Ging man seinerzeit mit dem Debüt der Band noch heftigere Wege, kam man mit den Jahren immer mehr zur Melodie, konnte sogar mit dem einen oder anderen Stück in die Schublade der Gothic-Rocker geschoben werden.

Ruhig und melodiös geht man auch auf dem allerneusten – zehnten Album – der Musiker zu Wege. Doch kann man Ruhe und Melodie auch mit einer bestimmten Art Härte verbinden. Und genau dieses tun My Dying Bride auf „For lies I sire“, denn zu den gerade genannten Eigenschaften dieser CD kommt noch eine gehörige Portion Stahl, der die Band doch recht deutlich wieder in Richtung Metal drückt. Ob man hier nun mehr Doom oder mehr Gothic zu hören bekommt kann man schwer sagen. Elemente von beiden Stilrichtungen findet man, ja sie wechseln sich regelrecht innerhalb der Titel ab. Eines bleibt aber beiden Seiten gemein: Es ist ganz großes Kino, was hier geboten wird. Großartige Songs mit einem klasse Sänger, der teilweise emotional druckvoll, teilweise schon zerbrechlich agiert und den Stücken auf „For lies I sire“ noch eine zusätzliche, ganz besondere Note verleiht.

Dieser Monat hat wahrlich gute Alben zu bieten. Nach dem grandiosen Debüt der Power Doomer Black Sun Aeon folgt schon der nächste potentielle Klassiker.