New Model Army – die gefühlvolle und kräftige Stimme Justin Sullivans

Die Band wurde zum Ende der 70er Jahre in Bradford von Justin Sullivan (Gesang, Gitarre) und Stuart Morrow (Bass) gegründet. 1982 kam Robert Heaton (Schlagzeug) hinzu. Sullivan, Morrow und Heaton legten mit ihrer Musik anfangs der 80er Jahre den Grundstein für eine mittlerweile 30-jährige Bandzeit mit mehreren hundert Live-Auftritten in ganz Europa.

New Model Army

Gothic Mode bei EMP
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Am Anfang ihrer Karriere fühlte sich die Band als Sprachrohr der Arbeiterklasse unter Englands damaliger Premierministerin Margaret Thatcher. Die Band hat ihre Wurzeln im Bereich des Punk. Ihre Lieder sind textlich politisch geprägt. Sie beschäftigen sich vor allem mit Problemen Englands der 80er Jahre. Außerdem unterstützt die Band auch heute noch die Umweltbewegung und kritisiert die Politik der USA. Die Band schaffte Anfang der 1980er Jahre den Aufstieg zu einer international geachteten und erfolgreichen Band, ohne dabei ihre Wurzeln zu verlieren. Der große, internationale Durchbruch gelang 1986 mit dem Song 51st State.

Auffallend für die Songs der Band ist die gefühlvolle und kräftige Stimme Justin Sullivans.

Die Liedtexte sind sowohl poetisch gehalten, als auch mit eigenen Erfahrungen der Bandmitglieder oder anderer Menschen bestückt. Als Beispiel ist hier der Song Aimless Desire zu nennen, dessen Inhalt die Lebensgeschichte eines Mannes erzählt, den Sullivan in einer Kneipe kenenlernte und von der er sehr beeindruckt war.

Außerdem geht es in den Liedern immer wieder um Fairness, die Natur, dem Sinn des Lebens und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten. Die Musik und der Gesang Sullivans wecken dabei bestimmte Gefühle wie Traurigkeit, Liebe zum Leben oder Zorn.

Im Laufe der Zeit entwickelte die Band ihren Stil weiter. Insgesamt sind die Werke abwechslungsreicher und vielschichtiger geworden. Mit zu den wichtigsten Alben von New Model Army zählen die nachfolgenden Alben Ghost of Cain (1986) und Thunder and Consolation (1989).

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Hierauf folgten mit Impurity (1990) und Love Of Hopeless Causes (1993) zwei weitere Alben. Letzteres enthält Lieder wie Here comes the war, einen Anti-Kriegs-Song, und White Light, das eine Nahtoderfahrung Sullivans beinhaltet. Diese Erfahrung resultiert aus einem Konzert der Band, bei dem Sullivan einen elektrischen Schlag erlitt und wiederbelebt werden musste.

Fast sechs Jahre ohne Studio-Album erschien 1998 dann Strange Brotherhood.

Im Jahr 2000 erschien mit Eight ein weiteres Studioalbum, das Dank der Mitarbeit von Michael Dean neue klangliche Wege beschritt.

Gothic bei EMP
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Zum 20-jährigen Bandbestehen gab es 2000 in Nottingham und Köln zwei Doppelkonzerte der besonderen Art: die Band spielte über 40 Songs aus ihrer bisherigen Zeit – die Setlist wurde aber auf beide Abende verteilt und so wurde kein Song doppelt gespielt.

2004 gab es zwei Todesfälle im Umfeld der Band. Darryl Kempster starb im bei einem Überfall vor einem Hotel in Südafrika im Alter von 37 Jahren. Am 4. November starb Robert Heaton, langjähriger Schlagzeuger der Band, mit nur 43 Jahren an den Folgen eines Pankreastumors. Gleichzeitig arbeitete die Band weiter an einem neuen Studio-Album, welches im Herbst 2005 erschien. Kurz nach dem Erscheinen des Albums ging die Band von Oktober bis Dezember 2005 wieder auf Tour.

Im Frühjahr 2006 gab es ein weiteres Erlebnis für die Fans. In Bradfords Partnerstadt Hamm wurde im März die Ausstellung New Model Army – One Family One Tribe – Art and Artefacts eröffnet. Anwesend waren neben dem Oberbürgermeister auch Justin Sullivan und dessen Lebensgefährtin. Die Ausstellung zeigte bis zum 7. Mai 2006 unterschiedliche Sachen aus der mittlerweile 25-jährigen Bandgeschichte. Keine zwei Jahre nach der Veröffentlichung von Carnival erschien im August 2007 mit High das zehnte Studioalbum. Eine große Tournee folgte durch Nordamerika und Europa.

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2008 verstarb unerwartet der langjährige Bandmanager Tommy Tee. Daher verzögerten sich die Studioarbeiten am elften Album. Today is a good day ist im September 2009 erschienen.

Zu Ihrem 30-jährigen Bühnenjubiläum spielte die Band 2010, wie bereits zehn Jahre zuvor, zahlreiche Doppelkonzerte.

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Autor: ArchiVader

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