Wertung: 7 von 10

Was braucht eine Band, um sich aus der Hülle und Fülle der Metall-Kapellen abzuheben? Der Wiedererkennungswert ist oft das A und O, um im Gedächtnis der Fans zu bleiben. Als Old School Thrash-Band wird dies oft schwierig. Doch die Kanadier Mortillery haben dies geschafft. Als eine der wenigen Thrash-Bands, die zurzeit die Metalszene unsicher machen, haben sie mit dem Energiebündel Cara McCutchen eine Frau am Mikrofon, die dem Sound der Band eine besondere Note verleiht.


Mit dem zweiten Album „Origin Of Extinction“ hauen Mortillery ein ordentliches Thrashbrett raus, dass von Anfang an nur Eines macht: Und zwar Spaß! Das Besondere am Sound der fünf jungen Kanadier ist der markante Gesang von Frontfrau Cara McCutchen und ein nicht unerheblicher Einfluss der New Wave Of British Heavy Metal. Schon das instrumentale Intro „Battle March“ steht Pate für genau diese Mischung aus alter Schule Thrash und der Prise britischen Stahls. Die Nackenmuskeln werden durch treibendes Geriffe und stampfenden Drums für alles Folgende aufgewärmt. Auch ohne die Stimme von der Sängerin macht der Opener Laune. Leider geht das Intro nicht direkt in das folgende „No Way Out“ über, sondern es folgt ein kurzer clean gespielter Part, der von einem langsamen Lead geführt, nur langsam die richtige, thrashende Geschwindigkeit erreicht. Doch dann geht es rund und auch das markante Organ von Cara McCutchen haut in den Gehörgang. Eine Spur Joey Belladonna ist in ihrem Gesangsstil durchaus auszumachen.

Das erste Highlight der Platte ist das zum Mitgrölen einladende „Creature Possessor“. Nach groovendem Intro geht es wieder fixer zur Sach,e und das thrashtypische Riffing macht Lust auf einen kurzen Ausflug in den nächstbesten Circle Pit.

Dieses Niveau wird aufrecht erhalten und man gibt weiter Gas mit dem knallenden „Feed The Fire“ oder dem rasant-fiesen „The Hunters‘ Lair“.

Alles in allem verfällt die Platte nicht in brutales Geschredder, sondern behält trotz anziehendem Tempo immer ein gewisses „tanzbares“ Flair. Die Stimme McCutchens ist auch nicht vergleichbar wie die anderer Thrash-Kombos mit Frontfrau, bespielsweise Cripper oder Holy Moses. Im Kern der Songs findet man immer den melodischen Einfluss der NWoBHM. Ein besonderes Schmankerl von „Origin Of Extinction“ sind die Bonustracks des limitierten Digipacks. Hierbei handelt es sich um drei Coversongs der Bands, die laut Aussagen von Mortillery zu den größten Einflüssen zählen. Die Songs von Razor („Evil Invaders“), Angel Witch („Angel Witch“) und Anthrax („Madhouse“) sind ebenso gut gecovert wie auch als Sinnbild des Sounds der Kanadier zu sehen.

Als abschließendes Fazit kann man also festhalten, dass hier eine Band musiziert, die sich ganz und gar auf ihren eigenen, individuellen Soundmix aus verschiedenen Spielarten des Old School-Metals verläßt und einfach Spaß hat an dem, was sie tut. Und genau das macht die Platte hörenswert. Hier wird musikalisch einfach das zelebriert, was die Mitglieder als Metaller selbst gerne hören. Das wird nicht jeden vom Hocker hauen, dennoch tut man Mortillery unrecht, wenn man sie nur als durchschnittliche Modern Thrash-Band abstempelt.

Tracklist

  • 01. Battle March
  • 02. No Way Out
  • 03. Cease To Exist
  • 04. Creature Possessor
  • 05. Seen In Death
  • 06. Feed The Fire
  • 07. The Hunter’s Lair
  • 08. F.O.A.D.
  • 09. Maniac
  • 10. Sunday Morning Slasher

Bonus Tracks (nur auf dem Digipack)

  • 11. Evil Invaders
  • 12. Madhouse
  • 13. Angel Witch

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