Bai Bang – Are You Ready

Bai Bang - Are You Ready

Bai Bang – Are You Ready

Bai Bang klingt wie ein japanischer Mangacomic, entpuppt sich aber als schwedische Rockergruppe. „Are you Ready“ ist bereits das sechste Album der vier Jungs aus Schweden, präsentiert sich aber leider auch wie der sechste Aufguss.

Es fängt gut an. Mit „I Love The Things You Hate“ dröhnt gleich ein straighter Rocker der Marke Twisted Sister aus den Boxen. Mitsingrefrain, ein mitreißendes Gitarrenriff, das Lied trifft den Nerv! Nächstes Lied: „Born To Rock“. Langsamer, stampfender Stadionrocker, wieder ein toller Mitsingrefrain, ein mitreißendes, stampfender Rhythmus. Wieder alles richtig gemacht! Nächtes Lied: „Party Queen“. Toller Mitsingrefrain, ein mitreißendes Gitarrenriff, …man merkt schon, richtig abwechslungsreich geht es nicht zu. Das nächste Lied „Are you Ready, I’m ready“ erinnert allerdings grausamst an die letzten Radiolieder von Jon Bon Jovi und Konsorten. Nach den ersten drei Liedern beginnt das Album abzufallen, welches man ab „Only The Best Die Young“ deutlich merkt: Der Schmalz kriecht geradezu aus den Boxen. Aerosmiths „I Don’t Wanna Miss A Thing“ lässt grüßen. Der Rest des Albums versinkt im Einheitsbrei. Einzig „Longtime Cumin'“ mit einem tonnenschweren Anfangsriff und absolut lässigen Strophen überzeugt noch.

Was erwartet einen auf „Are You ready“? Weichgespülter Radiorock, bei dem leider nur vier Titel etwas über das Mittelmaß herausragen und echten Hardrock bieten. Der Rest besteht aus routinierter Langeweile, Poprockliedern mit der musikalischen Spannung eines Sonntagnachmittags. Braucht man nicht wirklich. Anspieltipp: „Party Queen“, „Longtime Cumin'“.

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Label: Metal Heaven
Genre: Glam Rock/Hair Metal
Releasedate: 2009-04-24
Web: http://www.myspace.com/baibang
Punkte: 4

Autor: Darkthone

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Layment – Traces

Layment - Traces

Layment – Traces

Layment beschreiben ihre Musik in der Headline ihrer Homepage selber als „open-minded metal with balls“. Um genau zu definieren was unter dieser Aussage zu verstehen ist sind die sechs Jungs aus Herne mit ihrem neuen Album „Traces“ angetreten.

Die Zutaten für dieses Gebräu sind zunächst einmal die selben wie auf dem Vorgänger „Declaraion“. Die Basis stellt immer noch schnörkelloser Power Metal dar, der nach vorne rockt und ordentlich in den Arsch tritt. Dabei ist es vor allem der größtenteils klare Gesang von Marosh der diese Einordnung nahe legt. Allerdings handelt es sich bei ihm keineswegs um den typischen eierlosen Power Metal Quietscher. Mit seiner dunklen Stimme werden gleichzeitig auch Erinnerungen an melodischen Gothic Metal wach. Auf der anderen Seite kann er aber auch einmal deftig ins Mikro brüllen ohne das seine Stimme dabei zu dünn wirkt.

Womit wir auch schon bei der Tatsache wären, die Layment so aussergewöhnlich macht: Die Band lässt sich nicht auf dieses eine Genre reduzieren. In der Tat tendiert die Musik des Sextetts allerdings eher in die melodische Richtung. Denn es finden sich eben auch diese Gothic Metal Zitate die sich neben der Gesangsstimme auch teilweise in der Melodieführung, den tief groovenden Riffs oder dem deutschen Text des Songs „Feuergeist“ finden lassen.

Auf „Traces“ darf es aber durchaus auch mal etwas heftiger zugehen. Denn neben dem erwähnten Gebrüll von Marosh finden sich auch Riff- und Drum-Gewitter die durchaus mal an Thrash Metal erinnern können. Zu erwähnen dürfte in diesem Zusammenhang wohl besonders der Track „Tears Of Regret“ sein. Allerdings sind die Songstrukturen so aufgebaut, dass die Lieder spätestens im Chorus wieder melodiös aufgelöst werden.

Dabei spielt neben der soliden Gitarrenarbeit von Tobe und Benny vor allem das Keyboard von Kris eine Rolle, dass sich zwar nie – wie es im Gothic oft der Fall ist – penetrant in den Vordergrund spielt sondern die Lieder durch intelligente Einsätze und gekonnte Unterstützung für die Saitenfraktion auszeichnet. Auch die Rhythmussektion macht in diesem Zusammenhang einen guten Job weil sie für das hauptsächlich im Mid Tempo angesiedelte Grundgerüst sorgt, dass alle Hörer zum bangen animieren sollte.

Da wir mit Layment eine Band vor uns haben die es geschafft hat bereits ihr erstes Album über ein professionelles Label heraus zu bringen lässt logischerweise auch die Produktion keine Wünsche offen. Genau auf die Musik abgestimmt streicht sie genau das hervor was die Band so stark macht: Das knackige Grundgerüst, die intelligente und trotzdem eingängige Melodieführung und vor allem Sänger Marosh.

Denn in der Tat ist es seine Stimme die den einzigen Kritikpunkt, den ich an dieser Stelle anmerken möchte, mehr als aufwiegt: Leider ist das Songwriting nicht mehr ganz so stark wie noch auf „Declarations“. Zwar verstehen es die sechs Musiker nach wie vor eingängiges Material zu schreiben, dass der Hörer sofort erfasst und trotzdem auch länger seine Freude daran hat. Allerdings fehlt den Titel der Ohrwurmcharakter.

Dennoch handelt es sich bei „Traces“ insgesamt um ein starkes Album, dass vor allem durch seine stilistische Vielfalt briliert. Neben dem Grundgerüst aus Power Metal finden sich Einflüsse aus Gothic, Thrash und Hard Rock. Die Musik von Layment bleibt einfach schwierig einzuordnen und ich bin versucht mich der Meinung anzuschließen. Am besten kann man dieses Gebräu tatsächlich als stilistisch offenen (Power) Metal mit Eiern beschreiben.

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Label: Yonah Records
Genre: Power Metal
Releasedate: ?
Web: http://www.layment.com
Punkte: 8

Autor: Deathstorm

Doro – Fear No Evil

Doro - Fear No Evil

Doro – Fear No Evil

Viel muss zu „Fear No Evil“ dem neuen Album von Doro eigentlich nicht gesagt werden.

Die Tracks „The Night Of The Warlock“ und „Celebrate“ sind schon von der EP bekannt als „Herzblut“ von der Single, so dass nicht einmal eine halbe Stunde an neuem Material über bleibt. Sehr schade eigentlich.

Was es an Neuem zu hören gibt ist allerdings einmal mehr klassisches Material der Metal Queen. Hauptsächlich im Mid Tempo angesiedelte Stampfer erinnern einmal mehr an das was die Dame schon in ihren amerikanischen Zeiten mit Warlock zelebrierte: Schnörkelloser Heavy Metal mit einer Menge Groove und deutlichen Anleihen aus dem Hard Rock. Das ist sicherlich nicht die Neuerfindung des Rades aber es funktioniert eben immer noch und bleibt hängen.

Daneben steht mit „Caught In A Battle“ auch wieder eine Up Tempo Nummer die deutlich mehr nach vorne geht und sich wesentlich besser zum bangen eignet. Gerade bei Doro darf natürlich auch eine Ballade nich fehlen. Auf dem neuen Silberling sind in der Tat gleich zwei vertreten. Neben dem schon bekannten „Herzblut“ findet sich mit „Walking With The Angels“ auch ein Duett, dass die Düsseldorferin gemeinsam mit der ehemaligen Nightwish-Sängerin Tarja Turunen eingesungen hat.

Der Grund dafür ist mir aber ehrlich gesagt schleierhaft. Die Stimmen der beiden sind sich durchaus ähnlich und Doro hat ja in der Vergangenheit schon oft genug bewiesen, dass sie auch alleine gute Balladen macht. Auf die ganzen Gastsänger im Track „Celebrate“ bin ich schon in meinem Review zur EP eingegangen: Wenn man schon so eine illustere Runde zusammen stellt, dann sollte diese auch klarer zu erkennen sein.

Sollten dies Versuche gewesen sein den Fans etwas besonderes zu bieten so waren diese nur mittelmäßig. Was allerdings wirklich das Herz jedes Anhängers der Metal Queen höher schlagen lassen dürfte ist der Track „25 Years“. Hier zieht die Düsseldorferin ein musikalisches Fazit ihrer bisherigen Karriere und bedankt sich bei ihren Fans die diese großartige Karriere überhaupt erst möglich gemacht haben.

Insgesamt ist „Fear No Evil“ also nicht gerade eine aufregende Geschichte geworden. Fans von Doro können hier allerdings bedenkenlos zugreifen. Immerhin bietet sich ihnen hier musikalisch genau das was sie erwarten. Und auch was das Songwriting angeht gibt es keine Überraschungen: Ohrwürmer und eingängige Melodien. Punkt. Gemeinsam mit dem Genuss von „25 Years“ macht das die vielen kleinen Schwächen definitiv mehr als wett.

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Label: AFM Records
Genre: Heavy Metal
Releasedate: 2009-01-30
Web: http://www.doropesch.com
Punkte: 6

Autor: Deathstorm

Ichor – The Siege

Ichor - The Siege

Ichor – The Siege

Üäö! It’s breakfast time! So beginnt die Scheibe „The Siege“ von den Triern Ichor. Der Bandname entstammt aus der Griechischen Mythologie. Hier ist dies das Blut der Götter. Ob Ichor nun wirklich etwas göttliches an sich haben oder ob sie sich damit zu weit aus dem Fenster lehnen, versuche ich nun herauszufinden.

Nach dem bereits erwähnten „Üäö! It’s breakfast time!“ eines verstörten Drogenabhängigen, welcher nach seiner ersten Dröhnung am frühen Morgen schreit, geht es direkt rund. Und mit rund meine ich rund! Der Sound ist rund, das Zusammenspiel ist rund, die Komposition gefällt und schaut man sich die CD genauer an, merkt man: Die ist auch rund!

Spaß beiseite: Im ersten Moment war ich wirklich erstaunt wie sehr dieses Stück knallt und ich wurde hungrig auf mehr. Auch weitere Stücke enttäuschten mich nicht. Die Musik scheint auf der einen Seite sehr gut durchdacht und auf der anderen scheint viel Herz hereingesteckt worden sein. Im rechten Moment gibt es Tempowechsel oder schöne melodische Soli.

Insgesamt wird die Scheibe also nie langweilig.

Ein Track den ich besonders herausheben möchte ist der Titeltrack „The Siege“. Dieses Stück hat einfach einen sehr schönen Spannungsbogen. Am Anfang dominieren stampfende Gitarren, welche dann im Zwischenpart kurzzeitig verstummen um progressiv loszulegen und am Ende noch mal im Breakdown auszuarten.

Das Outro des Albums steckt im letzten Stück „This Is The Will To Kill“. Eine Gitarre, begleitet von einer weiteren, Schlagzeug und Bass, wiederholt eine Melodie und wird langsam ausgeblendet.

Fazit: Ichor sind vielleicht nicht göttlich, aber mich hat ihr Debüt überzeugt. Wer auf technischen Death Metal bzw. Deathcore steht sollte auf jeden Fall einmal hereinhören. Besonders geeignet sind Ichor meiner Meinung nach für Fans von The Black Dahlia Murder und Carnifex.

Von mir gibt es 4 Gitarren für eine runde Mischung aus knallendem Schlagzeug, drückenden Gitarren und aggressiven Vocals!

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Label: Bastardized Recordings
Genre: Deathcore/Death Metal
Releasedate: 2009-06-19
Web: http://www.myspace.com/ichormetal
Punkte: 8

Autor: Wolli

Heaven And Hell – The Devil You Know

Heaven And Hell - The Devil You Know

Heaven And Hell – The Devil You Know

Seit nunmehr knapp drei Jahren sind Black Sabbath wieder in der Formation Dio/Iommi/Butler/Appice mit großem Erfolg unterwegs, der sich bisher mangels aktuellen Studiomaterials jedoch auf Live-Auftritte beschränkte (sieht man von den drei Tracks auf der 2007er Compilation „The Dio Years“ einmal ab).

Der Bandname Heaven And Hell wurde geschickt nach dem 1980er Über-Album gewählt um sich zum einen klar zu den Songs der Dio-Ära zu bekennen und sich zum anderen immer noch die Tür zu einem weiteren Album mit Ozzy als Black Sabbathoffen und die Reunion von 1998 am Leben zu halten. Juristische Querelen gab es, wie oft angenommen wird, keine – Tony Iommi hält seit langem alle Rechte am originalen Bandnamen.

Nachdem „Dio-Sabbath“ die Fangemeinde zuletzt 1992 mit „Dehumanizer“beglückten, serviert man jetzt „The Devil You Know“‚, der Titel spielt auf die englische Redensart „Better the devil you know than the devil you don’t.“ an und soll mit einem Augenzwinkern ausdrücken, dass hinter der Musik nach wie vor Black Sabbath stehen – eben der Teufel, den wir alle kennen.

Schon im Vorfeld ließ man verlauten, dass das neue Material eher „Dehumanizer“ ähneln würde, was leider hauptsächlich in dem Sinne zutrifft, dass sich auch „The Devil You Know“ weder mit „Mob Rules“ noch mit“Heaven And Hell“ messen kann. „Atom & Evil“ eröffnet das Album schleppend doomig und zeigt auf, wohin die Reise geht: das einzig schnelle Stück heißt „Eating The Cannibals“ und stellt zusammen mit der Single „Bible Black“ den Höhepunkt des Albums dar. Gerade letzterer Song ist wirklich ein Knaller, Lyrics und Melodie verbinden sich zu einer düster-rockigen Stimmung und Dios Aussprache des Wortes „black“ lässt mich jedes Mal fürchten, dass er gleich aus dem Lautsprecher kommt.

Die Talsohle hingegen wird mit „Rock And Roll Angel“ ausgemacht, welches wie ein ungeliebtes Überbleibsel aus Iommis letzter Kollaboration mit Glenn Hughes klingt. Innerhalb dieser Spannweite tut sich ein überdurchschnittliches Songwriting auf, das leider manchmal von etwas unpassenden Riffwechseln („The Turn Of The Srew“) durchzogen oder von seiner eigenen Langsamkeit („Follow The Tears“) erdrückt wird. „Neverwhere“ hebt noch mal das Tempo ohne einen vom Hocker zu hauen und auch „Double The Pain“ kann überzeugen – das ziemlich böse „Fear“ und das epische „Breaking Into Heaven“ sind dann aber doch schon ein ganz anderes Kaliber.

Sehr angenehm fällt neben dem verdammt coolen Artwork noch die wirklich gute Produktion auf, die Trademarks aller Musiker kommen deutlich zur Geltung, vor allem Geezer Butlers Bassspiel. Unterm Strich bleibt aber selbst nach mehrmaligem Durchlauf der Scheibe das Gefühl, dass da irgendwie mehr drin gewesen wäre.

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Label: Roadrunner Records
Genre: Heavy Metal
Releasedate: 2009-04-24
Web: http://www.heavenandhelllive.com
Punkte: 7

Autor: longistancerunner

Thomsen – Let’s Get Ruthless

Thomsen - Let's Get Ruthless

Thomsen – Let’s Get Ruthless

Hinter dem etwas steifen Bandnamen Thomsen verbirgt sich René Thomsen, der hauptberuflich als Chef der Isernhagener Firma Backline Rental Service in Erscheinung tritt und sich nebenbei auch als leidenschaftlicher Axtschwinger betätigt.

Durch seine Zusammenarbeit mit vielen Größen der Rockszene im Bereich des Equipment-Verleihs hat Thomsen über die Jahre offenbar viele Kontakte geknüpft und schöpft nun aus dem Vollen, um seinem ersten musikalischen Output den Charakter einer All Star Band zu verleihen. Große Namen wie Herman Frank (Accept, Victory), Bobby Jarzombek (Riot, Halford, Sebastian Bach), Neil Murray (Black Sabbath, Whitesnake) und Nibbs Carter (Saxon) machen (neben anderen) die Runde, was natürlich aufhorchen lässt.

Die Songs selber bleiben allerdings hinter den Erwartungen zurück. Präsentiert wird mäßiger Powerrock ohne wirklich eingängige Momente, die sämtlichst unter der etwas undifferenzierten Stimme von Jürgen Wulfes (Moon Doc) zu leiden haben, der einem manchmal wie ein heiserer Blaze Bayley vorkommt. Viele Riffs wirken uninspiriert und werden teilweise den ganzen Song lang durchgeritten („Tears Of The Sun“), Songtitel wie „Heaven And Hell“ und „Stand Up And Shout“ wirken doch ob der sofortigen Assoziation mit Black Sabbath und Dio sehr unglücklich gewählt und das Ratt-Cover „You’re In Love“ wird dem Original auch nicht gerecht. Einzig der Track „Branded Man“ entwickelt eine gewisse Nachhaltigkeit und bleibt im Ohr hängen.

Auf der anderen Seite ist „Let’s Get Ruthless“ gut produziert und wirkt insgesamt sehr tight, was man unter Berücksichtigung der mitwirkenden Musiker allerdings auch erwarten kann. Besonders Bobby Jarzombeks Drumming sticht auf den entsprechenden Tracks hervor.

Insgesamt aufgrund des Songmaterials allerdings nur Durchschnitt.

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Label: Artist Station Records
Genre: Heavy Metal
Releasedate: 2009-05-24
Web: http://www.rene-thomsen.de
Punkte: 5

Autor: longdistancerunner

Stunned – And This Would Be Her Neck

Stunned - And This Would Be Her Neck

Stunned – And This Would Be Her Neck

Stunned aus Münster/Osnabrück geben sich die Ehre und haben im Thüringer Rape of Harmonies-Studio bei Heaven Shall Burn-Gitarrist Alexander Dietz and ihre dritte Veröffentlichung gemacht. Der Silberling kann sich sehen lassen und wird bei einigen für Furore sorgen – die Metalcoreszene hat mehr zu bieten als den Einheitsbrei.

Mit 5 Songs und nicht mal 25 Minuten ist „And This Would Be Her Neck“ nicht gerade die längste CD die man in Händen hält. Dafür bieten diese 5 Songs aber ein abwechslungsreiches Klangerlebnis, außerdem ist’s ja auch „nur“ eine EP. Eine Überraschung für mich, denn in letzter Zeit gab es aus der neumodischen Metalcore-Szene doch eher einen Einheitsbrei. Zum Glück haben Stunned das „Metalcore For Dummies“ beiseite gelegt und ihren eigenen Stil gefunden.

Bei der kurzen Spielzeit kann man fast nur über einen kurzen Eindruck sprechen. Jeder Song hat seine eigene Atmosphäre und seinen eigenen Stil, sowie seine eigenen Emotionen. Stunned bieten dem Hörer alles was man sich wünschen kann, von der Ballade bis zum „Auf-die-Fresse“ Moshpit-Song. Leider nur, viel zu wenig davon.

„And This Would Be Her Neck“ ist ein solides Stück Plastik mit viel Potential. Die EP macht Lust auf mehr. Alle Laute die man dieser Platte entlocken kann sind gut aufeinander abgestimmt und geben ein harmonisches Bild ab. Jeder Song ist energiegeladen und trifft den Nagel immer auf den Kopf. Technisch können die Jungs noch ein wenig versierter werden, die Details fehlen einfach noch, gerade auf melodischer Ebene, aber es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen

Fazit: Stunned haben eine solide EP auf den Markt gebracht, die sich mal vom Rest abhebt. Noch ist das Konzept nicht perfekt, aber diese EP macht jetzt schon Lust auf mehr.

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Label: Eigenproduktion
Genre: Metalcore
Releasedate: 2009-04-18
Web: http://www.myspace.com/stunnedmusic
Punkte: 8

Autor: Skilfinger

Unzucht – Engel Der Vernichtung

Unzucht - Engel Der Vernichtung

Unzucht – Engel Der Vernichtung

Elektronische Musik aus Hameln kommt über unsere Lande. Unzucht, eine Mischung zwischen Samsas Traum und Rammstein, haben ihre Saiten und Regler gequält. Herausgekommen ist eine nicht zu verachtende Demo mit Ohrwurmcharakter.

Der Wahnsinn dreht sich…

4 Lieder die Eindruck hinterlassen, tanzbar sind und das ganze dann noch auf Deutsch mit eingängigen Texten. So kann man das Trio Unzucht sehr gut beschreiben. Auf der Demo findet sich eigentlich alles was man von einer Band dieses Genres erwarten kann, von Ballade bis zum Durchbrenner für die Subwoofer ist alles dabei. Die drei orientieren sich merklich zwischen Rammstein und Oomph!, die Strategie, wie die Jungs sagen, ist einfach: Es ist immer noch Platz an der Spitze.

Die Stellung des Trios ist klar. Musikalisch sind sie auch auf dem besten Wege dorthin. Eine solide Programmierung und eingängige Riffs, zwischendrin immer einige Details, die die Songs wirklich hörenswert machen. Lyrisch und Stimmlich kann man die Jungs eher mit Xavier Naidoo vergleichen. Sehr schmalzig und voll, so klingt nicht nur die Stimme, sondern auch die Texte dazu sind passend. Würde Xavier wohl Gothic machen, dann würde sich das ganze so wie Unzucht anhören. Die Kombination zwischen der, doch eher harten, Musik und der weichen Stimme ist sehr gut gelungen und aufeinander abgepasst.

Fazit: Unzucht entwickeln sich so langsam zu einem Geheimtipp der Szene und werden bald mit den Großen auf einer Bühne stehen. Das Potential ist auf jeden Fall vorhanden.

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Label: Eigenproduktion
Genre: Electronic Gothic
Releasedate: 2009-03-25
Web: http://www.myspace.com/unzuchtmusic
Punkte: 8

Autor: Skilfinger

Brother Love Kain – Brother Love Kain

Brother Love Kain - Brother Love Kain

Brother Love Kain – Brother Love Kain

Wie enttäuscht war ich damals, als die Osnabrücker Morbus ihr Ende bekannt gaben. Mir war es immer ein Rätsel, warum die Kollegen seinerzeit, insbesondere mit ihrem letzten Werk, „Leibeigen“ nicht mehr Aufsehen erregen konnten. Ein unglaubliches Album und die Band ein Garant für intensive Live-Shows.

Aber widmen wir uns der Gegenwart. Morbus sind nunmehr einige Jahre Geschichte und seit 2005 geistert der Name Brother Love Kain durch den Untergrund. Und siehe da: Altbekannte Namen springen uns beim Überfliegen des Bandinfos ins Auge. Allen voran Sascha, und Marius. Beide schon bei Morbus für Gurgelgrunz und brachiale Gitarrenwände verantwortlich, drücken nun mit Brother Love Kain tüchtig in unsere Eingeweide. Unterstützt von einer Rhytmhusfraktion ( Flo am Bass und Michael am Schlagzeug), die allem Anschein nach den Groove bereits morgens mit dem Frühstücksmüsli zu sich nimmt.

Das vorliegende selbstbetitelte Longplay-Debüt der Band, ist ein perverser Bastard aus Doom, Core und Death Metal-Elementen und versprüht, trotz seiner Düsternis, seines Tiefgangs und seiner Brachialität irgendwie einen positiven Charme. Die Songs „funktionieren“ einfach und haben einen hohen Wiedererkennungswert. Schlagzeuger Michael überzeugt zudem mit interessanten Fills und überraschenden Breaks. Ganz zu schweigen von den unzähligen Monsterriffs die sich Sascha und Marius aus dem Ärmel schütteln. Und wie erwartet sucht auch das Gegrunze von Sascha wiedermal seinesgleichen. Monoton, aber alles andere als langweilig, zumal er sehr gut weiß wie die Fusion Gesang/Rhythmus funktioniert. Mit „Der Herr trägt schwarz“ und „Das Mann“ gibt es auch zwei deutschsprachige Nummern, die aufgrund der Umsetzung ein gewisses Maß an lyrischer „Brutalität“ hinzugewinnen und ab und zu ertönt ein psychopathisch/krankes anmutendes Gelächter, geschickt in die Songs verpackt. Er war, ist und bleibt ein stimmliches Unikat, dieser Herr Wotenick.

Wer zwingend Vergleiche benötigt um zu entscheiden, ob er sich ein gutes Album zulegt: Ja, einen Becher Totenmond, eine Prise Crowbar, sowie ein Löffelchen Disbelief. Essentiell aber einfach ein großer Bottich Brother Love Kain.

Insgesamt überzeugt die Band auf voller Länge und bieten nach der regulären Spielzeit noch ein paar Bonushappen,unter Anderem in Form von „In Da Laundry (WA 535 CE)“, welches zeigt das die Jungs, neben all der Düsternis, Melancholie und Schwere nicht zum Lachen in den Keller gehen und durchaus auch „rocken“ können. „…I love you honey…“

Definitv gut investierte 10 Euro, für einen volles Album, das von vorne bis hinten, meiner Meinung keine erwähnenswerten Schwachpunkte aufweist und auch in punkto Artwork, zwar nicht besonders aus dem Rahmen fällt, aber zu gefallen weiß.

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Label: Eigenproduktion
Genre: Doom Death Metal
Releasedate: 2009-06-26
Web: http://www.brotherlovekain.de
Punkte: 8

Autor: Kai (Gast-Redakteur)


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