Und schon wieder ereilte mich, nach dem von OsnaMetal.de präsentieren Event mit LAMINIUS X, die Nachricht einer weiteren CD-Release-Party in Osnabrück. Stattfinden sollte das Ganze im Untergeschoss des neuen Bastard Clubs und zwar am 19.11.2010. Geladen hatten die Gothic-Rocker/-Metaller Mystigma, früher auch unter dem Namen Tears of Mystigma bekannt, um deren neuen Output „Andagony“ gebührend zu feiern. Mit im Gepäck waren zwei interessante Gruppen, die es verstanden, das Publikum entsprechend zu unterhalten.


Den Anfang machten vor noch nicht allzu zahlreichem Publikum die sich ebenfalls im Gothic Rock bewegenden Tunes of Dawn, welche leider zusätzlich mit ziemlichen Soundschwierigkeiten zu kämpfen hatten. So bekam man als interessierter Zuhörer bis zum vorletzten Song entweder nur die Gitarre oder nur das Keyboard zu hören, je nach empfinden des Soundtechnikers. Zumindest empfand ich das so. Kann aber auch an meiner Standposition im Raum gelegen haben. Auffällig war, dass bereits hier mit einem Multitracker gearbeitet wurde, der kleinere Orchester- oder Atmosphäreparts zusätzlich zum Keyboarder in den Gesamtklang einfließen ließ. Ansonsten bediente man sich beim für dieses Genre typischen Mix aus charismatischer Stimme, ruhigen Melodieparts und brachialen Gitarre/Bass/Schlagzeug-Teilen. Leichtes bis mäßiges Mitwippen der Köpfe im Publikum war zu verzeichnen, ansonsten kam der Funke noch nicht so richtig über. Hier fehlte vor allem auch der für Gothic-Auftritte passende visuelle Rahmen in Form von atmosphärischer Lichttechnik und Bühnenaufbauten. Nichts desto trotz eine solide Show, welche die Zuschauer auch mit angemessenem Applaus zu würdigen wussten.

Ein Stilbruch sondergleichen erwartete das Auditorium mit der zweiten Band, welche – soweit soll schon mal vorweg gegriffen werden – für mich persönlich das Highlight des Abends darstellte. Gemeint sind die in der Neuen Deutschen Härte anzusiedelnden die!, welche gleich mit brachial gespielten Riffs und einem energisch rumzappelnden und brüllenden Fronter die Ohren der verträumten Leute vor der Bühne durchpusteten. Einige recht verwundert dreinblickende Menschen sah ich schon, vor allem aus dem Lager der Hardcore-Mystigma-Fans, welche durchschnittlich einer älteren Bevölkerungsschicht angehörig sind (ab 35/40). Doch schon nach recht kurzer Zeit konnte dieser vernachlässigbare Graben überwunden werden und es wurde zum ersten Mal an diesem Abend richtig gefeiert. Man hüpfte, man pogte, man klatschte zu den deutschen Texten und wunderbar mitreißenden Rhythmen. Hinzu kam diese aussergewöhnliche Ausstrahlung des Fronters Matze Elsholz, der ja auch schon seinerzeit bei Megaherz gute Arbeit leistete. Dieser Mensch ist auf der Bühne kaum zu stoppen. Wie ein Geisteskranker wird gestikuliert und geposed bis der Arzt kommt. Dazu passend die ironisch-derben Texte, welche mir ein ums andere mal herzhafte Lacher entweichen ließen. Für mich klar unterbewertet, diese Formation, stellt sie in meinen Augen die perfekte Mischung aus Rammstein und Knorkator dar.

Aber nun zum Headliner und Gastgeber dieser CD-Release-Party. Zwischenzeitlich hatte sich der Bastard Club auch schon vergleichsweise ansprechend gefüllt. Man konnte spüren, dass zahlreiche Verwandte und Bekannte der Band unter den Gästen dieses illustren Abends waren. Statusgebührend wurde die Bühne kurzerhand umgestaltet mit thematisch gut platzierten Bannern links und rechts neben der Bühne, die auch noch perfekt ins richtige Licht gerückt wurden. Der Sound hatte bereits ab der zweiten Band bedeutende Fortschritte gemacht, sodass einem gelungenen Auftritt der Jungs (und des ab und an als Gast auf der Bühne mitwirkenden Mädels) nichts mehr im Wege stand. Thematisch und musikalisch bewegte man sich erwartungsgemäß wieder zurück in Richtung Gothic Metal, was vom Publikum anerkennend begrüßt wurde. Nach kurzer Einführungsphase (ca. 3 Minuten) hatten die Musiker ihre Gäste voll und ganz auf ihrer Seite. Die Titel wurden ohne Ausnahme sehr gut aufgenommen und erhielten die erwarteten Reaktionen aus den Reihen der Zuschauer, gleich ob es sich um altbekanntes oder – vorzugweise – aktuelles Material von Album „Andagony“ handelte.

So feierte man sich durch die Show, die nach zwölf Stücken erst eine verdiente Zugabe von zwei Titeln und dann ihr Ende fand, welches alle Anwesenden durchaus in positiver Erinnerung behalten werden. Ich für meinen Teil fand den Abend recht gelungen.

Setlist Die!

  • 1. Dam Dam (Marmor, Stein und Eisen Bricht)
  • 2. Still!
  • 3. Alles In Einem Topf
  • 4. Daumenlutscher
  • 5. Lüg Mich An
  • 6. Tiefer Schmerz
  • 7. Kadavergehorsam
  • 8. Zugabe

Setlist Mystigma:

  • 1. No God Knows
  • 2. Irony Of Fate
  • 3. I Steal Your Light
  • 4. Vision Incomplete
  • 5. In Deiner Hand
  • 6. You’re Not Real
  • 7. Worlds Collide
  • 8. Never Seen Before
  • 9. Quicksand
  • 10. Antagonist Of Fear
  • 11. Staub Der Worte
  • 12. Say Just Words
  • Zugaben:
  • Universal Surrender
  • Mirrorblade

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