..Of Divinty“ nennt. Allerdings merkt man nach dem ersten Schock und spätestens vierzig Sekunden des Hörgenusses, dass das nicht alles ist, was die Combo zu bieten hat.Die Musik der Band wird teilweise von Riffs getragen, die durchaus auch zu einer Melodic Death oder Heavy Metal Band passen würden. Drummer Alexandre Erian überrascht nicht nur mit extremer Geschwindigkeit, sondern legt auch Präzision und Abwechslungsreichtum an den Tag, von denen sich selbst Größen wie Behemoth noch eine Scheibe abschneiden können und die zusammen mit den ebenfalls extrem schnellen Riffs eine unglaubliche Aggressivität in die Musik bringen, wie sie nur selten zu finden ist.Die Songs sind komplett durchkomponiert, wodurch die einzelnen Lieder sehr abwechslungsreich und kurzweilig werden. Dieses Gesamtbild wird zudem noch durch die sehr wechselhaften Vocals von Ian Campbell gestärkt, dessen Stimme von tiefem Gegrunze über Brüllen bis hin zu Screams alles zu bieten hat.Gar nicht ins Gesamtbild passen will das, auf den ein bisschen an Kataklysm erinnernden Song „Imagery“ folgende Instrumental namens „Memento“, welches eher im Melodic Rock-Bereich angesiedelt ist. Dies ist allerdings nicht die letzte Überraschung auf diesem Tonträger, denn die folgenden Songs sind ungewohnt melodisch, und das eher an Titel von der Scheibe „A Passage Into Forlorn“ erinnernde „Truth beyond recognition…“ und die darauf folgende, leider nicht im Booklet erwähnte Instrumental bilden einen gelungenen Abschluss nach rund vierzig Minuten sinnvoll investierter Zeit, was für eine Band dieses Genres doch schon ungewöhnlich lang ist.Auf der zweiten CD des Doppelpacks finden wir zwei Re-Releases von älteren Alben der Band, die ein gutes Bild davon abgeben, durch welche Stilveränderungen sich Neuraxis in den zehn Jahren ihrer Existenz geprügelt hat.So ist „Imagery“ (1997) eher Black denn Death Metal, sieht man einmal von den für diesen Bereich untypischen Vocals ab. Es gibt zwar schon die für die Band typischen Grind-Einlagen, diese sind aber äußerst rar gesät und können hier fast unberücksichtigt gelassen werden. Das zweite Re-Release auf der Bonus-CD, „A Passage Into Forlorn“ (2001), kommt dem heutigen Stil der Band schon näher. Hier wird eher auf disharmonische, größtenteils unmelodische Death Metal Riffs gesetzt, und das Schlagzeug gibt Double-Base-Einsatz wo es nur geht. Auch die Blastbeats und die für die Band typische Ungeradlinigkeit kommen hier schon stärker zum Vorschein.

Alles in Allem ein Starkes Doppelpack, das auf der ersten CD übrigens noch eine „video footage“ mitbringt, die es sich auch durchaus lohnt, ausführlich zu begutachten.Die Scheibe sollte in der Sammlung eines jeden Liebhabers von Grindcore und schnellem Death Metal auf keinen Fall fehlen, und wird mit wohlverdienten 3,5 von 5 Punkten belohnt.