Verschwitzt steige ich aus dem Auto, greife noch ein letztes Mal hinein, um ein Bier herauszuholen um es genüsslich auf der Stelle zu exen. Etwas in Eile griff ich mir ebenfalls die Digicam und den Notizblock um alle heutigen Vorkommnisse zu dokumentieren..

Was anfängt wie ein schlechter Kriminalroman war nichts anderes als der Auftakt zu dem heutigen Konzert in Steinfurt. Die Wicked Sideburns, Purid und Nagasaki 45 geben sich die Ehre um diesen Abend alles andere als leise werden zu lassen.

Nach fast einer Stunde Fahrt und einigen Problem bei der Wegfindung, kam ich um 20:10 Uhr beim Talentschuppen in Steinfurt an. Mir wurde eine Anfangszeit von 20 Uhr mitgeteilt, so dass ich mich auf dem schnellsten Weg in den Club machte, um auch ja nichts Wichtiges zu verpassen. Zielstrebig stürmte ich in den Club und musste überrascht feststellen, dass keine Eingangskontrolle durchgeführt wurde und der Raum hell erleuchtet ist. Nichtsdestotrotz folgte ich den Tönen der spielenden Wicked Sideburns und stellte ebenfalls erleichtert fest, dass ich zu früh bin und die Band gerade noch den Soundcheck durchführt.

Nach einigem Warten und reden mit den Anwesenden, fing es endlich um 21 Uhr an. Als erstes spielten die Wicked Sideburns aus Mettingen.

Ich habe die Band schon oft genug gesehen und wusste, dass es eine Livemacht ist, um die man einen großen Bogen machen muss, wenn man keine energiegeladene Musik mag. Die Jungs legten ohne großes Drumherum los und spielten den ganzen Abend größtenteils Songs ihres neuen Albums „From Dead Eyes“, welches eine Mischung aus Metal und Hardcore zelebriert. Leider riss dem Gitarristen, eine Gitarrenseite und das schon beim zweiten Song. Glücklicherweise konnte der Gitarrist von Purid aushelfen, so dass es nach kurzer Pause weitergehen konnte. Auch wenn die Stimmung anfangs etwas kalt wirkte, schafften es die Jungs der Menge so einzuheizen, wie keine andere Band an diesem Abend.

Nach der Darbietung ihres Sets, setzten sie zu ihrem letzten Song „Deep Black“ an. Dieser Songs ist live einfach nur der Hammer und gehört auch auf den Album zu meinen Favorites.

Jetzt waren Purid an der Reihe.

Eine etwas ungünstige Position nach so einer starken Liveband zu spielen, weil das Publikum immer noch ziemlich aus dem Atem war.

Ich hätte Purid schon bei der Record Release Party der Wicked Sideburns sehen können, habe es aber damals vorgezogen mich zulaufen zu lassen. Also war ich mehr als gespannt, was mich an diesem Abend erwartet. Die Personenzahl vor der Bühne war fast gegen Null, als Purid die Bühne enterten und anfingen zu spielen. Was sofort auffiel war der sehr stämmige Sänger der Combo. Für viele wäre es wohl der größte Alptraum gewesen, genau diesem in einer dunklen Nacht zu begegnen. Also warte ich gespannt auf die ersten Töne des Sängers und mir viel die Kinnlade runter. Der Sänger konnte Kreischen wie ein Pferd auf Drogen und so sanft Singen das man sich in Watte eingehüllt fühlte. Und diesen positiven Eindruck haben die Jungs in keiner Sekunde ihres Auftrittes verspielt. Es wurde eine Mischung gespielt, welche ich als „ New Emo Metalcore“ bezeichnen könnte. Kraftvolle Riffs trafen auf Melodien der Kategorie „Ohrwurm“. Wenn man nicht aufgepasst hat wurde eine Soundwand hochgespielt welche einen durch die hinteren Wände hätte buchsieren können. Für mich war die Band der musikalische Höhepunkt des Abends, auch wenn sich nur wenige Leute vor der Bühne versammelt haben. Mit dem Song „Friends“ beendeten die Osnabrücker ihren Auftritt. Zurück blieb ein sympathischer und fähiger Eindruck der Band

Jetzt waren die Osnabrücker Hardcore Lokalmatadoren Nagasaki 45 an der Reihe.

Hier wurde nicht lange gefackelt. Nach einem kurzen umbauen des Schlagzeug Sets legten sie mit einer Hardcore Dampfwalze los, die alles plättet was ihr in den Weg kommt. Der Sänger bewegte sich wie von der Tarantel gestochen durch die lichten Zuschauerreihen und schrie seine Ansichten in diese Welt hinaus. Ich muss gestehen, das es für mich etwas anstrengend war die ganzen schnellen und kurzen Songs auseinander zuhalten, weil ich persönlich nicht so viel Hardcore höre.

Den Zuhörern wurde nur selten eine Verschnaufpause gegönnt, was ein abwandern der Zuschauermenge als Ergebnis hatte. Aber man muss der Band zugute legen das sie eine Spielfreude an den Tag legten und eine Power ausstrahlten, welche sogar die Toten zum moshen gebracht hätte.

Fazit: Ein gelungener Abend mit einer guten Auswahl an Bands. Leider wurde die Stimmung durch das etwas zurückhaltende Publikum gebremst, was aber an der Darbietung der Bands nicht änderte.

—————————————

Location: Talentschuppen, Steinfurt
Datum: 2005-09-09
Autor: Peeper


Wie hat Dir der Artikel auf metaller.de gefallen?

Nagasaki 45 & Purid & Wicked Sideburns am 09.09.2005 im Talentschuppen Steinfurt: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne5,00von 5 Punkten, basieren auf 1abgegebenen Stimmen.
Loading...