Schon der selbst betitelte Opener lässt keine Zweifel aufkommen und zeigt, in welche Richtung das Ganze geht. Bei dem aggressiv vor sich hin stampfenden Schlagzeug kann selbst der böseste Metaller nicht mehr grimmig gucken und muss unweigerlich die Rübe schütteln. Ähnlich brutal, nur deutlich schneller, geht es dann bei „Armies of Hell“ zu. Die messerscharfen Riffs verbunden mit dem auf den Punkt gespielten Schlagzeug machen diesen Song zu einem echten Nackenbrecher. In die gleiche Kärbe schlägt beispielsweise auch „Set this world on fire“.

Aber Mystic Prophecy belassen es keinesfalls bei stumpfem runtergerotzten Gitarren-Geschrammel. Vielmehr zeichnen sich die Stücke durch variantenreiche und verspielte Soli aus. Außerdem setzt Sänger Roberto Liapakis Höhepunkte durch seine natürliche, raue Stimme, die in den teils eigenwilligen Melodien voll aufgeht. Und die machen, wie bereits auf den vorangegangenen Alben, den Unterschied aus. Im Gegensatz zu beispielsweise „Ravenlord“ (2011) ist „Killhammer“ aber facettenreicher aufgebaut und lässt mehr Einflüsse von außerhalb des klassischen Heavy Metal zu. Sogar orientalische Klänge sind am Anfang von „Hate Black“ zu hören. Im Ganzen bleibt die Band jedoch ihrer Mischung aus kernigen Rhythmen, filigranen Gitarrenriffs und starken Melodien treu. Ganz besonders die Midtempo-Nummern „Angels of Fire“ und „Warriors of the Northern Sea“ profitieren von dieser Mischung, und zeigen die Band schon fast von ihrer “weichen” Seite. Auf jeden Fall gehen die Refrains beider Songs gut ins Ohr und machen Spaß.

Was an dieser Stelle allerdings auch angeführt werden muss ist, dass das Album zwar viele starke Momente hat, der Über-Hit aber fehlt. Somit geht auch die mittlerweile achte Veröffentlichung der Band in der Gleichmäßigkeit der Band-Diskografie etwas unter. Leider muss man sagen. Denn die Band spielt auf einem sehr hohen Niveau und das Album unterhält ohne plumpe Anbiederung an Genre-Größen oder Trends.

Fazit: Für Fans der Band auf jeden Fall eine Anschaffung wert, doch wer vorher schon nichts mit Mystic Prophecy anfangen konnte, der wird auch von „Killhammer“ nicht überzeugt werden. Und da hilft auch das nette, aber nicht sonderlich originell umgesetzte, „Crazy Train“-Cover von Black Sabbath nicht mehr.

Tracklist:

  • 01. Killhammer
  • 02. Armies of Hell
  • 03. To Hell and Back
  • 04. Kill the Beast
  • 05. Children of the Damned
  • 06. 300 in Blood
  • 07. Angels of Fire
  • 08. Warriors of the Northern Sea
  • 09. Set the World on Fire
  • 10. Crazy Train

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