Wertung: 8 von 10

Aus der Gegend von Hamburg kommt diese vielversprechende Hardcore Band, die sich My Own Vendetta nennt und mit The Brightest Shore ein paar saftige Fäuste fliegen lässt. Zugegebenermaßen, bei diesem Bandnamen war ich auch zunächst skeptisch, klang son bisschen nach My Chemical Romance und der Emo Virus grassiert ja leider überall. Aber ich lasse mich halt gerne überraschen und den fünf Jungs aus dem Norden ist das auch reichlich gelungen.


Auf The Brightest Shore, einer knapp 24 minütigen EP mit 6 Tracks insgesamt, wird ordentlich Gas gegeben, keine Minute verschwendet und in die Seiten getrümmert, wie es irgend möglich ist. Langweilig wird’s sicher nicht, ganz im Gegenteil. Man kriegt richtig schön Lust ein paar Leute zusammen zu moshen.

Die Konstellation der Musiker wirkt außerordentlich gut kombiniert, was allerdings, wie auf der MySpace Seite schon erwähnt, auch ein langer Weg war. Seit 2006 existiert My Own Vendetta, jedoch nicht bei gleichem Line Up. Wie viele andere Bands hatten auch M.O.V. Startschwierigkeiten, doch es hat sich gelohnt.

Sänger Jonas brilliert mit sattem Gegrunze, nebenbei aber auch mit gelungenem Gesang und stimmlicher Präsenz. Hier geht, im Gegensatz zu der einen oder anderen Band, der Gesang nicht unter überflüssigem Geschrammel unter, und vice versa. Trotzdem, die Lyrics müssen nachgelesen werden, verstehen tut man wenig, was schade ist, da diese wirklich interessant sind.

Nach dem Lob kommt nun aber der Makel, nämlich die Abwechslung. Die ist nicht so vorhanden, wie man es sich doch mal wünschen würde. Die ersten 3 Tracks empfand ich als sehr ähnlich, wobei zwar alles richtig gemacht wird, was Hardcore ausmacht, aber wenn sich eine Band schon als „mixture of different styles and influences with a lot of passion and fun“ anpreist, sollte auch diese Vielfältigkeit ausgedrückt werden. Dagegen ohne Frage, Leidenschaft und Spaß sind garantiert.

Aber das sei nur am Rande bemerkt, alles in allem finde ich das Dargebotene zufriedenstellend. Absolute Hörempfehlung wäre von meiner Seite aus „It’s not all about acting“, Song 5.

Das Cover wirkt erst mal recht bunt, hat aber einen coolen Comicstil. Ausstattung und Inhalt wie bereits erwähnt sind EP typisch spartanisch, dennoch gibt es ein Booklet mit den Lyrics.

Ein kleiner feiner Anspieler, der durchaus Lust auf mehr macht. Mal schauen wohin es mit den Jungs gehen wird, von meiner Seite erstmal als Sprungbrett 4 von 5 Gitarren.

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