Lange habe ich mich nicht mehr so jung gefühlt wie an diesem Abend im gut gefüllten Osnabrücker Rosenhof:. Nazareth waren in der Stadt, um die Osnabrücker mittleren Alters in Nostalgie zu tauchen.

Als Vorband betrat pünktlich um acht und komplett ohne Publikumsreaktion Tri State Corner die Bühne. Sofort fiel ein ungewöhnlicher Sound auf, hervorgebracht von einer Bouzouki, einem griechischen Saiteninstrument, das in vielen Songs der Band die Leadgitarre erfolgreich ersetzte.

Das als Einführung verwendete erste Stück der Band war komplett instrumental gehalten, aber deswegen nicht minder beeindruckend. Die Abwesenheit des Sängers fiel erst in dem Augenblick auf, als dieser zu Beginn des zweiten Songs auf die Bühne kam. Tri State Corner (Dreiländereck) besteht aus einem Deutschen, einem Polen und drei Griechen. Trotz dieser Internationalität der Bandmitglieder klappten das Zusammenspielen und die Bühnenperformance einwandfrei. Musik kennt nun mal keine Grenzen, oder, wie die Band es selbst Ausdrückt: „Rock ist Rock und Ouzo ist Ouzo.“

„Ela Na This“ hieß der fünfte Song des Abends, „komm und schau dir meine Welt an“, was das Publikum als Aufforderung zu verstehen schien. Es überwand allmählich die Reaktionslosigkeit, ging in ein kollektives Fußwippen über, klatschte und sang nach Aufforderung auch mit. 45 Minuten und ein energiegeladenes Set später verließ Tri State Corner die Bühne wieder, worauf eine ebenso lange Umbauphase eingeleitet wurde.

Seit 1968 existiert Nazareth inzwischen, hat sich von einer kleinen schottischen Coverband, die aufgrund ihres Images damals auf beinahe lebensbedrohliche Ablehnung stieß, zum Vorbild von Bands wie Guns N’ Roses gearbeitet und stand an diesem Donnerstag auf der Rosenhof-Bühne. Das Licht erlosch und ein stimmungsvolles Intro erklang, während die Bandmitglieder an ihre Positionen traten. Das Licht kam wieder und Dan McCafferty, Jimmy Murrison, Pete und Lee Agnew tauchten auf. Selbstverständlich hat sich seit den frühen Anfängen der Band Einiges verändert. Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen, die langen Lockenfrisuren von damals sind verschwunden, die Haare grauer geworden.

Und dennoch, beinahe feierlich war die Stimmung bei den ersten Tönen, die Sänger Dan McCafferty ins Mikrophon fauchte, und das mit einer Kraft, die man ihm kaum noch zugetraut hätte.

Das Zusammenspiel der Bandmitglieder zeugte eindeutig von der jahrelangen Bühnenerfahrung, aber nicht nur alte Songs wurden zum Besten gegeben, sondern auch einige vom neuen Album „The Newz“ präsentiert.

Zu einem Nazareth-Konzert gehörte selbstredend auch die Herzbrecherhymne „Love Hurts“, welches ans Ende des Sets gelegt wurde. Schon beim Erklingen der ersten Töne des Songs stand dem Publikum die Begeisterung ins Gesicht geschrieben.

Alles in Allem konnte Nazareth durchweg beweisen, dass sie nach guten 40 Jahren Bandgeschichte noch immer fähig sind, ein Publikum über eineinhalb Stunden zu unterhalten, dem konnte auch eine erzwungene Pause auf Grund technischer Schwierigkeiten nichts anhaben.

Setlist Tri State Corner

01 Pulp Fiction

02 Remaining

03 Oniro Trello

04 I’m That Guy

05 Ela Na This

06 Native

07 My Saviour

08 So Lonely

09 TSC

10 Nothing At All

11 Sleepless

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