Wertung: 10 von 10

Ich höre schon Stimmen: Stimmen, die in wie Klagegeheul klingen! Ein regelrechter Aufschrei! „Wie kann er nur?“, „Der Junge gehört in die Klapse!“ und „Wenn schon Metallica, dann doch bitteschön eines der ersten vier Alben!“.

Is mir egal. Interessiert mich nich! An alle, die in den oben genannten Chor einstimmen: Ein von Herzen kommendes „FUCK YOU!“!!!


Ich weiß, wovon ich hier spreche! Und zwar von einem der missverstandensten Alben der letzen 20 Jahre. Ja, ich spreche von „Load“, dem Ventil vieler Metalfans für zu kurz gekommene Genitalien oder aber Intellekt.

Was war da los vor 15 Jahren! Metallica machen auf einmal Rock: Nix mehr mit „Fight Fire With Fire“ oder „Battery“! Sowas geht natürlich gar nicht! Eine Band hat gefälligst immer wieder ein und dasselbe Album neu aufzunehmen und sich bis zum Erbrechen selber zu kopieren (abschreckenstes Beispiel: AC/DC).

Bevor wir uns hier missverstehen: Ich stehe total auf die „alten“ Metallica; keine Frage! Aber diese Hexenjagd auf die größte Metalband der Welt ist meiner Meinung nach mit gar nix zu rechtfertigen.

Was war passiert? Metallica haben nach einem der erfolgreichsten Alben der Musikhistorie (das „Black Album“) und sich daran anschließender dreijähriger Welttournee offensichtlich die Schnauze voll von ihrem vorherigem Songmaterial und entschließen sich zu einer Stiländerung. So weit, so unspektakulär. Aber dann ein Rockalbum mit super-eingängigen Songs? Und ein Video zur ersten Singleauskopplung „Until It Sleeps“, welches mit den gängigen Metal-Klischees irgendwie gar nix zu tun hat? Der Aufschrei der internationalen Metal-Szene folgte selbstredend auf dem Fuße.

Aber was damals (und das zieht sich bis heute) irgendwie kaum jemand kapiert hat, war, dass dieser Schritt das Beste war, was die Band aus Frisco machen konnte: Songs schreiben, auf die sie zum Zeitpunkt der Aufnahmen richtig Bock hatte! Metallica haben sich damit frisch gehalten und nicht, wie vielfach behauptet, verkauft.

Warum sollten sie auch? Wenn sie sich hätten verkaufen wollen, hätten sie nur das „Black Album Part II“ aufnehmen müssen. Aber die Jungs um James Hetfield haben sich zum Glück dagegen entschieden und sind ihrem Herzen gefolgt.

Das Problem war und ist, dass jeder die Art der Musik mit dem großen Über-Wort „Metal“ verglichen hat. Ich selber bin Metalfan seit 1991 und liebe diese Musik immer noch mit ganzem Herzen (vielleicht mehr denn je, wenn das überhaupt möglich ist). Aber ich war vom ersten Kontakt mit „Load“ an begeistert. Und bin es auch heute noch.

Man höre sich nur diese genialen Rocksongs an: Zeitlos (auch dank der Hammer-Produktion von Mr. Rock) und absolut geeignet, dazu komplett abzugehen! Ein großer Salut von Metallica an Bands wie Thin Lizzy oder Rainbow: Songs, die ins Ohr gehen und dort auch bleiben!

Ich hoffe sehr, dass diesem Album mal in ferner Zukunft endlich der Respekt gezollt wird, den es verdient hat. Einfach mal unvoreingenommen an die Sache rangehen und nur das Opus auf sich wirken lassen. Ein Meilenstein der Rock-Musik!!!

Songs, die man kennen muss: Das gesamte Album hat kaum ein schwaches Lied zu bieten (Ausnahmen: „Cure“ und „The Outlaw Torn“). Aber als besondere Highlights seien hier „Bleeding Me“, „Wasting My Hate“ und „Mama Said“ genannt. „Bleeding Me“ fängt langsam an und steigert sich zu einem wahren Riffmonster! So einen einprägsamen Refrain kriegen nur wirklich gute Songwriter zustande! Und das Riff von „Wasting My Hate“ ist einfach nur schädelspaltend! Plus: Mit „Mama Said“ haben Metallica eine der schönsten Balladen der Hard-Rockgeschichte geschrieben!

In diesem Sinne kann ich gar nicht anders, als hier verdientermaßen die Höchstnote zu zücken! Lasst Euch bitte nicht von irgendwelchen Szene-Wächtern erzählen, was „true“ ist und was nicht: Dieses Album ist die Wucht in Tüten! Schluss und Aus!

Trackliste:

  • 01. Ain’t My Bitch
  • 02. 2 × 4
  • 03. The House Jack Built
  • 04. Until It Sleeps
  • 05. King Nothing
  • 06. Hero of the Day
  • 07. Bleeding Me
  • 08. Cure
  • 09. Poor Twisted Me
  • 10. Wasting My Hate
  • 11. Mama Said
  • 12. Thorn Within
  • 13. Ronnie
  • 14. The Outlaw Torn
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