MetallerMontag 27.07.2020: Teutonen Thrash Metal CD-Reviews

Servus, Grüezi und Hallo zum siebten MetallerMontag auf Metaller.de! Für die siebte Ausgabe habe ich ein paar Teutonen Thrash Metal CD-Reviews aus dem Archiv gekramt.

MetallerMontag 27.07.2020: Teutonen Thrash Metal CD-Reviews aus dem Archiv

Sodom um Tom Angelripper
Sodom um Tom Angelripper

Sodom – Epitome Of Torture

Produziert wurde „Epitome Of Torture“ wieder von Waldemar Sorychta (Ex-Despair, Grip Inc.), der auch schon für das Vorgängeralbum „In War & Pieces“ (2010) für Sodom hinter dem Mischpult saß. Zum ersten Mal war „Neuzugang“ Markus Freiwald (Ex-Despair) auch mit am Songwriting beteiligt, und man hört genau heraus, dass er sich musikalisch mehr einbringen konnte als auf dem letzten Longplayer „In War & Pieces“.

Tom Angelripper hat es geschafft, dass seine Band anno 2013 so klingt wie sie zu klingen hat – hart, brachial, dreckig und ehrlich. Besonders die beiden Opener „My Final Bullet“ und „S.O.D.O.M.“ knallen so dermaßen, dass sie bestimmt schnell ihren Weg ins Live-Repertoire der Band schaffen werden. Mit „Stigmatized“ befindet sich sogar ein kleiner Hit auf „Epitome Of Torture“.

Fazit:“Epitome of Torture“ ist eine klare Kaufempfehlung für alle Sodom-Fans und Freunde des Teutonen-Thrash. Entweder man liebt Sodom oder man hasst sie… Ich persönlich liebe sie für solche Alben.

Tracklist:
01. My Final Bullet
02. S.O.D.O.M
03. Epitome Of Torture
04. Stigmatized
05. Cannibal
06. Shoot Today – Kill Tomorrow
07. Invocating The Demons
08. Katjuscha
09. Into The Skies Of War
10. Tracing The Victim
11. Waterboarding
12. Splitting The Atom

Destruction um Marcel „Schmier“ Schirmer
Destruction um Marcel „Schmier“ Schirmer

Destruction – D.E.V.O.L.U.T.I.O.N.

„D.E.V.O.L.U.T.I.O.N.“ heißt das Teil, welches dieses Mal nicht nur von Mike, Schmier und Marc eingespielt wurde, nein und zwar holten sie sich noch ein paar Gastmusiker dazu, welche sich Vinnie Moore, Jeff Waters und Gary Holt nennen und ziemlich fette Gitarrensoli an den Mann bringen.

Der Titeltrack ist gleichzeitig der Startschuss zu ihrem neuen Meisterwerk, welcher mir aber auch schon vorher bekannt war, da ich diesen Song live miterleben durfte.

Ein Thrash-Geballer, welches nur aus dem Hause DESTRUCTION stammen kann. Nur leider werden die Songs von den Voice-Overs ein wenig ruiniert.

Aber wieder zurück zum Wesentlichen.

Schmier ist in stimmlicher Topform und die Gastmusiker passen sich der Band an, als wenn sie zur Band gehören würden.

Der Sound hat sich auch ein wenig verändert im Gegensatz zu den alten Alben, im positiven Sinne natürlich und ich glaube, dass sich DESTRUCTION zu ihrem 25 jährigen Jubiläum extra viel Mühe mit der Scheibe gegeben haben.

Mein persönlicher Favorit des Albums ist „The Violation of Moratlity“, weil in diesem Song die typische DESTRUCTION Manier rüberkommt und es knallt einfach wie schwein.

Die Band hat auf jeden Fall kein bisschen an musikalischer Kreativität verloren und kann immer noch nach 25 Jahren Hammeralben rausbringen.

Ich sage nur: Respekt!

Tankard um Andreas "Gerre" Geremia
Tankard um Andreas „Gerre“ Geremia

Tankard – Best Case Scenario – 25 Years In Beers

Neuaufgelegter 80’er-Teutonen-Thrash, diese Bezeichnung bringt auf den Punkt was einem hier um die Ohren gehauen wird. Dabei wird augenfällig, dass sich die Fähigkeiten, im Studio das Beste rauszuholen verbessert haben.

15 Klassiker werden neu eingespielt. Zusätzlich gibt es noch eine mit 18 Tankard Stücken bespielte Bonus-CD, auf der andere Bands Klassiker dieser Bierkiller covern. „Zombie Attack“, „Maniac Forces“, „(Empty) Tankard“ und alle anderen rocken volles Brett durchs Ohr. Und trotz der frühen Stunde (10 Uhr) bekomme ich direkt mal Durst auf ein Bier und weiß, dass ich beim Hören dieser Scheibe niemals zornig werde.Erfasst sind die geilsten Stücke von 1986-1995, die ein jeder mal gehört haben muss. Was gibt es dazu noch zu sagen? Eigentlich nichts. Das Scheibchen ist Sahne. Die geilsten Songs in neuem, fetzigeren, noch alkohollastigeren Gewand. Thanks to Tankard! 4 Gitarren!

Holy Moses – Redefined Mayhem

Nach dem 2008er Album „Agony of Death“ und der 30–jährigen Best-of Geburtstagsscheibe „In the Power of Now“ ist es still geworden um Holy Moses. Das Besetzungskarusell hatte sich bereits 2012 gedreht und brachte mit Peter Geltat einen neuen Gitarrero hervor. Sängerin Sabina Classen, ihres Zeichens staatlich anerkannte Psychotherapeutin, die man bis vor kurzem noch in „Das Messie-Team“ und bei „Teenager in Not“ live im TV sehen konnte, hat sich zum Glück nicht von der Musik getrennt und ist zumindest ihrer Stimme treu geblieben.

Die Stärken des neuen Werkes sind schnell aufgezählt. Der neue Silberling „Redefined Mayhem“ liefert neben dem obligatorischen Thrash-Geballer mit dem unvergleichlichen furienhaften Gesang der Frau Classen einen leicht proggig angehauchten Sound. Auf dem von Tue Madsen in Dänemark gemixten und gemasterten Album sucht man also Beständigkeit und findet sie auch.

Zu den Stärken des Albums gehören sicherlich auch Mitsing-Stücke wie „Hellhound“ und „Undead Dogs“, die nicht nur textlich, sondern auch songtechnisch ganz in die Linie der Aachener Truppe passen. Textlich bezieht sich die Band in den meisten Songs auf die Abgründe der menschlichen Psyche, wozu auch Depressionen und Hass, sowie der Kannibalismus in „Whet The Knife“ gehören.

In der Gitarrenarbeit zeigt sich, dass Holy Moses einen Schritt in die richtige Richtung unternommen haben. Neben Black Metal-Anleihen finden sich core-artige Riffs und eingängige Refrains. Kurzum: Nicht alles, was das Herz des Otto-Normal- Thrashers begehrt. Ein wenig moderner darf es heutzutage schon sein.

Neu ist, dass der heilige Moses es als Namensgeber der Band nun auch auf das Cover geschafft hat. Das Artwork erscheint hierbei allerdings etwas außergewöhnlich in der Ausführung.

Alles in allem bietet „Redefined Mayhem“ kein neues Old-School-Thrash-Album. Dennoch kann die Kapelle zeigen, dass sie auch nach 34 Jahren Bandgeschichte noch mit den Jungen mithalten kann und um ihre Stärken weiß. Die Band bleibt sich treu und wagt ein paar Neuerungen, die der räudigen, alten Holy Moses-Stimmung allerdings keinen Abbruch tun.

Tracklist:
01. Hellhound
02. Triggered
03. Undead Dogs
04. Into The Dark
05. Sacred Sorrows
06. Process Of Projection
07. Fading Realities
08. Liars
09. Redemption Of The Shattered
10. Whet The Knife
11. Delusion
12. One Step Ahead Of Death
13. This Dirt

Vendetta – Hate

Ich war irgendwie angetan von dem banalen Titel und wollte mal sehen, was denn eine Band, die sich Blutrache nennt, so auf die Beine stellt.

„Hate“, Hass, hält eindeutig was es verspricht. Musik für den Moment im Leben, den man sicher nicht mit seiner Liebsten verbringt, sondern eher vorm Stadion den Fans des gegnerischen Teams die Zähne neu ordnet. Also eindeutig Hass Metal, wenn man so will.Das ist super wenn man Scheiße drauf ist, sich die besagte Liebste mit dem besten Kumpel in der Kiste vergnügt hat oder man mal wieder mit der Karre liegen geblieben ist, denn ansonsten könnte man die stellenweise Eintönigkeit entdecken, die sich durch das Album zieht.

In den Texten hassen die Jungs so ziemlich alles, was man im Moment Gesellschaft nennt und springen ganz auf den Zeitgeistzug auf. Es gibt sogar einen Song namens Mother und einen Namens Lying Society, was nicht unbedingt für die Originalität spricht. Auch wenn sich Sänger Mario alle Mühe gibt und qualitativ eine Glanzleistung am Micro abliefert, richtig überzeugen konnte mich das Album aber nicht. Musikalisch hinkt „Hate“ dem Sänger hinterher, zu synchron sind die Stücke und haben einfach nicht den Kick, den man sich wünschen mag, aber zusammen mit der Stimme von Mario in Kombination ist der Tonträger für Fans mit Sicherheit ein Muss.

Ein weiteres Manko: die kurze Spieldauer. Mit etwas mehr als 29 Minuten ist dieser Tonträger schnell und häufig durchgehört. Dazu kommt ein, in meinen Augen, geringer Wiederhörfaktor, denn die Aufnahme ist so geradlinig aufgebaut, das auf Kleinigkeiten völlig verzichtet wurde. In meinen Ohren klingt es zudem sehr danach, das Vendetta mit diesem Tonträger nicht mehr als ein Produkt ohne viel Herzblut auf den Markt schleudern. Traurig aber wahr.Trotz diverser Veränderungen im Line Up seit 1988 und dem damaligen letzten Album ist dieses dritte (!) Album nach 19 Jahren kein würdiges Comeback Album, aber eben auch nicht schlecht.

Wer Thrash Metal liebt wird an diesem Album kurzweilig Freude haben und muss den Kauf nicht bereuen. Die alteingesessenen Fans, denen ich hiermit meine Hochachtung für ihre Geduld aussprechen will, werden längst das Album erstanden haben und mir widersprechen.Dennoch gebe ich diesem eher mittelmäßigen Comeback 3,5 Gitarren – 3 Gitarren für die CD, 0,5 Gitarren für das Comeback nach 19 Jahren.

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Autor: ArchiVader

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