehen.

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Label: Spinefarm Records
Genre: Progressive Metal/ Melodic Metal
Releasedate: 2009-08-26
Web: http://www.warmen.org
Punkte: 6

Autor: Kraut

Jackal – IV

Jackal - IV

Jackal – IV

Ein Mann an Bass, Gitarre und Schlagzeug und ein Mann am Mikro. Das sind Jackal aus Dänemark, die sich wiedergefunden haben um nach längerer Auszeit wieder Musik zu machen. Warum? Die anderen Projekte von Sänger Brian Rich waren nicht gerade von Erfolg gekrönt, Warum? Hört man sich „IV“ an, weiß man warum.

Nach einem einminütigem Intro mit Schwertgeklimper und paar Trommelschlägen und einem abschließendem Kriegsgebrüll gehts zum ersten Song „Reinforcement“, was aus einem einfallslosen Riff besteht, was von der Gesangspur viel zu oft wiederholt wird. Der Gesang wirkt eher improvisiert als einer bestimmten Melodie folgend.

„In To The Core“ ist genauso aufgebaut: Langweiliges, einfach nur anödendes Gitarrenspiel, mehr oder minder schlechter Gesang und das obligatorische Solo. „Angels“ beginnt mit leicht schnulzigem Gitarrengezupfe auf einer Akustikgitarre mit dramatischer Gesangsunterlage. Auch dieses Lied überzeugt nicht.

Der Rest leider auch nicht. Die Songs klingen alle sehr ähnlich. Der Gesang spielt sich immer in derselben Tonlage ab, und mit der Stimme von Rich gelingt das nicht besonders. Carsten Falkenling hat die Instrumente zwar nicht schlecht eingespielt, nur fehlt es an allen Ecken und Kanten an Einfallsreichtum und Originalität. Viel mehr gibt es auch nicht zu schreiben. „IV“ überzeugt mich nicht. Und ich denke, dass Jackal auch nicht sehr weit kommen werden. Vielleicht gelingt es ihnen ja erstmal ein paar Musiker zu finden und ein paar Gigs zu spielen oder eine eigene Homepage zu gestalten. Immerhin letzteres sollte man als Band im Jahre 2009 schon geschafft haben. Myspace tut es heutzutage ja auch schon.

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Label: Pure Steel Records
Genre: Power Metal
Releasedate: 2009-05-22
Web: —
Punkte: 2

Autor: Kraut

Destination Anywhere – You Won’t Bring Me Down [EP]

Destination Anywhere  - You Won't Bring Me Down [EP]

Destination Anywhere – You Won’t Bring Me Down [EP]

Sechs junge Burschen aus Siegen wollen sich nicht unterkriegen lassen. Ihre Waffe ist die Tanz und Sommermusik schlechthin, Ska.

„You Wont Bring Me Down“’ ist bereits die zweite Veröffentlichung von Destination Anywhere. Gespielt wird poppiger Ska-Punk im Stile von Bands wie Less Than Jake oder Reel Big Fish. Leider überschreitet die Band nur selten die stilistischen Grenzen des Ska. Viele Songs sind sehr glatt, teilweise wünscht man sich Ecken und Kanten, die der Band einen gewissen Wiedererkennungswert und eine eigene Note geben würden.

Im Sommer kann man sich „You Wont Bring Me Down“ durchaus anhören, bei schlechtem Wetter wandert die CD dafür umso schneller aus dem CD-Fach.

Anspieltipps sind das melancholische „The Stranger“ und das akustische „Makes My Day“.

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Label: Finest Noise
Genre: Ska-Punk
Releasedate: 2009-08-03
Web: http://www.destinationanywhere.de
Punkte: 6

Autor: Schneider

The Prowlers – Re-Evolution

The Prowlers - Re-Evolution

The Prowlers – Re-Evolution

Die Messlatte für The Prowlers aus Rom liegt hoch: In Italien traut man ihnen durchaus zu, aus dem Windschatten von Bands wie Rhapsody zu treten und den Staat in der internationalen Metal Szene wieder salonfähig zu machen. Sie tourten bereits mit Genre-Größen wie Circle II Circle, haben reichlich Klicks auf ihrer Homepage und MySpace und fallen durch ein professionelles Gebaren mit Deal bei Pure Steel Records auf. Für mich allerdings scheinen diese Erwartungen deutlich zu hoch gegriffen.

Das liegt zum einen am musikalischen Material generell. Mir scheint, als wollten die mittlerweile sechs Musiker krampfhaft etwas Neues machen und vor allem progressiv sein. So ergibt sich ein sehr eigenwilliger Stil, der sich am ehesten als eine Mischung aus Iron Maiden, Kamelot, Rhapsody, Fates Warning, Dragonforce und diversen Projekten von Mastermind Arjen Lucassen charakterisieren lässt. Nun sind das ja alles nicht unbedingt schlechte Einflüsse. Aber schon der Volksmund weiß: Zu viele Köche verderben den Brei!

Und das gilt leider auch für die Musik, die auf diesem Silberling zu finden ist. Grundsätzlich schwankt sie zwischen der Eingängigkeit von melodischem Power Metal und kompromissloser Progressivität. Leider vertragen sich diese beiden Ingredenzien nicht sonderlich. Fangen wir doch einmal beim progressiven Teil an: An und für sich wirkt das Ganze schon ganz gut. Handwerklich beschlagen sind die Musiker allemal. Leider wird diese gute Grundlage immer wieder von absolut belanglosen Melodic Metal Parts durchbrochen, die wohl die Eingängigkeit erhöhen sollen. Hat man sich auf der anderen Seite an schlichten aber durchaus mitreißenden Power Metal gewöhnt nervt einen auf Dauer das pseudo-progressive Gedudel.

Dieses Dilemma wird auch noch durch einige andere Schwächen im Songwritig vergrößert. So sind die Melodien ebenso wie die Riffs und die Gitarrensoli nicht eben neues oder heißes Material. Alles was es auf dieser CD zu hören gibt, hat man auch schon mal bei einer der oben genannten Referenz-Bands gehört. Das gilt insbesondere für die Stimmführung von Sänger Fabio. Dieser an Dickinson angelehnte Gesang war schon nicht mehr neu als Michael Kiske oder Luca Turulli damit auftraten. Im Jahr 2009 hat er seine Berechtigung aber definitiv nur noch bei Iron Maiden oder einer Jungfrauen Cover-Band.

Neben den bereits erwähnten handwerklichen Fähigkeiten gibt es aber immerhin zwei Punkte, die man dieser Veröffentlichung zu Gute halten muss: Zum Einen sind da die ausgefeilten Lyrics. Sie sind wirklich mal frisch und bewegen sich abseits aller Klischees. Dazu bieten sie auch noch interessante Themen. Denn welche Band vertont sonst schon in einem Song einen Ausschnitt aus Caesars „De Bello Gallico“? Zum Anderen wäre da auch noch die Produktion. Tommy Hansen, den man auch als Produzenten von Helloween, den Pretty Maids oder TNT kennt hat mal wieder hervorragende Arbeit geleistet.

Insgesamt ist das Alles aber mehr als zu wenig, um die fast schon euphorischen Reaktionen der Fachpresse und anderer selbst ernannter „Genre-Kenner“ zu rechtfertigen. In meinen Augen handelt es sich bei „Re-Evolution“ um ein unterdurchschnittliches Album einer Band die – und das muss man ihr wirklich zugestehen – durchaus Potential hat. Bis es soweit ist, dass The Prowlers wirklich oben mitspielen können muss allerdings noch viel passieren. Vor allem im Songwriting der Band. Klare Strukturen wären hier sehr hilfreich.

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Label: Pure Steel Records
Genre: Power Metal
Releasedate: 2009-05-22
Web: http://www.theprowlers.com
Punkte: 3

Autor: Deathstorm

Torch – Dark Sinner

Torch - Dark Sinner

Torch – Dark Sinner

Die schwedische Metal Landschaft ist einfach zu skizzieren: Melo Death Metal. Gute traditionelle Heavy Metal Bands kommen hingegen aus den USA oder Großbritannien. Denkste! Mit diesen Klischees ist bei weitem nicht alles gesagt. Bereits im letzten Jahr sorgten die Schweden Enforcer für Furore und bewiesen, dass traditioneller Metal auch auf dem Kontinent möglich ist und dass Schweden mehr zu bieten hat, als die oft doch sehr gleichförmigen Melo Death Combos.

Jetzt stehen auch die alten Recken von Torch wieder in den Startlöchern, um ordentlich in den Arsch zu treten. Mit „Dark Sinner“ haben sie erst einmal ein Best Of Album auf den Markt geworfen. Da steht natürlich immer die Frage, ob die Welt so etwas überhaupt braucht. Und die Antwort darauf lautet bei einer Band, die in ihrem nur 3-jährigen Bestehen in den 80ern gerade einmal zwei Alben und eine EP unters Volk gebracht hat, eindeutig: Nein! Jetzt kommt allerdings der große Knackpunkt. Von dem alten Line-Up von damals ist eigentlich nur noch Sänger Dan Dark übergeblieben. Die anderen Musiker hatten scheinbar keine Lust auf eine Reunion, sodass der Vokalist sich kurzerhand ein komplett neues Team zusammen stellte und die Songs für diese Compilation komplett neu aufnahm.

Ein Kauf lohnt sich deshalb gleich aus drei Gründen: Zunächst einmal haben wir es hier mit einer erstklassigen Band zu tun! Wer auf klassischen Heavy Metal steht, der dürfte an Torch eigentlich nicht vorbeikommen. Grob gesagt handelt es sich hier um eine Mischung aus Accept und Vocals in der Art von Bruce Dickinson. Dazu kommt allerdings noch eine gute Schippe Power und Geschwindigkeit im amerikanischen Stil. Da, ob der kurzen Bandgeschichte aber nur wenige Fans des Genres – und zumal die jüngeren – dieses Juwel kennen dürften, eignet sich „Dark Sinner“ bestens dazu es kennen zu lernen und gleichzeitig alle wichtigen Songs der Band im Schrank stehen zu haben.

Zudem finden sich – und das ist Kaufgrund Nummer zwei – mit „The Dark Sinner“ und „We Will Fight“ zwei neue Nummern auf dem Silberling, die dem alten Material in nichts nachstehen. Sie verströmen Kraft, Power, Motorradgestank und den Flair des guten alten 80er Metals.

Kaufgrund Nummer drei ist dann letztendlich die absolute Professionalität aller Mitwirkenden: Dan Dark hat sich mit Tomi Peltonen von Griffen, Alex Jonsson von Fatal Smile und Kristian Huotari von Griffen fähige Handwerker gesucht, die es verstanden haben seine Vision vom klassischen Heavy Metal toll umzusetzen. Selbiges gilt überigens auch für den Produzenten, dessen Namen leider nicht herauszufinden war. Er hat dem Ganzen ein modernes und knackiges Soundgewand gegeben, welches die musikalischen Stärken des Materials – die ganz klar im Bereich der Power und der gesanglichen Melodieführung liegen – heraus streicht ohne ihm den charakteristischen Charme der 80er zu nehmen.

Eine Kaufempfehlung brauche ich an dieser Stelle gar nicht aussprechen. Wer klassischen Heavy Metal mag und bis jetzt noch nichts von Torch gehört hat, dem empfehle ich einfach nur einmal in dieses Album herein zu hören. Der Kauf stellt sich dann ganz von selber ein! Bleibt nur zu hoffen, dass die Bandgeschichte dieses mal länger andauert als drei Jahre und das die Musiker sich dazu hinreißen lassen auch einmal eine ganze CD mit neuen Material zu veröffentlichen.

Topscore!

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Label: Mausoleum Records
Genre: Heavy Metal
Releasedate: 2009-04-09
Web: http://www.torch.se
Punkte: 10

Autor: Daniel Popp

Hand To Hand – Design The End / Follow The Horizon

Hand To Hand - Design The End / Follow The Horizon

Hand To Hand – Design The End / Follow The Horizon

Hand To Hand aus Florida liefern nach ihrem viel gelobten Debüt „A Perfect Way To Say Goodbye“ nun den Nachfolger namens „Design The End/ Follow The Horizon“ ab. Da Emocore im Jahre 2009 jedoch nicht mehr so sehr angesagt ist, stellt sich die Frage, ob Hand To Hand dennoch überzeugen können.

Nach einem kurzen, eher überflüssigen Intro, beginnt die CD mit dem energischen „State Of Emergency“. Sänger Rob Kellom, das einzig übrig gebliebene Gründungsmitglied der Band, wechselt mühelos von kraftvollen Shouts zu klaren Gesängen, die jedoch nie weinerlich wirken. In Songs wie „I Drew A Portrait In Philly“ werden teilweise elektronische Spielereien verwendet, die das ziemlich düstere Album auflockern. Hand To Hand kommt außerdem zu Gute, dass sie vollständig auf angesagte, stumpfe Breakdowns verzichten, sie setzen lieber auf Atmosphäre.

Fazit: Hand To Hand ist es abermals gelungen ein Album einzuspielen, mit denen sich die Band vor den Großen der Szene wie Thursday nicht verstecken muss. Fans von emotionalem Hardcore mit Metal-Anleihen sollten unbedingt reinhören.

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Label: Lifeforce Records
Genre: Rock/Metal/Emo
Releasedate: 2009-05-08
Web: http://www.myspace.com/handtohand
Punkte: 8

Autor: Schneider

Sunn O))) – Monoliths And Dimensions

Sunn O))) - Monoliths And Dimensions

Sunn O))) – Monoliths And Dimensions

Sunn O))) bestehen seit ihrer Gründung 1998 aus Stephen O´Malley und Greg Anderson, zwei US-Amerikanern. Sie spielen sogenannten „Drone Doom“ (drone engl. brummen)– ein Subgenre des Doom Metal, das als Charakteristika lang gezogene E-Gitarren-Akkorde enthält, die dröhnen und zum Teil verzerrt sind. Die Akkorde sind in kaum merklichem Rhythmus gespielt, hypnotisch, meditativ.

„Monoliths and Dimensions“ ist ihr siebtes Album, für das sie sich vier Jahre Zeit ließen. Diese Zeit scheint sich gelohnt zu haben – mit diesem Album ist ihnen der vorläufige Höhepunkt ihres Schaffens gelungen. Schon beim ersten Hören fällt auf, dass sie sich weiterentwickelt haben und zahlreiche Elemente in ihre Musik integriert haben, ohne ihren Stil zu verlassen: Mit dieser Scheibe bekommt der Drone Doom plötzlich noch ganz andere Dimensionen. Diese außergewöhnliche, musikalische und klangliche Dichte ist auch der Zusammenarbeit mit zahlreichen Musikern für dieses Album zu verdanken. Nach Angaben der Plattenfirma Southern Lord, hatte das Duo z. B. Unterstützung von dem Komponisten Eyvind Kang, dem australischen Gitarristen Oren Ambarchi, von Dylan Carlson und Steve Moore von Earth dem Bläser Stuart Dempster, von weiteren Bläsern und Streichern und einem Wiener Frauenchor sowie von der Sängerin Jessika Kenney.

Das erste episch-lange Stück „Aghartha“ enthält Droneakkorde, die so extrem lang gezogen werden, bis der Ton fast nur noch steht. Hier ist ein Sprecher zu hören, der in ruhigeren Passagen, sehr trocken mit wenig Hall spricht, begleitet von Geräuschen. Stellenweise eher wie ein Dark Ambient-Stück.

Das zweite Stück „Big Church“ unterscheidet sich drastisch, beginnt schon mit dem Frauenchor, der schräge Akkorde singt und fast wie ein Synthesizer klingt. Hier sind allerlei Stimmen und akustische Instrumente zu hören – alles komponiert um die Droneakkorde, die wie ein weiter Klangteppich das Arrangement begleiten und sich immer wieder in den Vordergrund drängen.

Die Nummer drei „Hunting & Gathering“ klingt nun eher wieder nach Sunn O))) so, wie wir sie kennen – bis vielleicht auf den Klargesang gegen Ende des Stücks.

Das letzte Stück „Alice“, das ebenfalls epische Länge aufweist, enthält einen Jazz-Einschlag, der mich beim ersten Hören sehr überrascht hat. Zunächst beginnt das Stück ohne die üblichen Droneakkorde, sondern eher wie ein Dark Ambient-Stück ruhig – die Gitarre klingt mit einem Hall, der Weite und Unendlichkeit suggeriert. Man nimmt sich die Zeit, die Akkorde verklingen zu lassen – nur um wieder anzusetzen. Leere und Weite – ein akustisches Szenario. Ab etwa der Hälfte der Spielzeit ist eine Trompete zu hören, die sich mit Rauschen und nun wieder drone-mäßigen Gitarrenklängen vermischt. Die Trompete verleiht dem Stück plötzlich eine jazzartige Komponente. Sie fügt dem Szenario einen anderen Klang zu – jazzige Disharmonien drängen sich in den Vordergrund, Rhythmus ist zu hören… ein Straßenmusikant, der seine traurigen Melodien spielt, irgendwo in dieser Weite stehend an einer verlassenen Hausecke…

Die CD lässt die bisherigen Sunn O))) Alben weit hinter sich. Absolut herausragendes, richtungsweisendes Genre-Album!

!TOPSCORE!

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Label: Southern Lord
Genre: Drone Doom
Releasedate: 2009-05-29
Web: http://www.myspace.com/sunnofuneraldoom
Punkte: 10

Autor: Blaue Nacht


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