Eigentlich soll dies hier ein Konzert-Review werden, doch es ist vielmehr ein Erfahrungsbericht eines nüchternen Metalheads auf einem Punkkonzert geworden. Also seid mir nicht böse, wenn ich ab und zu meine eigene Meinung zu sehr in den Vordergrund stelle.

Misfits & U.S Bombs & Boozed am 28.06.2005 im Hyde Park

Misfits & U.S Bombs & Boozed am 28.06.2005 im Hyde Park

19:00 Uhr, endlich Feierabend, gemütlich gehe ich zu meinem Auto und setze es in Bewegung, das Ziel der Hyde Park. Verträumt fahre ich los und werde sofort von einem Autofahrer angemacht, weil ich bei Grün nicht losfahren will. Natürlich versuchte ich das Auto so schnell wie möglich in Bewegung zu setzten, was es aber nicht wollte und den Dienst verweigerte. Nach zwei erfolglosen Versuchen fuhr ich los und war nach ca. 2 min am Ziel meiner Träume.

Dort angekommen trank ich noch paar Energy Drinks einer bekannten Lebensmittelkette und trat meinen Weg Richtung Eingang an. (Anm. des Autors „Es sei noch nebenbei erwähnt, das ich normalerweise immer besoffen und in einer Gruppe unterwegs bin, was sich an diesem Tag leider nicht organisieren lies.“). Nach dem Einlass, verzog ich mich in Richtung der Bar und observierte die wohlbekannte Örtlichkeit. Der Anblick war etwas ungewohnt, weil es für meinen Geschmack zu hell war, aber man sah schon sofort das große Misfits-Banner über der Bühne. Zwischenzeitlich sah ich mir die anwesenden Menschen etwas genauer an. Das Publikum war ziemlich gemischt, obwohl die Leute mit einem Misfits-T-Shirt, wie erwartet in Überzahl vorhanden waren. Ärgerlicherweise hatte ich keinen Stift dabei und es war nicht möglich den Hyde Park vor 21 Uhr zu verlassen, also musste ich die ersten Eindrücke und Emotionen in meinem sehr löchrigen Gedächtnis verwalten.

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Nun war es soweit, das Boozed-Banner wurde gehisst und die Jungs aus Bramsche fingen mit ihrer Show an. Was auf der Bühne zu sehen war, war vielmehr eine jugendliche Greenpeace-Rettet-die-Wale-Truppe, als eine ordentliche Rockband. Doch nach den ersten Tönen bewiesen mir die sympathischen Chaoten, das Gegenteil. Obwohl ich solch eine Art der Musik normalerweise nicht höre, konnten die Jungs von Boozed mit ihrer Musik auch mir gefallen. Zu hören war guter Rock mit einer gehörigen Portion Rotz und Spielfreude. Es machte einfach einen tierischen Spaß sich die Band anzusehen. Sie kosteten jeden Moment auf der Bühne aus und gaben ihr bestes, quittiert wurde es mit den ersten Pogo des Tages.

Von Song zu Song wurde die Stimmung im Publikum besser. Mein persönliches Highlight war „Wild Boys“, was es schon auf der Homepage zu hören gab. Nach knapp, einer halben Stunde war es dann auch schon vorbei und Boozed verließen unter ernst gemeinten und verdienten Applaus die Bühne.

Als nächste Band waren die U.S. Bombs an der Reihe. Schon vom ersten Ton an war mir die Band unsympathisch. Allein das Stageacting war nicht nur etwas unmotiviert, sondern eine Zumutung für meine armen Augen. Kann schon sein das ich der Band unrecht tue, aber genau dafür gibt es eine Eigene Meinung. Auf die Ohren gab es unispirierten Punk mit leichten Hardcore Anleihen und Mitgröhltexten. Das Problem war bloß, das nicht genug textsichere Leute anwesend waren um auch wirklich mitzugröhlen. Dementsprechend bildete sich in mitten der Menschenmenge ein Kreis der Langweile, in dem sich alle ausleben konnten, wenn einem die Musik gefällt. Wie sich jeder denken kann, waren es wieder mal nicht genug um eine gute Stimmung aufzubauen. Irgendwann wurde dann auch das letzte Lied angekündigt und aus Freude darüber genehmigte ich mir einen kühlen Bananensaft.

Nach diesem Einschläfernden Erlebnis, gönnte ich mir noch ein Paar Energy Drinks aus meinem Auto und nahm noch einen tiefen Zug Luft, bevor ich wieder in den Rauchschwaden des Parkes versank.

Kurz nachdem betreten, sicherte ich mir einen guten Platz auf der DJ-Treppe. Von dort aus konnte man sich das Konzert Prima angucken, ohne ungewollt angerempelt zu werden. Nun begann auch der Soundcheck, welcher auch ca. 10 bis 20 min andauerte und einem ziemlich auf die nerven ging. Zwischendurch wurde ich peinlicherweise von einem Anwesenden erkannt und musste ein Autogramm geben. Unmöglich so was, aber das nur Nebenbei. 🙂

Endlich, das Intro wurde eingespielt und die Misfits enterten die Bühne. Entweder hatte ich etwas mit den Augen oder die Band war auf einen „Misfit“ zusammen geschrumpft. Nur der Sänger/Bassist war als typisches Misfits- Bandmitglied zu erkennen. Die Beiden anderen sahen in meinen Augen nach Gastmusikern aus, was ja wie ich selber weiß nicht stimmt. Ohne Groß zu zögern, fing man mit den ersten Song an. Und was ich da hörte, überraschte mich in negativer Hinsicht. Die Lieder wurden in erhöhter Geschwindigkeit und direkt hintereinander gespielt, was einem normalen Zuhörer keine Verschnaufpause erlaubte und auf die Dauer sehr Ermüdend wirkte.

Der einstmalige Charme der Lieder ist komplett verschwunden, selbst mein Geliebtes „Halloween“ wollte nicht so recht Begeistern. Und was zum Teufel sind das Zwischendurch für Gitarrensolos? Ich verstand die Welt nicht mehr. Das Schlagzeug hätte sogar in einer Grindcore-Combo einen würdigen Platz gefunden, aber für eine ehemals gute Punkband war es alles andere als passend.

Stimmlich war es auch alles andere als Angenehm, zwar mühte sich der Sänger ab und gab sein bestes, dennoch kommt er nicht an die alten „Glenn Danzig“-Zeiten heran. Dies scheint einen großen Teil, des inzwischen recht vollen Hyde Parkes, nicht zu stören. Es wurde gepogt, mitgesungen und gesprungen was der Körper hergab. Nach einer nicht weiter definierbaren Zeit war es auch vorbei. Nach dem letzten Lied begann sich die Menge in Richtung Ausgang zu bewegen. Wegen der verstärken Misfits-Rufe beschloss die Band noch zwei Songs zu spielen. Die Zugaben „Rise Above“ und „Die, Die My Darling“ waren meiner Ansicht die besten Songs des Abends, was sehr gegen die Qualität des Konzertes spricht.

Insgesamt war es eine schlechte Präsentation von guten Songs.

So muss ich zugeben, dass es einfach Tage gibt, wo es sich eher lohnt, alleine vor dem Fernseher zu sitzen als ein Konzert zu besuchen. Und genauso ein Tag war Heute.

Alleinig Boozed hatten an diesem Abend überzeug und Stimmung gemacht. Der Rest hat sich in die Belanglosigkeit gespielt.

Nach diesem Abend, sind die Misfits nur noch auf CD für mich existent. Es könnte an meinem nicht vorhandenen Alkoholspiegel gelegen haben oder auch nicht, aber so ein enttäuschendes Konzert habe ich in meinem Leben noch nie besucht.

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Datum: 28.06.2005
Autor: Peeper


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