Wertung: 10 von 10

Neaera – Dieser Name dürfte wohl vielen inzwischen kein unbekannter mehr sein, hat sich doch das Quintett um Frontsau Benny Hilleke in den vergangenen Jahren mit einem brettharten Release nach dem anderen in den internationalen Death Metal-Himmel gebolzt. Und auch dieses Jahr lassen es die Münsteraner wieder, wie gewohnt, so richtig krachen.


Wo sich bei der letzten Scheibe der Combo, namentlich “Omnicide – Creation Unleashed” (2009), die Geister doch sehr geteilt haben, können viele skeptische Fans nun wieder beruhigt aufatmen.

Ungewohnt ruhig wird der Silberling diesmal mit einem schönen Klavier-Intro eingeläutet, bevor es dann mit dem bereits vorab veröffentlichten Track “Heaven’s Descent” in die Vollen geht, in dem mit gewohnt hohem lyrischen Niveau die in letzter Zeit ans Tageslicht gekommenen Missbrauchsfälle in kirchlichen Institutionen angeklagt werden.

Deutlich merkt man auch die Rückkehr zum fett abgemischten Sound, der bereits auf “Armamentarium” (2007) herrschte – die, meiner Meinung nach, größte Schwachstelle des Vorgängers wurde somit Elegant umschifft.

Wie bereits im Vorfeld versprochen, hört man schon bei den ersten beiden Tracks deutlich, wie ein Bogen über alle bisherigen Veröffentlichungen der Band geschlagen wird. Von brillanten Groove-Parts der Marke Bolt Thrower, geschickt kombiniert mit feinstem Göteborg-Sound, bis hin zu großartigem, stark vom Black Metal beeinflussten Geschredder inklusive Blastbeats lässt sich auf “Forging The Eclipse” alles finden.

Und spätestens bei dem epischen “Eight Thousand Sorrows Deep” gibt es dann kein Halten mehr. Der gewaltige Chorus fräst sich mit aller Kraft in den Gehörgang und das Gekeife und die starken Growls von Herrn Hilleke stehen außerhalb jedes Vergleichs. Der Song ist, so wie ein Großteil des Album, eine musikalische Reise um die halbe Welt, durch Schweden und Norwegen, bis hin nach Kalifornien und Kanada.

Mit “Rubikon” gibt es dann nochmal einen äußerst fetten Ausflug in die früheren Tage. Wer damals den Song “Synergy” vom dritten Release geil fand, kommt hier voll auf seine Kosten.

Am liebsten würde ich hier jeden einzelnen Track lobpreisen. Aber ich belasse es dann doch bei einer kurzen Zusammenfassung:

Neaera haben sich selbst einmal wieder übertroffen. Auf dem Knapp 40 Minuten dauernden Silberling bekommt man so gewaltig was auf die Ohren, dass einem ordentlichen Heim-Moshpit nichts mehr im Wege stehen sollte. Düster, brutal, groovig, schnell und gewohnt eingängig – das sind Neaera.

Über jeglichen Vergleich mit gewissen anderen deutschen (irgendwas-Core-)Bands kann ich nur lächeln. Diese Combo ist ein Original, welches vergeblich seinesgleichen sucht.

Anspieltips: Eight Thousand Sorrows Deep, Sirens Of Black, Exaltion

!TOPSCORE!

Tracklist:

  • 01. The Forging
  • 02. Heaven’s Descent
  • 03. In Defiance
  • 04. Eigth Thousand Sorrows Deep
  • 05. Arise Black Vengeance
  • 06. Rubikon
  • 07. Sirens Of Black
  • 08. Certitude
  • 09. Exaltion
  • 10. Tyranny Of Want
  • 11. The Prophecy
  • 12. And To Posterity A Plague
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