Trover – Dawn has broken

Die Beurteilung der Musik von Bands, denen man kein bestimmtes Genre zuordnen kann, ist gleichermaßen interessant, als auch schwer: Man kann sich an keinem schon erarbeiteten Maßstab für dieses oder jenes Genre entlang hangeln. So auch bei Trover´s “Dawn has broken“.

Trover - Dawn has broken

Trover – Dawn has broken

Schon beim ersten Hören hat mich ihr erstes Album mit seinen 10 Tracks positiv überrascht, da kein Song dem anderen gleicht.

Ein kleiner Ausflug in mein Leben: Ich höre mir CD´s gerne zum ersten Mal auf der Autobahn an. Immer wenn ich dann beim Hören einen Bleifuß bekommen, scheint mir die Musik zu gefallen. So auch bei einigen Songs dieser Scheibe.

Track#1 z.B. startet mit einem super Intro und genau so geht es dann auch weiter. Der Hörer wird überzeugt, die CD weiterlaufen zu lassen. „Another victim“ hat zwar auch seinen Reiz, doch irgendwie hatte mir das zu viele Einflüsse aus dem Bereich „Emo“, was mir jedes Mal beim Hören einen Schauer über den Rücken jagt. Zum Glück geht es mit dem dritten Song wieder richtig zur Sache: „broken dreams“ ist eine gute Mischung aus einem großen Anteil Rock und einem bisschen Metal welcher auch hier zur Sparte Core tendiert. Auch die nächsten Lieder kann man sich gut anhören. Bestimmt auch nicht nur ein Mal!

Meinen persönlichen Platz zwei des Albums sichert sich der Song „doom“, bei dem ich in den ersten paar Sekunden an System Of A Down mit „B.Y.O.B.“ dachte, doch die Ähnlichkeit verflüchtigte sich dann auch sehr schnell wieder. Ich hätte auch nicht vermutet, dass Trover irgendwelchen großen Bands hinterher eifern – Das hätten sie wirklich nicht nötig.

Platz eins teilen sich bei mir „cold fire“ und „come nacked“. Beide Songs haben dieses gewisse Etwas. Dabei geht der erste von beiden Songs wieder in die Richtung Core und der zweite bildet einen schnellen, rockigen Abschluss.

Ingesamt betrachtet ist das Album eine gute Produktion und für nur acht Euro dazu noch eine richtig günstige Investition.

Auf einer Scala von 30-Zone bis Autobahn würde ich für dieses Werk wohl die Landstraße vergeben.

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Label: Rich Records
Releasedate: 2008-08-15
Web: http://www.trover.de/
Punkte: 7

Autor: Silent_Noise

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Kreator – Hordes Of Chaos

Kreator - Hordes Of Chaos

Kreator – Hordes Of Chaos

Viel wurde bereits darüber berichtet, dass Kreator ihr neues Album „Hordes Of Chaos“ bei dem „Metal-fremden“ Produzenten Moses Schneider (u.a. Tocotronic und Beatsteaks) aufgenommen haben und soll hier auch nicht weiter ausgeführt werden.

Aber es dürfte nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn jener Moses Schneider nicht bald mit Anfragen von Metalbands aus aller Welt bombardiert werden dürfte, denn eines kann man vorweg schon mal sagen: der Sound der Scheibe (den abschließenden Mix erledigte Colin Richardson) ist der Hammer! Aber nicht nur das, denn der Band ist es gelungen, irgendwo ein „typisches“ Kreator-Album aufzunehmen, sich trotzdem dabei weiterzuentwickeln und ihre Live-Energie auf CD zu bannen.

Denn auf „Hordes Of Chaos“ gibt es viele kleine Details und neue Facetten zu entdecken, die dem Zuhörer vielleicht erst nach mehreren Durchläufen auffallen, der Band aber unheimlich gut zu Gesicht stehen. Vor allem sticht diesmal besonders die großartige Arbeit an den Gitarren hervor, neben den üblichen Thrash-Riffmonstern gibt es viele doppelläufige Gitarrenmelodien und markante Spannungsbögen.

Aber auch Schlagzeug und Gesang brauchen sich hinter den anderen Leistungen nicht zu verstecken. Das Schlagzeug klingt herrlich organisch und Mille schreit sich seinen Frust aus dem Hals, variert seine Stimme aber immer noch oft genug, um nicht eintönig zu klingen. Wie z.B. der Song „To The Afterborn“ beweist. Überhaupt hat das Album eine wunderbare Dynamik und Songs wie „Warcurse“ oder „Amok Run“ dürften sich live zu wahren Granaten entwickeln.

Man kann es nicht anders sagen, aber Kreator haben einfach alles richtig gemacht. Den einzigen Kritikpunkt den man vielleicht vorbringen könnte wäre, dass man sich bei einigen wenigen Songpassagen manchmal ein wenig zu sehr an die beiden Vorgängeralben erinnert fühlt. Dies fällt aber im Gesamteindruck nicht wirklich ins Gewicht.

Vielmehr haben Kreator eindrucksvoll bewiesen, dass sie immer noch auf dem Thron des europäischen Thrash Metals sitzen und ihnen dort so schnell niemand Konkurrenz machen kann. Auch dank des höchst differenzierten Sounds. „Hordes Of Chaos“ ist das erste Highlight im noch jungen Jahr 2009 und gehört in jede(!) Thrash Metal Sammlung!

TOPSCORE!

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Label: Steamhammer
Releasedate: 2009-01-16
Web: http://www.kreator-terrorzone.de
Punkte: 10

Autor: Musiksammler / Carsten Henkelmann

Six Feet Under – Death Rituals

Six Feet Under - Death Rituals

Six Feet Under – Death Rituals

Bei Six Feet Under wird man das Gefühl nicht los, dass die Band ausschließlich vom Ruf ihrer ersten zwei guten Alben und ihrer „TNT“ Coverversion lebt, denn die Veröffentlichungen der letzten Jahre zeichneten sich durch eine erschreckende Belanglosigkeit aus. Mit „Death Rituals“ ist das leider auch nicht anders, sondern verdeutlicht diese Tendenz schon auf fast schmerzvolle Weise.

Während „Involuntary Movement Of Dead Flesh“, der erste Song nach dem Intro, noch einen halbwegs ordentlichen Groove vorweisen kann, versackt der Rest der Scheibe mehr und mehr in völliger Durchschnittlichkeit. Den Songs fehlt es an klaren Höhenpunkten, Wiedererkennungswerten und Chris Barnes klingt so monoton wie noch nie zuvor.

Nur selten unterbricht er sein stumpfes, in nur einer Tonlage liegendes Grunzen zugunsten spitzer Schreie oder einem Krächzen. Weder musikalisch noch stimmlich wird hier wirkliche Abwechslung geboten, die Produktion läßt wirkliche Dynamik vermissen und bereits zur Hälfte der Laufzeit macht sich beim Zuhörer gepflegte Langeweile breit.

Wer keinen großen Anspruch in der Wahl seiner Musik sucht, für den mag die Scheibe ja vielleicht trotzdem was sein. Aber Songs wie der Opener oder Passagen wie die Soli in „Eulogy for the Undead“, die wenigstens etwas Abwechslung bringen, kommen einfach viel zu selten auf diesem Album vor. Auch wenn man es hier mit alteingesessenen Szenegrößen zu tun hat, „Death Rituals“ ist leider nicht mehr und nicht weniger als eine durchschnittliche Veröffentlichung unter vielen.

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Label: Metal Blade
Releasedate: 2008-11-14
Punkte: 6
Autor: Musiksammler / Carsten Henkelmann

Sara Lee – Damnation to Salvation

Sara Lee - Damnation to Salvation

Sara Lee – Damnation to Salvation

„Damnation to Salvation“, das zweite Album der finnischen Gothic Rocker Sara Lee, wäre über die Feiertage beinahe bei mir untergegangen. Mitunter aus Feierlaune und Weihnachtstrubel aber auch aus Verdrängung und Unwillen, denn während die allgemeine Stimmung relativ gut und schwungvoll war, so wirkte dieses Album alles andere als passend.

Typisch düstere Musik, zwar nicht langsam, sondern mit einem angenehm rapiden Tempo, häufig durchsetzt von einer anstrengenden Monotonie im Klangmuster. Sicher, es gibt Abwechslungen von Song zu Song, trotzdem wirkt das Gesamtbild recht ähnlich und hinterlässt einen gewissen Nachgeschmack, der bei mir nicht sonderlich angenehm wirkte. Vergleichbar mit einem Ohrwurm, den man nicht los wird.

Das liegt nicht unbedingt an den Instrumentalisten, denn die machen ohne Zweifel einen guten Job, wirken sicher, die Verhältnisse stimmen zwischen den einzelnen Instrumenten und auch dem Gesang.

Dennoch, die Stimmung ist im Keller. Daran hat für mich der Gesang schuld, der getragen und langatmig daher schallt. Stellenweise scheint die Musik dem Sänger dann doch mal davon zu laufen und dann kommen die Perlen des Albums zum Vorschein: kurze, harte Akzente die von hervorragend gegrunzten Textpassagen gekrönt werden. Sänger Joonas zeigt hier, das er durchaus fähig ist, Spannung aufzubauen doch diese Momente gehen viel schneller vorbei, als man es sich wünschen kann. „Wieso?“ frage ich mich. Denn anschließend folgen wiederum diese getragenen Parts und alles ist wieder bei der Routine angelangt.

Joonas bezeichnete die Musik seiner Band einmal als echten Gothic Rock mit einem Touch Metal. So wie dieses Album klingt sollten die Jungs eher Metal mit einem Touch Gothic Rock machen, die Fähigkeit wäre da und dann auch noch in einer, ohne zu übertreiben, hervorragenden Qualität. Stattdessen wirkt das Album wie eine Art Evanescence mit männlichen Vocals und weniger Variabilität.

Für guten Gothic Rock fehlt meiner Meinung nach ein abwechslungsreicheres Songwriting und vor allem ein Sänger mit ausdrucksvoller Stimme.

Damnation to Salvation wirkt für mich hingegen sehr blass und hohl.

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Label: Firebox
Releasedate: 2009-01-26
Web: http://www.saraleeweb.com
Punkte: 4
Autor: Sage

Seance – Awakening of the Gods

Seance - Awakening of the Gods

Seance – Awakening of the Gods

Und schon wieder eine überflüssige 08/15 Death Metal Kapelle. Diese schimpft sich Seance und bringt am 23.01.09 ihr neues Werk „Awakening of the Gods“ auf den Markt.

Irgendwie hab ich all das, was ihr mir hier um die Ohren fliegt schonmal gehört und irgendwie langweilt mich dies mitlerweile zu Tode.

In dieser Hinsicht zitiere ich mal den allseits bekannten Vollassi Toni: „Immer des gleische rumgemarre un rumgefigge, isch hab da keen Bock mehr drauf“.

Leider hatte ich auch schon nach dem dritten Song keinen Bock mehr, mir das reinzuziehen, weil ich einfach derbst gelangweilt bin.

Und was die Lieder „Flight of the Wicked“ und „Revel in Death“ auf der CD zu suchen haben weiß ich auch nicht.

Ob das irgendwelche sinnlosen Lückenfüller sein sollen oder irgendwelche Hirngespinste der Band musikalisch zusammengewürfelt, ich weiß es nicht.

Aber man muss ja auch die positiven Sachen sehen.

Die Produktion ist allemale in Ordnung, da kann man nicht meckern, auch vom Spielerischen her wissen die Jungs Bescheid und können ihre Instrumente bedienen, aber das ist nunmal nicht alles.

Für diese CD kann ich leider nur 4 Punkte vergeben.

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Label: Pulverised Records/Soulfood
Releasedate: 2009-01-23
Web: http://www.myspace.com/seanceseance
Punkte: 4

Autor: Oliver „ApocalypticWarhammer“ Bextermöller

Viking Skull – Doom, Gloom, Heartache and Whisky

Viking Skull - Doom, Gloom, Heartache and Whisky

Viking Skull – Doom, Gloom, Heartache and Whisky

Ein sehr langer, ungewöhnlicher Name kennzeichnet das zweite Album der Recken von Viking Skull. Ob hinter den verschiedenen Wörtern mehr stecken mag? Lasst es uns herausfinden. „Doom, Gloom, Heartache and Whiskey“ ist bereits das zweite Album des mehr als Spaßband gegründeten Viking Skull, deren Mitglieder alle irgendwie bei Raging Speedhorn beschäftigt waren.

Wenn man das Ganze unter dem Motto Spaß betrachtet, kommt es auch besser hin. Dreckiger Heavy Rock, der nach Bier, Billard und Kneipenschlägereien klingt. Innovativ ist das nicht unbedingt, mehr eine Hommage an die Größen der Musik. Und die sind unverkennbar: Motörhead, Black Sabbath, ein wenig AC/DC, die meisten Songs könnten ein wenig umgestaltet direkt von den Größen stammen. Der gewisse Kitsch darf natürlich auch nicht auf der Strecke bleiben, man trinkt Whiskey (und das aus England!), verprügelt fleißig andere Haudegen, betrinkt sich, geht in die Kneipe, kämpft um die Herzensdame, betrinkt sich, und anschließend betrinkt man sich noch mal.

Wenn man es nun nüchtern betrachtet, bleibt ein durchschnittliches Heavy Rock Album. Aber der Gedanke hinter „Doom, Gloom, Heartache and Whiskey“ zählt eben auch ein bisschen. Dieses Album ist perfekt, um „nebenbei“ gehört zu werden. Bei einer gemütlichen Runde, beim Autofahren, Wäsche aufhängen, CD Reviews schreiben, kochen, betrinken.

Bis auf den letzten Song, indem ein Barpiano und ein paar (eventuell) betrunkene Gesellen auftauchen, existieren keine wirklich schlechten Lieder, aber auch keine überragenden Superhits. Wer mal wieder neue Musik fürs Autoradio oder das nächste Gelage sucht, soll zugreifen! 6 Punkte dafür!

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Label: Powerage Records
Releasedate: 2009-01-23
Web: http://www.myspace.com/vikingskull
Punkte: 6

Autor: Darkthrone

Elite – We Own The Mountains

Elite - We Own The Mountains

Elite – We Own The Mountains

So. Jetzt hab ich mich ne ganze Weile mit AOR Scheiben beschäftigt, wird also mal langsam wieder Zeit auf die alten Pfade zurück zukehren. Elite haben zwar auch was von AOR aber glücklicher Weise sind sie doch ein Stück näher an Black Metal dran, was die Sache weitaus interessanter macht.

Um genau zu sein ist das einzige, was die Jungs mit AOR gemeinsam haben, dass sie auch Musik in ihrem Krach verwenden. Und das ist auch gut so. Denn es braucht immer mal Beweise, dass es auch was anderes anständiges gibt als nur Mainstream orientierten Rock. Und diesen Beweis bringt das Quintett nun schon seit 2001 immer wieder.

Es gibt immerhin sechs, von den Norwegern bespielte, Scheiben. Elite zeichnen sich durch ein solides Black Metal Bild aus, das neben den typischen Spielweisen von Drums und Gitarren aber auch immer wieder melodische Elemente nutzt, was zu einem für das Genre ungewöhnliches Facettenreichtum führt. Mal gibt es ausgeprägte düstere Chor-Gesänge, wenn mal das sonst ziemlich hohe Tempo gebrochen wird, mal wird eine solche Geschwindigkeitsunterbrechung aber auch einfach nur mit lockerem Gitarrenspiel gefüllt.

Es entsteht zwar wie gewollt eine eisige, dunkel schwarze Atmosphäre, doch verlieren die Songs nicht an Spannung, wie es bei anderen Black Metal Aufnahmen oft der Fall ist. Es wird nicht zuviel Wert auf stumpfes doublebass Geplänkel gelegt, es wird aber auch nicht darauf verzichtet.

Kurzum haben Elite einfach ein hervorragendes Mittel gefunden ihre Musik (oder ihren Krach, wie man eben will) mit einem Höchstmaß an Professionalität zu produzieren. Für Freunde des nicht ganz eintönigen Black Metal ist das hier ein Muss und selbst Anhänger anderer Genres könnten an den Klängen dieser Scheibe Gefallen finden. Tolle Sache, volle Punktzahl!

TOPSCORE!

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Label: Folter Records
Releasedate: 2008-08-18
Web: http://www.elitenorway.com
Punkte: 10

Autor: Gou

Hard – Traveler

Hard - Traveler

Hard – Traveler

Also aus Ungarn ist tatsächlich noch nicht so viel Rock zu uns gekommen. Zumindest nicht in letzter Zeit. Dieser Tatsache wollen sich jetzt Hard stellen und veröffentlichen ihr Album „Traveler“.

In Ungarn, so heißt es auf der Myspace Seite von Zlotán „BZ“ Bákty-Valentin, Zlotán Váry, Gábor Mirkovics und Zsolt Cillik, sind angeblich alle Mitglieder der Band schon beliebte und etablierte Mitglieder der dortigen Rock-Szene. Das Ziel der Gruppierung ist es, den Geist des Hard Rock und AOR wiederzubeleben. Dazu wurde das besagte Album aufgenommen und zum Verkauf frei gegeben.

Was das über die Qualität und den Inhalt aussagt? Nicht gerade viel jedenfalls. Ich kenn eigentlich nur Omega, das war's auch schon. Hard siedeln sich tatsächlich stark in Richtung AOR an. Und repräsentieren auch genau das, was sie repräsentieren wollen. Eine ziemlich einfache Ausübung des Genres. Nicht gerade viele interessante Riffs. Das alles ist aber noch kein wirkliches Problem, denn bis zu diesem Zeitpunkt ist das aufgezählte ja nicht unbedingt ein Mangel an musikalischem Vermögen oder gar ein direktes Zeichen für ein schlechtes Album, lediglich vielleicht für ein sehr simpel Gestricktes.

Hard haben aber noch ganz andere Macken. So kann man Sänger Zlotán „BZ“ am besten mit eintönig und anteilnahmslos beschreiben. Noch schlimmer sind aber die Keyboard-Passagen, die da wie eine Orgel klingen, verdammt nervig und unpassend.

Genug jetzt vom Rumgehacke. Diese Jungs haben es immerhin geschafft für ungarischen Music Awards der professionellen Musik nominiert zu werden. So gefällt es also zumindest den Ungarn. Darum fällt mein Urteil auch nicht ultimativ vernichtend aus. 5 Gitarren sind angebracht, für ein Album, das in der Heimat offenbar hoch gelobt, hier aber sicher nicht ernsthaft Fuß fassen können wird.

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Label: Hammer Records
Releasedate: 2008-10-20
Web: http://www.myspace.com/hardhungary
Punkte: 5

Autor: Gou

Cornerstone – Head over Heels

Cornerstone - Head over Heels

Cornerstone – Head over Heels

Ich war eigentlich recht angetan, als ich das erste Mal was von Cornerstone gehört habe. Irgendwie war ich der Überzeugung eine ziemlich rockige Band vor mir zu haben, die viel, aber noch nicht alles von ihrem Potential preis gibt. Ganz so ist der Inhalt von „Head over Heels“ aber dann doch nicht zu beschreiben.

Das Album ist das erste, das Anja Schirmer (Gesang und Gitarre), Stefan Wachelhofer (Gitarre), Hannah Wachter (Schlagzeug) und Michael Wachelhofer (Bass und Keyboard) zusammen aufgenommen haben. Cornerstone selbst existiert aber bereits zehn Jahre länger (1998) und hat so manche Höhe und Tiefe durchlebt. Die nun veröffentlichte Scheibe gehört sicherlich zu den Erfolgen der Österreicher, zumal sie unter anderem eine Tour durch die USA vorbereiten soll.

Leider hat „Head over Heels“ (zu deutsch „Hals über Kopf“) nicht unbedingt den besten Charakter für Fans von zünftiger Rock-Musik. Zwar könnte man den Silberling noch einiger Maßen dem AOR zuordnen, doch selbst dazu wirkt sie ein wenig lasch. Schuld daran ist die langsame und eintönige, praktisch zu langweilige Stimme von Schirmer, die es nicht schafft den Hörer auf die einzelnen Songs zu fixieren. Doch auch die Gitarren Soli erfüllen nicht ganz ihren Zweck, denn dazu sind sie einfach zu selten und angepasst.

Auf der anderen Seite gibt es auch recht gelungene Stücke, wie zum Beispiel „Crises“, eine Balade, bestehend aus Keyboard (als Klavier gespielt) und Gesang. Ein sehr tiefgreifender, emotionaler Song, der tatsächlich äußerst ansprechend ist. Auch das Stück „Something in the way“ hat's nochmal in sich, denn auch wenn er noch nicht alle Rock-Herzen erfreuen kann, ist er doch einer, der ein bisschen was von Rock-Spirit in sich trägt.

Alles in Allem hätte es einfach ein bisschen mehr sein dürfen. Im Gesang mit Höhen und Tiefen zu arbeiten ist ja schön und gut, aber noch besser ist es auch mal etwas mehr, insbesondere mehr verschiedene, Emotionen einzuarbeiten. Hass, Freude oder sonstwas. Hier wars vor allem Gleichgültigkeit. Dennoch vernünftig produzierte Musik, auch wenn sie nicht meine Erwartungen erfüllen konnte, drei Gitarren sind schon drin.

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Label: Atom Records
Releasedate: 2008-10-14
Web: http://www.cornerstone.co.at
Punkte: 6

Autor: Gou

Twisted Sister – Live At The Astoria

Twisted Sister - Live At The Astoria

Twisted Sister – Live At The Astoria

Twisted Sister dürfen alles. Sich reformieren, obwohl das jeder Lurch aus den Achtzigern macht, ein altes Album neu einspielen, weil damit noch jeder auf die Schnauze gefallen ist, ein Weihnachtsalbum aufnehmen, auch wenn das originel wie hundert Meter Feldweg ist. Egal.

Diese Band hat unsterbliche Alben im Gepäck, und man darf wohl dankbar sein, dass sie in den letzten Jahren vorrangig auf die Liveschiene setzt und neue Songs hübsch für sich behält. Auf der Bühne nämlich sind Twisted Sister völlig unschlagbar, eine Liga für sich.

Nix Glam, nix Haarspray-Kapelle, unter Gefechtsbedingungen donnern die Veteranen ihre Hits tonnenschwer und heavy aus der Hüfte und rocken dabei wie nix gutes. Die Setlist dieser Aufnahmen aus dem London Astoria 2004 dürfte jedem bekannt sein, der nur ein wenig in die Geschichte dieser Legende reingehorcht hat – Kracher auf Kracher, die Hütte brennt. Wohl auch deshalb, weil die Herren Schwestern, obwohl optisch mehr als grenzwertig (Jay Jay sieht aus wie eine Wasserleiche, aber das tat er ja schon in den Achtzigern), eine agile Powershow abziehen, aus der man drei Bands machen könnte.

A.J. zeigt, wie schon auf „Still Hungry“, was für ein verdammt energischer Drummer er sein kann, Mark Mendoza, obwohl reichlich moppelig geworden in den letzten zwanzig Jahren, verprügelt wie einst im Mai seinen Bass – und dann hätten wir ja noch Frontsau Dee. Charisma pur! Seine teils ellenlangen Reden mögen dem Rest der Band gehörig auf den Keks gehen, Clown DeMaio sollte sich diese DVD aber mal dringend als Lehrvideo zu eigen machen.

Fazit: Band in Topform, Publikum rastet aus, tolles Konzertvideo. Sieht man mal von meiner grundsätzlichen Abneigung gegenüber Live-DVDs ab (seien wir doch ehrlich, 90% landen in der Abteilung „einmal gesehen, danach verstaubt“), ist das hier ein klarer Pflichtkauf – auch wegen der rauhen, authentischen Produktion, kleinere Verspieler inklusive. Und da es das ganze dazu in CD-Form fürs Auto gibt, kann man auch über fehlendes Bonusmaterial hinwegsehen.

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Label: DVE
Releasedate: 2008-11-17
Web: http://www.twistedsister.com
Punkte: 8

Autor: Andree

Sturm und Drang – Rock 'n Roll Children

Sturm und Drang - Rock 'n Roll Children

Sturm und Drang – Rock 'n Roll Children

Bäm! Hät ich echt nicht erwartet, dass diese Band so rein haut. In Sachen Heavy Metal lassen die sich jedenfalls nichts vormachen.

Und das obwohl ich mit dem Namen Sturm und Drang sicherlich alle möglichen Deutsch-Rock Geschichten verbunden hätte, niemals aber eine Finnische Band dieser Stilrichtung. Wie genau der Name übrigens zustande gekommen ist, darüber ist nirgends Aufschluss gegeben. Nur, dass der Vorschlag dazu vom Vater des Mitbegründers Henrik Kurkiala kam. Ist ja auch egal.

Trotzdem sollte ich hier nicht schreiben, als wären die Skandinavier in irgendeiner Form unbekannt. In Finnland hat die Singel „Indian“ immerhin den ersten Platz in den Charts erreicht und es gab schon viele große Gigs, mit denen sich die Jungs schmücken können. Jetzt gibt es endlich das Neue „Rock 'n Roll Children“.

Und wie ich bereits erwähnte bin auch ich vollauf begeistert. In diesem Konzept stimmt einfach alles. Ausgeprägte Nutzung von Chören, klasse Riffs, die der sonst sehr konstanten Melodie den entscheidenden Schliff geben und auch die Härte ist gut ausgewogen. Viele Songs sind zwar vor allem als Balladen gehalten, aber es gibt auch genügend Momente, an denen man sich an so manche Powermetal Band erinnert. Ohnehin kann man idealer Weise viele Vergleiche ziehen, denn die Gruppe bewegt sich auf einem Terrain, dass nicht ganz unerforscht ist. Mal gibt es Parallelen mit den Scorpions, dann sind es wieder Stratovarius und wieder später sind es Dragonforce, die Ähnlichkeiten aufweisen.

Die noch recht jungen Sturm und Drang sind also keine langweilige Eintagsfliege, sondern ein Multitalent mit viel Potential. Wäre die Musik, die sie hier gemacht haben ein Müsli, so wäre es sicher ein gesundes und leckeres, mit genau den richtigen Zutaten. Ich mag zwar eigentlich überhaupt kein Müsli, weswegen der Vergleich stinkt, aber volle Punktzahl vergebe ich trotzdem gerne.

TOPSCORE!

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Label: Helsinki Music Company
Releasedate: 2009-01-16
Web: http://www.sturmunddrang.fi
Punkte: 10

Autor: Gou

Sir Tobi – Bookshelf E.P.

Sir Tobi - Bookshelf E.P.

Sir Tobi – Bookshelf E.P.

Ganz egal, ob die neue EP „Bookshelf“ der Band Sir Toby seine Freunde hat, sie wird in jedem Fall Probleme haben, sich vermarkten zu lassen. Liegt vielleicht auch an der Musikrichtung, die die Mainzer sich da ausgewählt haben. Indie Rock ist nie leichte Kost.

Besondere Ehre macht sich das Trio für meinen Geschmack aber nicht. Die junge Band versucht sich, was unter Umständen auch gar nicht mal verkehrt wäre, sehr britisch zu geben. Das aber leider wirklich etwas übertrieben und darum mag die Geschichte drüben auf der Insel ankommen, aber hier wird es wie gesagt nicht mehr als eine Handvoll Menschen interessieren.

Das typische unklare Klangbild und die mit Absicht völlig unmelodische gehaltene Stimme sind unglücklicher Weise das einzige, was man hier bescheinigen kann. Wenn selbst große Band ähnlichen Stils, wie The Hives nicht in der Masse ankommen können, wie sollen das ein paar Mainzer machen, die sich leider auch nichts großartiges Neues einfallen lassen, schaffen?

Die Disharmonien und die depressiv, verbraucht klingende Stimme des Sängers verbreiten eher Trübsinnigkeit, obwohl man merkt, dass die Rhythmen möglicher Weise das Gegenteil andeuten. „Bookshelf“ scheint nicht mehr als ein Versuch, oder Experiment zu sein. Ich denke die Hauptintention scheint darin gelegen zu haben, auszuprobieren, wie man deutschlandweit bei der Hörerschaft mit der Musik ankommt. Klar mag es den einen oder anderen Liebhaber geben.

Sollten aber höhere Ziele verfolgt worden sein, so empfehle ich ein bisschen von dem brittischen Geist weg zu lassen und klarere Melodiestrukturen, vor allem im Gesang zu verfolgen. Dann ist das Indie zwar nicht mehr ganz so deutlich, aber die Musik würde hörenswerter in Erscheinung treten. Aber das ist ja nur meine Meinung. Insgesamt gibt es für den Ansatz trotzdem noch motivierende vier Gitarren.

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Label: Finestnois
Releasedate: 2009-01-02
Web: http://www.sirtoby.net
Punkte: 4

Autor: Gou

Ragnarök – Rache

Ragnarök - Rache

Ragnarök – Rache

Die sechs Recken von Ragnarök lassen mit „Rache“ ihren ersten Silberling auf die Welt. Zum Glück entpuppt sich Ragnarök nicht als kitschige Mittelalterrevivalband, sondern vereint den Klang der alten Zeit gekonnt mit Neuem.

Mittelalter Rock. Da denke ich zumindest erst an Dudelsackgedudel, Met und Mittelaltermärkte. Allerdings stehen die „alten Instrumente“ nicht im Vordergrund, es wird Wert auf die Melodien gelegt. Die Gitarre und der Dudelsack wechseln sich mit der Melodie meist ab, ansonsten bildet die Gitarre mit dem Schlagzeug den „Hintergrund“, denn im Gegensatz zu anderen Bands (nicht unbedingt nur aus dem Mittelalterbereich) wird der Gesang als Instrument eingesetzt.

Mittelaltermusik hat einen Vorteil: Egal wie belanglos etwas ist, es klingt immer direkt nach Burgenromantik, Rittern, Lagerfeuern, Burgen und Mittelaltermärkten. Der Schwerpunkt liegt aber nicht im Reenactment der Musik, die mittelalterlichen Instrumente stehen nicht im Vordergrund, sondern unterstreichen nur noch mal die Stimmung der Lieder.

Was ich damit sagen will: Dieses Album macht Tanzlaune, ums Lagerfeuer drumherumspringen, und verbindet gekonnt moderne mit alten Sachen. Überflieger kann man leider in diesem mittlerweile doch ziemlich, nunja, „ausgefüllten“ Genres nicht mehr unbedingt erwarten. Es klingt halt alles wie schon einmal dagewesen. Dafür können Ragnarök aber auch nichts, sie ziehen ihr Ding durch, mir gefällt es, 7 Punkte!

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Label: SPM Records/ Trollzorn
Releasedate: 2009-03-06
Web: http://www.ragnaroeek.de
Punkte: 7

Autor: Darkthrone

DAD – Monster Philosophy

DAD - Monster Philosophy

DAD – Monster Philosophy

DAD, wahlweise auch D.A.D, D:A:D oder D-A-D, veröffentlichen mit „Monster Philosophy“ bereits das zehnte Album ihrer nunmehr 25-jährigen Karriere. Aber DAD? Außerhalb Dänemarks unbekannt, dafür dort umso mehr. Aber doch sollten DAD manchen Recken bekannt sein, waren sie doch Vorband bei dem legendären Abschiedskonzert der Böhsen Onkelz.

Muss wohl gefunkt haben damals, denn dieses Album erscheint auf 3R, das ja mehr oder weniger mit den Onkelz verbunden scheint. Aber hier geht’s ja nicht um die Onkelz, sondern um DAD.

13 Lieder und noch ’n Bonustrack für Europa sind vertreten. Los geht’s bereits mit dem fetzigen „Revolution“, das ebenso wie „Beautyful Together“ und „Chainsaw“ schön flott nach vorn geht. Das andere Spektrum der Geschwindigkeit ist ebenso vertreten, die hübschen Radiohymnen heißen „Nightmare in the Daytime“, „Too deep for me“, „Milk and Honey“, „Night Stalker“ und „If I Succeed“. Besonders erwähnen möchte ich „I am the River“, für mich das beste Stück von den 14, zurückhaltend aber ergreifend.

„Money always takes the Place in Life“ ist so etwas wie eine Mischung der beiden Geschwindigkeiten, die erste Hälfte mutet schon fast Countryhaft an, während es später richtig zur Sache geht. Das titelgebende „Monster Philosophy“ wartet sehr pophaft auf, im Gegensatz zu den anderen Liedern fällt es doch sehr auf, vor allem im Refrain, der irgendwie Apres Ski-mäßig daherkommt.

Es fällt auf, dass die Grundstimmung des Albums sehr nachdenklich, melancholisch, traurig ausfällt. Passend dazu das nette Cover, so ein denkender Stier lässt viel Platz für Interpretationen. Zum Beispiel die Finanzkrise. Oder das starke (dumme?) Tier beim Kopfrechnen. Wobei die Finanzkrise irgendwie zur Grundstimmung passt. Manchmal sehr melancholisch, traurig, selbstbemitleidend, aber auf der anderen Seite mit einigen Lichtblicken. Aber das ist glaube ich zu weit hergeholt.

Die Bewertung… naja, was soll man sagen. Was ich nicht erwartet hätte, wären so viele Balladen und langsame Stücke. Irgendwann langweilt es. Dafür warten die flotten Stücke ordentlich auf. Man kann das Rad ja nicht neu erfinden, heutzutage muss man schon auffallen um sich aus dem Sumpf des gleichklingenden Poprock zu ziehen. Der poppige Ausbruch im Titelstück reicht da leider nicht alleine aus. „I am the River“ und „Money always takes the Place in Life“ sollte man sich trotzdem mal anhören. 7 Punkte von mir.

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Label: EMI, 3R
Releasedate: 2008-11-10
Web: http://www.d-a-d.com
Punkte: 7

Autor: Darkthrone

The Cotton Soeterboek Band – Twisted

The Cotton Soeterboek Band - Twisted

The Cotton Soeterboek Band – Twisted

Betrachtet man den Hard Rock mit all seinen Subgenres, dann fällt einem zuerst einmal das breite Spektrum an erfolgreichen Bands auf. Ob Thin Lizzy, Scorpions oder Axxis, alle kann man mehr oder weniger dem Musikstil zuordnen. Betrachtet man wiederum letztere Gruppe, so fällt einem auch ein direkter Übergang zum Heavy Metal auf, was für Leute wie mich das Genre besonders greifbar macht.

Soviel zu den Grundinformationen. Bleibt nur noch festzustellen, dass The Cotton Soeterboek Band mit ihrem neuen Album „Twisted“ leider nicht über die Mittelmäßigkeit hinaus ragen. Das liegt jetzt weder an dem komischen Namen, den ich hier ganz neutral betrachten will, noch an dem bunten, lustigen Cover, das ich übrigens äußerst gelungen finde.

Das Manko, der Typen aus Colorado, liegt darin, dass „Twisted“ einfach mit viel zu wenig Elan produziert wurde. Der Ansatz selbst ist auch nicht gerade der Neuste und die Mischung aus Souther- und Classic Rock wirkt alt, abgegriffen und durch den erwähnten Mangel an Power auch irgendwie ziemlich langweilig. Klar muss man hier auch unterstreichen, dass die Spieltechnik der Instrumente voll in Ordnung geht und auch die Melodien könnten theoretisch was taugen, aber ohne ein Minimum an Tempo ist da auch nichts zu machen.

Bevor ich aber zur Bewertung komme, muss ich noch was zum Cover sagen. Wer auch immer dafür verantwortlich ist: Genau wie das Bild aussieht, so klingt auch die Musik!

Wie gesagt. Mehr als Mittelmaß ist hier nicht drin. Dazu hat man sich hier einfach nicht genügend Mühe gegen. 5 Gitarren sind fast noch geschmeichelt. Trotzdem! Schließlich soll sich The Cotton Soeterboek Band hinterher nicht ungerecht behandelt fühlen.

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Label: Caf Fine Records
Releasedate: 2008-10-14
Web: http://www.cottonsoeterboekband.com
Punkte: 5

Autor: Gou


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