Trollfest – Villanden

Trollfest - Villanden

Trollfest – Villanden

Drei Jahre nach dem letzten Album „Brakebein“ bringen Trollfest nun ihr drittes Album auf den Markt, welches den Namen „Villanden“ hat und aus Viking Metal und Humpaa besteht. Doch funktioniert so eine Kombination?

Trollfest stammen aus Norwegen, machen seit 2004 Musik und zeichnen sich durch Vielschichtigkeit in Musik und Gesang aus. Ich habe zwar versucht mit Humpaa – Viking Metal eine hinreichende Beschreibung zu liefern, doch sind völlig genrefremde Aspekte zu erkennen, beispielsweise orientalische Themen bzw. Instrumente, Volksmusik auf der Ziehharmonika und Ska, um nur drei zu nennen. Diese Einflüsse dann eingewoben in wuchtig schnelle Rhythmen. Es klingt einfach, als hätten sich zufällig einige Musiker auf einer Party getroffen und in fröhlichster Bierlaune entschieden mal zusammen was zu spielen, „ja, warum nicht Metal?“

Aber dann muss noch ein Sänger darunter gewesen sein. Dieser lacht nicht nur infernalisch, nein, er hat eine eigene Sprache. Ein Kauderwelsch aus Norwegisch, Dänisch und Deutsch bildet die Trollsprache der Trollfestjungs. Man hört immer mal ein deutsches Wort aus dem größtenteils geschrieenen Gesang heraus. Wenn man sich dann mal die Titel anschaut und Sachen wie „Der Uhr ist Skanalost schändlich“, „Trinkenvisen“ oder „Per, Pal og Brakebeins Abenteuer“ liest kratzt man sich erstmal am Kopf.

Leider habe ich kein Booklet zur Verfügung und konnte die Lyrics nirgends auftreiben, dennoch kann man gut davon ausgehen, das die Lyrics genauso zurechtgebastelt sind und dennoch, wenn man sie übersetzt, einen Sinn machen. So erzählte das Vorgängeralbum von Brakebein, der hauptsächlich auf der Suche nach Bier war. Dementsprechendes sollte man hier auch erwarten.

Alles zusammen kommt dabei eine ziemlich kranke Mischung raus, die einzigartig klingt und dabei noch nicht mal schlecht, ganz im Gegenteil. Die Band weiß ihre Instrumente zu spielen, und zwar jedes, sei es Akustik, Elektronisch oder Volkstümlich. Wenn man sich hereingehört hat, passt jedes Instrument in das auf den ersten Blick chaotische Geschrammel.

So überrascht dann auch nicht, wenn dann mal ein ganzer Break von einer Ente durchgequakt wird. Vocalist Trollmannen singt, grunzt und kreischt, als würde er morgens tatsächlich zum Bäcker gehen und so Brötchen kaufen, wobei er das bösartige Lachen unterlassen sollte, was mir auf „Villanden“ ausgesprochen gut gefällt.

Das Cover kann daher auch nicht normal ausfallen. Unter dem schleimgrünen Bandnamen ist der Albtraum jedes entenfütternden Rentners abgebildet. Als hätte Gene Simmons sich mit Daisy Duck gepaart, strotzt diese Lederquietschente vor Nieten und stiert mit einem irren Blick.

Sehr geiles Cover.

Um auf meine Eingangs gestellte Frage zurück zu kommen: ja, diese Kombination funktioniert, sehr gut sogar. Spaßiger als Finntroll oder Amon Amarth, Alkoholschwanger wie Korpiklaani und überhaupt nicht langweilig schaffen es Trollfest mit ihrer Musik eigentlich abwegige Ideen zu einem guten Konzept zusammen zu schustern, das dann auch noch gut klingt. Zu diesem Album kann man Schunkeln, Moshen und vor allem Trinken, dieses Album werde ich auf jeden Fall auf die kommenden Festivals mitnehmen. Eines kann man allerdings nur schwer: Mitsingen. Ein schlimmeres Kauderwelsch ist mir lange nicht mehr untergekommen.

Alles in allem 9 Gitarren

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Label: Twilight
Releasedate: 2009-01-09
Web: http://www.trollfest.tk
Punkte: 9

Autor: Sage

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The Faceless – Planetary Duality

The Faceless - Planetary Duality

The Faceless – Planetary Duality

Los Angeles – Stadt der Engel. Doch in mitten dieser Stadt tun sich Abgründe auf, The Faceless donnern mit „Planetary Duality“ direkt auf Deutschland zu und wollen uns mit ihrem zweiten Debütalbum niederblasten. Schon mit ihrem ersten Album “Akeldama”(2005) konnten die Jungs punkten.

Zuerst möchte ich festhalten, dass dieses Album nicht geeignet ist, wenn man nach einer durchzechten Nacht mit lauschiger Musik in den Tag starten möchte. Denn sobald man auf „Play“ drückt, bleiben knappe sechs Sekunden, um sich in Deckung zu bringen. „Prison Born“ bringt in kurzer Zeit das auf den Punkt was den Hörer auf der Scheibe erwarten wird: brutaler Sound, hyper Blastbeat und immens technisches Riffing.

„The Ancient Covenant“und „Shape Shifters“ verlieren nicht an Tempo. Die brutale Atmosphäre ist auch bei diesen Stücken allgegenwärtig. Langweilig wird es jedoch nich, denn die abwechslungsreichen Riffs gestalten jedes Lied sehr interessant. Die tiefen Growls von Derek „Demon Carcass“ Rydquist begeistern mich besonders beim fünften Stück „Xenochrist“. Das gesamte Zusammenspiel ist sehr abwechslungsreich gestaltet und natürlich immer noch monströs schnell, hart und brutal.

„Sons Of Belial“ hat ein sehr ruhiges, langsames Intro. Viel Intensität und Kraft verbinde ich mit dem Stück. Sogar Klargesang wird man in diesem Lied finden! Aber der begeistert mich nicht wirklich. Überraschungseffekt hin oder her, aber passt irgendwie für mich gar nicht zu diesem Lied und erst Recht nicht zu der Band.

Nummer sieben, „Legion Of The Serpent“, von den fünf Jungs ist wieder schneller und bietet ein großes Spektrum an Melodievielfalt. Im Mittelteil ertönt ein Klavier. Sehr pompös und irgendwie sehr verschachtelt, aber genial.

Die letzten Lieder “Planetary Duality I – Hideous Revelation” und “Planetary Duality II – A Prophesies Fruition” gehen fast nahtlos ineinander über (welch Wunder bei dem Titel) und beenden das Album natürlich in brutaler Manier. Wobei auch hier wieder Klargesang auftaucht. Ich weiß nicht warum, aber es passt nicht zu dem Rest der Scheibe. Dann doch lieber das unersättliche Gröhlen des Fronters. Immerhin haben wir inzwischen genug Bands, die mit ihren permanenten Stimmvariationen uns in den Wahnsinn treiben.

Fazit: Sehr gelungen. Ich muss aber dazu sagen, dass ich diese wahnsinnige und bösartige Musik nicht permanent hören könnte, aber dieses Album hat mich schon sehr überzeugt. Die kurze Spielzeit ist nicht dramatisch, schließlich heißt es: Qualität und nicht Quantität. Klargesang hätte raus bleiben können, denn wenn böse, dann richtig böse.

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Label: Lifeforce Records
Releasedate: 2009-02-23
Web: http://www.myspace.com/thefaceless
Punkte: 8

Autor: Susanna

Dysfunctional by Choice – Travelling in Travel

Dysfunctional by Choice - Travelling in Travel

Dysfunctional by Choice – Travelling in Travel

Oh Mist! Gleich beim ersten Song, praktisch beim Intro hängt sich mein Computer auf und gibt nur noch dummes Stottern von sich. Was schreib ich jetzt bloß zum aktuellen Album „Travelling in Travel“ von Dysfunktional By Choice?

Ich denke, ich könnte zum Beispiel mit der Feststellung anfangen, dass sich das Gerät doch nicht aufgehängt hat. War alles nur gewollter Effekt der Band aus Frankreich. Das wiederum, weißt ziemlich deutlich auf den progressiven, fast schon avantgardistischen Stil hin, der von den Parisern praktiziert wird.

Und genau daran ist die Musik auf „Travelling in Travel“ im Besonderen zu erkennen. Man merkt den experimentellen Hintergedanken und auch die vollkommen abstrusen Aufbauten der einzelnen Songs, findet aber gleichzeitig in Gewisser Weise aber auch ein Konstante, an der man sich an den sonst so vollkommen unübersichtlichen Tönen und Stimmen orientieren kann. Woran diese Konstante zu erkennen ist, dass kann ich aber leider auch nicht genau festmachen, ich bin aber trotzdem sicher, man würde sie, und somit auch Dysfunctional by Choice, schnell wiedererkennen.

An sich ist die Musik eindeutig Geschmackssache. Man muss eben die total synthetischen Geräusche, die ab und an Verwendung finden, und die verstellte, manchmal etwas zu freche, Stimme des Sängers, sowie die zum Teil extremen Veränderungen von Song zu Song mögen, sonst wird man sich nur schwer in die Musik hinein versetzen können.

Ich persönlich finde sie grauenhaft. Liegt aber auch daran, dass ich allgemein nicht der größte Fan von Prog Rock oder Avantgard bin. Sonst geht die Sache halbwegs in Ordnung, auch wenn sie hier wohl kaum viele Liebhaber finden wird. Drei Gitarren.

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Label: Drakkar
Releasedate: 2008-11-21
Web: http://www.dysby.com
Punkte: 6

Autor: Gou

Demonizer – Triumphator

Demonizer - Triumphator

Demonizer – Triumphator

Die Belgier mit dem plakativen Namen Demonizer holen mit „Triumphator“ ein heißes Eisen aus dem Feuer. Geschwärzter Thrash Metal, oder andersherum thrashiger Black Metal wird in Reinkultur zelebriert.

Gleich der Opener „Terror, Chaos, Bloodlust, Death“ haut von Beginn an richtig rein und läutet eine dreiviertel Stunde Zerstörung ein. Getragen vom immer präsenten Schlagzeug, rattern die Gitarren ihre thrashigen Riffs darüber, und ab und zu verirrt sich ein kleines frickeliges Solo dazwischen.

Die Gitarren sind sehr höhenlastig abgemischt, was besonders auffällt, wenn mal andere Regionen außerhalb der untersten Saite aufgesucht werden, es entsteht ein kleines Frequenz“loch“ zwischen den Gitarren und Schlagzeug/Bass. Muss aber nicht unbedingt negativ zu bewerten sein. Der Rest des Albums tritt ebenfalls an, die Anlage in Grund und Boden zu stampfen. Man bleibt seinem Stil hundertprozentig treu, die Musik geht direkt ins Blut (und in den Nacken!).

Zwar bleibt beim ersten Hördurchgang recht wenig hängen, doch mit der Zeit kristallisiert die eine oder andere Melodie heraus. Mein persönlicher Favorit ist und bleibt jedoch „Terror, Chaos, Bloodlust, Death“.

Zum Frequenzloch: Es hat auch einen Vorteil. Man hebt sich ein wenig von der Masse der vielen sehr basslastigen Bands ab. Vor allem am Sound dürfte man Demonizer rasch wieder erkennen.

„Triumphator“ ist kein Meisterwerk, kein beinahe-Meisterwerk, nichtsdestotrotz aber ein verdammt gutes Album! 8 Punkte.

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Label: Folter Records
Releasedate: 2008-08-28
Web: http://www.folter666.de
Punkte: 8

Autor: Darkthrone

S-Core – Gust Of Rage

S-Core - Gust Of Rage

S-Core – Gust Of Rage

Weiter gehts’s mit S-Core, einer Band, von der ich zumindest glaube, sie auch vor dieser Rezension gekannt zu haben. Woher weiß ich nicht genau, vielleicht hab ich die Jungs ja bereits als Vorband auf irgendeinem Konzert gesehen. Jedenfalls ein klares Indiz dafür, dass sie nicht mehr ganz unbekannt sind.

Die Franzosen erheben auf ihrer Myspace Seite für sich den Anspruch Metal zu praktizieren, vor allem Death Metal, kombiniert mit einer Portion Hardcore und Thrash. Tatsächlich kommen sie auf diese Weise dem Metalcore gefährlich nah.

Zum Glück wissen die Jungs aus dem Elsass wie sie dieser, aus vielerlei Hinsicht betrachtet, Beleidigung halbwegs entgehen können und konzentrieren sich vornehmlich auf die Komponenten der härteren Gangart. Sie beweisen ihre Hau-Drauf-Qualitäten in Songs, die so von rhythmischer Geschwindigkeit und Growling beeinflusst und definiert werden, dass man schnell merkt, dass es hier nicht nur um Emotionen, sondern um reinen Hass und Wut geht.

Fast ansprechend ist die Spielart der Gitarren, die auf ihre Weisen des Öfteren herausstechen, vor allem als kraftvolle Unterstützung der praktisch dominierenden Drums.

Kurzum: Fans aus der Ecke Pro Pain werden sich die Finger nach diesem Werk schlecken dürfen. Durchaus hörbar, durchaus zu empfehlen, müsste man nur noch ein bisschen die weinerliche Zweitstimme abstellen, die zum Beispiel in „Buried“ auftaucht. Aber ansonsten gut. Acht Gitarren.

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Label: Drakkar
Releasedate: 2008-11-28
Web: http://www.processengaged.com
Punkte: 8

Autor: Gou

Maruta – In Narcosis

Maruta - In Narcosis

Maruta – In Narcosis

Jetzt wollen wir uns doch mal wenigstens ein bisschen mit Kultur befassen und nicht mit dieser stumpfsinnigen Musik, um die es hier dauernd geht. Tauchen wir also ab in die hohe Kunst des Grindcore.

Maruta tun uns dieses Mal den Gefallen unseren Bedürfnissen nach etwas stilvollem zu stillen und servieren uns „In Narcosis“ auf dem Silbertablett. Auf eine hoch intellektuelle Weise haben es Mitchell Luna, Nick Augusto und Eduardo Borja geschafft ein Album aufzunehmen mit, 15 Genretypisch kurzen Songs (nur drei mal über drei Minuten) und wunderbaren Emotionen.

So, jetzt aber Spaß bei Seite. Was die ersten Zeilen gerade ausdrücken ist Folgendes: Marutas neues Album fetzt ziemlich. Das Trio aus Florida macht eigentlich alles richtig um ein Grindcore-Herz mit tiefster Zufriedenheit zu erfüllen. Sprich: Übertriebene Härte, Anständige Rhythmen, zwei verschieden growlende Sänger und heftigen Sounds. Angereichert wird das üble Spiel mit einem Wechsel aus aggressiven und gewalttätigen Passagen.

Matura sind wie eine gefährliche Waffe, deren Konsequenz man nicht vorhersehen kann. Präzise und immer mit voller Energie kann „In Narcosis“ auch mal zu Herzattacken oder Schlaganfall führen.

Fakt ist jedenfalls, dass hier ordentlich was auf die Schlachterplatte gelegt wurde. Für Freunde des Grind sind diese Jungs ein Muss! Und für andere vielleicht ein Sterbehilfeprogramm… acht Gitarren.

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Label: Candlelight Records
Releasedate: 2008-11-28
Web: http://www.myspace.com/maruta
Punkte: 8

Autor: Gou

Bellgrave – Evil Moon

Bellgrave - Evil Moon

Bellgrave – Evil Moon

Klar, das man den Mix aus Death Metal und einer Art Rock erst mal gewöhnungsbedürftig ist. Aber vielleicht unterscheiden sich Bellgrave ja gar nicht all zu sehr von anderen Bands des Death-Genres, wie man auf dem ersten Blick glauben will. Vielleicht liegt diese Wahrnehmung nur an wenigen besonders signifikanten Punkten, die einem gleich ins Ohr springen.

Im Falle von „Evil Moon“ ist, sollte diese These wirklich war sein, der Gesang eine solch auffällige Sache. Auf dem nunmehr dritten Album der Berliner scheint Fronter Danny etwas zu versucht zu haben, das weder wirklich gegrowlt, noch laut „gesprochsungen“ wurde.

Das führt zu ersten Mängeln. Man hat nicht das Gefühl, als würde sonderlich viel Energie darauf verwendet werden, dass die Songs ankommen, beziehungsweise ansprechen. Wenn man wenigstens eines von beiden richtig gemacht hätte, dann wäre eine vernünftige Orientierungsmöglichkeit nicht ausgeschlossen. So hat man hier aber nichts, was den Song prägt.

Trotzdem ist die Stimme, wider der vorhin geäußerten Vermutung, nicht das Einzige, dass stört. Leider kommt es auch in Bezug auf die Instrumente, wenn man sich den Gesang einmal mühsam weg denkt, zu einer äußerst laschen und desinteressierten Spielweise. Zu wenig wirklich appellierende Härte, zu wenig Power in der Gesamtheit. Selbst Gitarren Soli klingen seltsam, bestehen sie teilweise doch tatsächlich nur aus hohem Quieken.

Ich habe ehrlich gesagt Bauchschmerzen Bellgrave überhaupt irgendwo einzuordnen. Das Konzept passt nirgends zu hundert Prozent, darum wird es auch keinem wirklich gefallen können. Na wenigstens ist die Scheibe halbwegs ordentlich produziert worden. Ich will mal nicht so sein, 5 Gitarren sind das dann doch schon…

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Label: Twilight Zone Records
Releasedate: 2008-11-28
Web: http://www.bellgrave.de
Punkte: 5

Autor: Gou

Xiron – A Matter Of Gray

Xiron - A Matter Of Gray

Xiron – A Matter Of Gray

Vergleiche zwischen Xiron und Rebellion liegen nah. Immerhin teilen beide Bands sich mit Michael Seifert denselben Sänger. Die Osnabrücker Band allerdings auf einen bloßen Klon der Band um ex-Grave Digger Mitglied Uwe Lulis zu reduzieren würde ihr nicht gerecht.

Denn zuerst ist da natürlich die zeitliche Komponente. Denn Xiron gibt es schon seit 1998. Einer Zeitpunkt an dem an die Gründung von Rebellion noch gar nicht zu denken war. Und auch wenn Michael zwischendurch bei dem Osnabrücker Quintett ausgestiegen war um sich ganz auf seine Combo in Frankfurt zu konzentrieren wird er von der Osnabrücker Szene doch immer noch eher mit Xiron oder Black Destiny – wo er sich ebenfalls für die Vocals verantwortlich zeigte – in Verbindung gebracht.

Aber auch musikalisch hebt sich die Osnabrücker Band deutlich von Rebellion ab. Hier liegt der Akzent wesentlich weniger auf Power und wesentlich mehr auf Metal. Pethetische oder epische Elemente braucht man auf der aktuellen Scheibe „A Matter Of Gray“ gar nicht erst zu suchen. Hier geht es gradlinig nach vorne. Keine unnötigen Schnörkel, gefrickelte Soli oder andere langatmige epische Parts. Hier haben wir es mit erdigem und rauem Metal zu tun!

Das Grundgerüst dafür stellen Drummer Stefan Kiefer und Basser Marc Kipker zur Verfügung. Sie sorgen mit ihren knackigen Rythmen vor allem dafür, dass die Musik schnell und direkt nach vorne prescht und zu jeder Zeit bangbar erscheint. Fast schon perfekt um Party zu machen. Der erdige Eindruck wird zudem noch durch die tief gestimmten Gitarren von Christian Nülle und David Mrohs verstärkt, die mit ihren fetzenden Riffs alles weg blasen. Zudem liefern sie auch tolle Melodiebögen und einprägsame Soli ab, die allerdings zu keiner Zeit belanglos vor sich hin dudeln, sondern immer im rechten Moment zu Ende sind.

Wenn es um die Beurteilung der Leistung von Sänger Michael Seifert geht tauchen natürlich zwangsweise wieder Parallelen zu Rebellion auf. Ein Shouter kann seinen Stil eben nicht von Band zu Band umstellen. Insgesamt fällt aber auf, dass er sich mit seiner Stimme bei Xiron eher in dunkleren Gefilden aufhält und so auch noch einmal zum erdig-knackigen Gesamteindruck beiträgt.

Über die Produktion der Osnabrücker Trollheim Studios braucht an dieser Stelle eigentlich gar nichts gesagt zu werden. Sven Sievering ist ja bekannt dafür bei Osnabrücker Combos die Regler immer auf die richtigen Positionen zu setzen und so für kraftvollen Sound zu sorgen. Lediglich an dem Artwork scheiden sich die Geister. Markus Vesper hat ein Cover im 3D orientierten Comic Stil erschaffen, das die Thematik des Albums (Oscar Wilde’s Roman: Das Bildnis des Dorian Gray) wiedergibt. Dieser Stil ist allerdings Geschmackssache. Ich enthalte mich da mal eines Kommentares.

Innovation wird auf „A Matter Of Gray“ zwar nicht sonderlich groß geschrieben. Es handelt sich schlichtweg um erdigen Power Metal der in die Richtung amerikanischer Bands wie Iced Earth geht und deutliche Anleihen im Heavy Metal aufweist. Wer allerdings auf erdigen und bangbaren Metal steht, der sich zudem noch durch Singalong- und Ohrwurm-Charakter auszeichnet, der kann bei Xirons neustem Output eigentlich blind zugreifen. Enttäuscht werden wird er sicherlich nicht!

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Label: Eigenproduktion
Releasedate: 2008-12-06
Web: http://www.xiron.org
Punkte: 8

Autor: Daniel Popp

Torian – Thundertimes

Torian - Thundertimes

Torian – Thundertimes

Lange ist es her, dass wir zum letzten Mal was von Paderborns Power Metal Flagschiff Torian gehört haben. Ganze vier Jahre ist es her, dass die Jungs ihr Debütalbum “Dreams Under Ice” releast haben. Jetzt folgt mit “Thundertimes” endlich der Nachfolger. Und eines kann ich gleich vorweg nehmen: Die Jungs sind mächtig gereift!

Musikalisch gesehen ist das was uns auf dem Album geboten wird immer noch sehr melodiöser Power Metal. Allerdings sind die Stücke mittlerweile variabler und schauen auch einmal über den musikalischen Tellerrand hinaus. Vor allem Anleihen aus dem Thrash und dem Heavy Metal sind deutlich heraus zu hören. Dabei bestechen die einzelnen Tracks vor allem durch ihre hohe Variabilität. Die bolzenden Thrash Merkmale können noch so ausgeprägt sein. Trotzdem führen die Songstrukturen über ausgeklügelte Bridges und tolle Soli immer wieder zurück zu den hoch melodiösen Refrains.

In den vier vergangenen Jahren hat sich allerdings nicht nur der Sound des Quartetts weiter entwickelt. Auch im Line-Up gab es einige Änderungen. So sitzt schon seit einer ganzen Weile Manuel Gonstalla hinter der Schießbude. Und was der Junge abliefert ist wirklich beeindruckend! Das Drumming besticht – wie schon das musikalische Material – durch seine hohe Variabilität. Breaks, Doublebass Attacken und perfekt getimtes Beckenspiel sind nicht gerade einfach zu spielen. Für Manuel scheint dies allerdings kein Problem zu sein! So schafft er es gemeinsam mit Basser Bengt Kunze – ebenfalls ein neuer Mann – ein knackiges Rythmus-Gerüst zur Verfügung zu stellen.

Auf dieses können dann die beiden Gitarristen Carl Delius und Alexander Thielmann zurück greifen, die mit ihren Instrumenten immer den richtigen Ton treffen. Mal hauen sie amtlich rockende Riffs raus, mal gibt es gefühlvolle Melodien, mal schöne Soli. Und oft kommen die beiden Sechsaiter auch zweistimmig zum Einsatz, was den sehr variablen Gesamteindruck des Materials noch erhöht.

Als letzter Musiker findet sich noch Sänger Marc Hohlweck im Line-Up von Torian und er zeigt auch auf „Thundertimes“ das, was schon den Charme von „Dreams Under Ice“ ausgemacht hat: Klaren und druckvollen Power Metal Gesang, der sich vor allem durch die unglaubliche Power von Marc Stimme auszeichnet und nach geshouteten Parts und gefühlvollen Melodien immer wieder in singalong Parts endet, welche das musikalische Material sehr eingängig machen.

Zwei der zehn hervoragenden Titel seien hier besonders hervor gehoben, wenn auch alle es ob ihrer Qualität erwähnt hätten erwähnt zu werden. Für mich das stärkste Stück der Scheibe ist „Stormbringer“. Doublebass-Gebolze, eingängige Riffs, starke Melodien und ein zum Mitsingen geeigneter Refrain bilden gemeinsam einen Track der dem geneigten Osnabrücker schon deshalb interessieren sollte, weil es hier thematisch um die Varus-Schlacht geht, die ja bekanntermaßen in unmittelbarer Nähe der Hasestadt statt fand.

Der zweite Titel der hier nicht unerwähnt bleiben soll ist der Longtrack „Eternal Dreamless Sleep“. Bei einem fast 13 Minuten dauernden Track erwartet man eigentlich ausufernde Epik. Aber nichts da! Der Song wartet mit den heftigsten Thrash Metal Attacken auf, welche das ganze Album überhaupt zu bieten hat. Allerdings kumulieren diese immer wieder in melodischen Soli, dem ebenfalls sehr melodischen Refrain und (dies mal tatsächlich) epischen Bridges.

Auch die Produktion soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. War sie doch eigentlich das größte Problem des Vorgängeralbums „Dreams Under Ice“. Im Paderborner Dream Quest Studio ist dieses mal ein Sound entstanden, der sich vor allem durch seinen hohen Druck auszeichnet. Auch die Drums klingen endlich so wie sie klingen sollen und gehen derbe ab. Für meinen Geschmack sind sie allerdings noch ein bißchen weit im Hintergrund.

Deshalb und weil Torian wohl noch ein wenig heftiger werden müssten um jedem Metal-Fan zu gefallen schrammt „Thundertimes“ knapp an der Höchstpunktzahl vorbei. Wer allerdings auf melodischen Metal steht, der gerade nach vorne los geht und als I-Tüpfelchen noch mit mehrstimmigen Gitarren der Marke Iron Maiden aufwarten kann, für den ist dieses Album genau das richtige.

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Label: Sound Guerilla / DA Agency
Releasedate: 2009-01-23
Web: http://www.torian-legion.de
Punkte: 9

Autor: Daniel Popp

Suidakra – Crógacht

Suidakra - Crógacht

Suidakra – Crógacht

Mit dem für viele Pagan-Bands üblichen langsamen, atmosphärischen Intro „Slán“ beginnt das neueste Werk von Suidakra. Eigentlich bedeutet Slán Abschied auf Gälisch, aber in diesem Fall ist es der Anfang zu einer Reise. Der Held irischen Cunchulainn tritt seine postmortale Seelenreise an, welche in „Conlaoch“ beschrieben wird.

Der Song ist sehr viel weniger folkig, als man nach dem letzten Album erwarten könnte und geht fein nach Vorne los. Ebenso der für mich stärkste Song des Albums, der das Ziel der Reise, die wundervolle „Isle Of Skye“ besingt. Besonders die Chöre, die beim ersten mal noch befremdlich wirken, sich aber sehr gut in den Song einfügen, verleihen diesem Song einen Hauch der Skye.

Dort angekommen sucht der Held die Kriegerprinzessin „Scáthach“ um von ihr die Kunst des Krieges zu erlernen. Das bei so einem Vorhaben Dudelsäcke nicht fehlen dürfen, sollte jedem Kelten klar sein. Auch hier ein guter Song mit kleinen Cleanvocal-Parts, allerdings wird schon klar, dass das Niveau der ersten Songs nicht gehalten werden kann. Das von Tina Sabel gesungene „Feats Of War“ stellt dann die Ballade dar, die seltsamerweise über einen Speer mit ziemlich fiesen Widerhaken handelt. Trotzdem eine nette Abwechslung.

Hernach wird die CD dann leider etwas seichter. Für Fans von Folk und Black Metal immer noch sehr gut hörbar, aber ohne weitere Überraschungen bis zum wieder starken Schlusspunkt „Baile’s Strand“. Suidakra haben sich hier sicher nicht selbst übertroffen, aber immerhin sichergestellt, das sie in der Fülle der aufkommenden Pagan-Bands oben mit dabei sind und dabei sogar noch auf Humppa oder Odin verzichten können. Stattdessen gibt es Melodien aus den keltischen Landen. Cheers!

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Label: SPV Records
Releasedate: 2009-02-20
Web: http://www.suidakra.com
Punkte: 6

Autor: Zwiebel

Sniper – Your World Is Doomed [Re-Release]

Sniper - Your World Is Doomed [Re-Release]

Sniper – Your World Is Doomed [Re-Release]

Als ich im Jahre 2006 den ersten richtigen Longplayer von Sniper in die Hände bekam wars um mich geschehen. Selten hat mich ein Album derart weggeblasen, und außer Slayers „Reign In Blood“ ist vermutlich auch keine CD so oft in meiner Anlage rotiert wie „Seducer Of Human Souls“.

Nun, anno 2009, erscheint die zweite Veröffentlichung „Your World Is Doomed“ aus 2004 neu. Soundlegende Andy Classen (u.A. Krisiun, Legion Of The Damned und Tankard) verpasste der explosiven Mischung aus Death, Thrash und Black Metal in seinem StageOne-Studio einen neuen Sound, inklusive neu aufgenommener Vocals. Ein neues Cover gab es auch, und auch die Reihenfolge der Songs auf der CD wurde geändert, aber anscheinend hat man das bei den Texten im Booklet vergessen. Egal.

Musikalisch gibt’s, genau wie auf „Seducer Of Human Souls“ ziemlich auf die Fresse, auch wenn die Songs insgesamt noch ein wenig zusammengeschustert wirken, und die Band geht auch noch nicht ganz so filigran zu Werke. Dafür wirken die Songs etwas weniger vertrackt und auch räudiger. Musikalisch ist man, wie bereits gesagt irgendwo zwischen Death, Thrash und Black Metal angesiedelt und schafft es auf äußerst eigenständige Art und Weise diese Genres miteinander zu verknüpfen.

Fazit: Geile Scheibe. Wer „Seducer Of Human Souls“ mochte kann hier nichts falsch machen, genau wie all jene, die sich mit den genannten Genres etwas anfangen können. Und nächstes Jahr hätte ich dann gerne ein „echtes“ neues Album.

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Label: Cremaster Records/Twilight
Releasedate: 2009-02-27
Web: http://www.sniper-metal.de
Punkte: 8

Autor: El Padre

Vengince – As It All Sours

Vengince - As It All Sours

Vengince – As It All Sours

Mit „As It All Sours“ gelingt es den Jungs von Vengince wieder einmal die hungrige Meute zu begeistern. Die Fünf aus Kalifornien lassen zwar nicht die fröhliche Sonne scheinen, überzeugen aber mit musikalischer Aggression und Vielfalt auf dieser Scheibe.

“Inducing an Avalanche” ist das erste Stück. Mir wird schnell klar, dass diese Scheibe sehr interessant wird. Schon im ersten Lied hört es sich teilweise an, als würde ab und zu parallel ein anderes Lied laufen. Stumpfe und relativ melodiöse Parts wechseln schnell. Dennoch ist es passend.

Die Tempowechsel gefallen mir gut. Lied vier “As It All Sours” hat einen sehr genialen Anfang, der dann schlagartig von zart zu hart umschlägt. In der Mitte des Liedes ist ein sehr melodiereiches Gitarrenriff, der vorher durch Cleangesang eingeleitet wurde. Der Klargesang wird nicht Jedem gefallen, weil es irgendwie nicht wirklich passt. Ich finde diese dissonante Spielweise absolut genial.

Das nächste Stück „Torch The Trophy“ ist absolut brachial, hart und intensiv. Ist zwar nicht ganz so abwechslungsreich wie der Vorgänger, bietet aber zum Ende hin wieder einen kleinen musikalischen Exkurs, der dann wieder umschwenkt in einen etwas weniger gelungenen „Anschreipart“.

“Typecast”, Lied acht gefällt mir besonders gut. Die Spielweise ist wirklich amüsant. Viel genauer kann ich es gar nicht erklären. Man muss es sich einfach anhören. Denn selbst die Beschreibung des Genres ist wirklich schwierig. Jedes Lied hat einen anderen kleinen Einfluss, sei es Thrash, modern Metal, Hardcore oder Metalcore.

“Broken Lessons Track” ist einer der drei Bonustracks. Der Anfang ist sehr melodisch, ruhig und „zart“. Natürlich bleibt dieser Zustand nicht lange und der aggressive Sound geht wieder los. Sehr schnell und dann wieder sehr langsam und ruhig.

“Eminence Track” ist das vorletzte Lied, mit einigen Syntheffekten und wieder einmal einigen schnellen, langsamen Parts. Das letzte Lied „Curbed Track” schließt den Kreis. Und hinterlässt einen positiven Eindruck

Fazit: Eine wirklich brauchbare CD. Ich musste sie öfter hören, um richtig Gefallen zu finden. Dennoch ist die Scheibe abwechslungsreich und wird garantiert nicht schnell langweilig.

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Label: Jagermeister Music
Releasedate: 2008-00-00
Web: http://www.vengince.com
Punkte: 7

Autor: Susanna


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Metaller.de CD-Reviews Februar 2009 (aus dem OsnaMetal.de Archiv) Teil 2: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne5,00von 5 Punkten, basieren auf 1abgegebenen Stimmen.
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