Wertung: 7 von 10

Mob Rules, das ist nicht nur ein Album von Black Sabbath sondern auch eine Melodic Metal Formation aus Norddeutschland, die allerdings von den heimischen Metal-Fans leider viel zu wenig Beachtung erfährt.


Manch einer mag sich noch an das grandiose „Temple of two suns“ (2000) erinnern, welches das enorme Potential der Band zeigte und dem damals noch jungen Jahrzehnt seinen Stempel aufdrückte. In den USA gelten sie spätestens seit ihrer 2011er Tour als absolute Kultband. In Deutschland kam Mob Rules allerdings nie so wirklich über den Status des ewigen Talents hinaus. Aber davon lässt sich der Sechser um Fronter Klaus Dirks nicht unterkriegen und präsentiert uns anno 2012 mit dem energetischen „Cannibal Nation“ bereits sein siebtes Studioalbum.

Wer nun allerdings ein mit Kitsch und Klischees überladenes Power Metal Album erwartet, der irrt. Nach dem eher progressiv ausgerichteten Vorgänger „Radical Peace“ (2009) bewegt man sich zwar musikalisch wieder auf melodisch bombastischem Terrain, lyrisch wird jedoch mehr oder weniger aktuelle Weltgeschichte verarbeitet. So kritisiert beispielsweise das rockige „Tele Box Fool“ die immer niveauloser werdende Fernsehkultur und die ruhige Ballade „Ice and Fire“ wurde von der Geschichte der verschleppten kolumbianischen Politikerin Ingrid Betancourt inspiriert. Der Titeltrack „Cannibal Nation“ hat die Gräueltaten des afrikanischen Despoten Jean-Bédel Bokassa zum Thema und soll ganz bewusst provozieren. Im Ganzen stellt sich mir das Textkonzept des Albums als anspruchsvoll und komplex dar, welches durch abwechslungsreiche Kompositionen gut ausgeleuchtet wird.

Das Album beginnt mit leicht progressivem Einschlag, macht einige tiefgreifende Schlenker und gibt zwischendurch richtig Gas. Immer wieder bauen die Jungs sehr eingängige Hooklines und atmosphärische Orchesterparts ein, die bis ins Detail ausgefeilt sind. Hinzu kommen klasse Gitarrensoli, die sich bestens ins Gesamtbild einfügen. Auch produktionstechnisch lassen Mob Rules nichts anbrennen und servieren eine kraftvolle und energiegeladene Produktion. Dabei verstehen sie es sowohl schnelle Uptempo Nummern, wie auch gewaltige Midtempo Stampfer oder bombastische Balladen mit der entsprechenden Atmosphäre rüber zu bringen. Zum Ende des Album hat man mit dem epischen „Sream for the Sun“ welches sich mit der Erstbesteigung des Mount Everest beschäftigt noch mal eine starke Ballade am Start, bevor das Album in „Cannibal Nation“ seinen musikalischen Höhepunkt findet und mit dem kühl komponierten „Sunrise“ ein gutes Ende findet.

Für mich haben Mob Rules hier wieder einmal ein solides Album herausgebracht, das im Vergleich mit aktuellen Veröffentlichungen von Genre-Kollegen durchaus mithalten kann. Der ganz große Wurf ist Mob Rules allerdings nicht gelungen. Letzten Endes fehlt dann doch das nötige Hitpotential der Songs. Für Power Metal Fans aber auf jeden Fall eine Anschaffung wert.

Traklist:

  • 1.Close my eyes
  • 2.Lost
  • 3.Tele Box Fool
  • 4.Ice and Fire
  • 5.Soldiers of Fortune
  • 6.The Sirens
  • 7.Scream for the Sun (29th May 1953)
  • 8.Cannibal Nation
  • 9.Sunrise

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