Night Of The Death 2009 mit Path Of Golconda, Nailed To Obscurity und 24Give

Den Anfang vom Night Of The Death 2009 machten die Emder 24Give. Rein vom Namen lässt sich hierbei nicht unbedingt gleich auf eine Band schließen, die sich der „härteren“ Art des Metals verschrieben hat. Tatsächlich boten sie aber Musik, die irgendwo zwischen melodischen 90er Oldschool und modernem Death Metal anzusiedeln ist. Nach einem kleinem Intro legte die Band mit ihrem Song „Farcry“ los und es konnten relativ viele Langhaarige wie auch kurzhaarige Gäste sich nicht zurückhalten, ihren Kopf stilvoll im Takt zu nicken und umherzuwirbeln. Mit doch recht vernünftigem Applaus wurden die einzelnen Stücke gewürdigt und die Stimmung war und blieb während des fast fünfzigminütigen Auftrittes sehr gut. Die entsprechend geforderte Zugabe wurde zu allseitiger Freude schließlich auch gewährt.

Night Of The Death 2009 mit Path Of Golconda, Nailed To Obscurity und 24Give

Nach einer kleinen Pause konnten auch die Ostfriesen Nailed to Obscurity ihr Können beweisen. Wer vielleicht, ihrer Herkunft gemäß, mit “plattem” Death Metal rechnete, wurde durch die sehr abwechslungsreichen Songs eines besseren belehrt. Langsame und schnellere Parts wechselten sich ab, die englisch- wie auch deutschsprachigen Titel führten auch im Publikum zu bester Laune. Lediglich der “Surfversuch” eines Gastes war nicht von Erfolg gekrönt, was an dem eben doch nicht so zahlreichen Publikum lag. Auch diese Band wollte man nicht ohne Zugabe von der Bühne verlassen, die sie nach dieser unter anerkennendem Applaus verließen.

Mit Spannung erwartete man das Highlight des Abends des Night Of The Death 2009: Path of Golconda. Diese erschienen sehr stimmungsvoll mit einem symphonisch anmutenden Intro auf der Bühne, um kurz darauf zu beweisen, dass dieses Intro keinerlei Ähnlichkeit mit ihrer sonstigen Musik aufweist. Die 1999 gegründete Band war ursprünglich eine Black Metal – Combo. Doch Geschmäcker wandeln so, und so begeisterte sie an diesem Abend mit einem leicht thrashlastigen Death Metal das Publikum und ließ kaum einen Kopf im Raum ruhig auf den Schultern ruhen. Mit ausufernd guter Laune steckten Band und Publikum sich wechselseitig an. Dass es sich um eine Band ohne Label handelt, vermochten selbst sonst kritische Stimmen nicht so recht glauben, dass sie bereits vor Größen wie Napalm Death und Hatesphere gespielt haben, wirkte jedoch um so glaubwürdiger.

Entsprechend war das Publikum des Night Of The Death 2009 nicht so recht von dem Gedanken angetan, dass sie nach ihrem Set die Bühne verlassen wollten, und freute sich um so mehr über den Song “Return”, der auf dem Nachfolgealbum ihres Werkes ”The Treshold Diaries” (2006) erscheinen wird und ein sehr anregender Appetitanreger war. Der Applaus, der den offiziellen Teil des Abends beendete, belegte zumindest, dass die Stimmung mehr als gut war und das Konzert mehr Publikum verdient hätte. Trotz allem fasste Manuel, Sänger von Path of Golconda, diesen Abend gut zusammen mit den Worten “Osna rockt!”

Night Of The Death 2009 – Setlist 24 Give

01 Farcry
02 My own Suicide
03 Waste no time
04 IO Dency or Stick…
05 Eye in the sky
06 Pain in me
07 Echoes and Shadows
08 Closing Down
09 Forget me
10 Meditate
11 Caught in my Cavity

Night Of The Death 2009 – Setlist Path of Golconda

01 Intro
02 Metropolis Rotting
03 Catafalque
04 A Cannibal Crusade
05 Petriachor
06 Calling the Tide
07 Foul Winds
08 Between
09 Return


Hanftasia CBD

Nailed To Obscurity – Abyss…

Allerdings nimmt der Song dann langsam Fahrt auf und bereits hier werden die komplexen Strukturen der Nordlichter deutlich. Beim zweiten Werk der Scheibe wird dann alles richtig gemacht. Vom Klangbild irgendwo nahe an Insomnium und weiter entfernt von Opeth und typischen Death Metal-Bands wird hier einiges geboten. Besonders der melodische Mittelteil lässt mein Herz höher schlagen. Mit „Neon God“ wird gleich ein schöner Stampfer nachgeschmissen, genauso muss das sein und ähnlich geht’s auch weiter.

Zwar kommen die „Autumn Memories“ eher dem Feeling ihres Titels nach, aber trotzdem ist hier einer der Anspieltips versteckt. Allerdings offenbart sich hier auch das Problem, unter welchem auch oben genannte Bands leiden. Sie sind zwar technisch sehr gut, aber ihre Songs bleiben nur sehr schwer im Ohr. Dieses Problem muss ich leider auch Nailed To Obscurity attestieren. Trotz schöner Melodien, coolen Riffs, gotischen Einflüssen und einem gehörigen Progfaktor. Bei „Todessehnsucht“ geht es dann auf Deutsch weiter. Eine Eigenschaft, die ich an Bands wenig schätze, aber die in diesem Fall von Sänger Alex gut kaschiert wird. Bei „Kubus Aus Glas“ kommt es dann schon deutlicher durch und verleiht diesem Song, zusammen mit den atmosphärischen Keyboards und der traurigen Melodie einen leicht mittelalterlichen Einschlag.

Damit wären wir auch schon am Ende der illustren 42 Minuten und ich muss sagen, es gefällt mir durchaus. Daher gebe ich 4 von 5 Punkten nach Ostfriesland.

Tracklist
01. Abyss…
02. Chapter Of Doom
03. Neon God
04. Autumn Memories
05. Fallen Leaves
06. Todessehnsucht
07. Bloodlust
08. Kubus Aus Glas
09. Outro

Path Of Golconda - Return
Path Of Golconda – Return

Path Of Golconda – Return

Das „RockHard“- und „Legacy“-Magazin haben schon Topbewertung zu der aktuellen Scheibe „Return“ abgegeben und ausnahmsweise bin ich mal einer Meinung mit den entfernten „Kollegen“.

Allein schon das Coverbild weckt das Interesse sofort. Dunkle, schöne, mystische Farben zieren das Bild einer vermummten Gestalt, die durch ein brennendes Loch hindurchschaut. Im Hintergrund ein einsamer, heulender Wolf im Mondenschein. Das Ganze umrahmt von einem verschnörkelten, mit Blumen versetztem Rand. Na, klingt das nach Death Metal? Lasst euch nicht täuschen. Was die neun Songs auf „Return“ zu bieten haben, ist nicht durchgängig schwedischer Schule entsprungen.

Der erste Song „Return“ knüppelt gleich ohne große Intros los. Hier hört man deutlich die Black Metal-Einflüsse. Ein toller Opener. Abwechslungsreich werden melodische Stellen reingemischt, abgelöst von harten Knüppelpassagen und tollen Gesangsparts. Und das tolle an der Sache, die Qualität zieht sich durch das ganze Album hindurch. Zwischendurch verschwinden die Black Metal-Anleihen und es wird thrashiger wie bei „Fuck And Fiction“ oder ruhig, harmonisch und verträumt – passend zum oberen Zitat-Ausschnitt aus einem Rock Hard Interview mit Path Of Golconda – bei „Lily Of The Meadows“, ein tolles Outro. Doch der Death Metal, die Aggression und Power verlieren nie die Bedeutung.

Fazit: Mit Path Of Golconda kommt was großes auf uns zu. Verdient hätten sie den Erfolg. Jetzt heißt es nur noch, anhören, weitersagen undWerbung machen und alle Chancen nutzen, diese Band live zu sehen.

Tracklist
01. Return
02. Sharpen The Saw
03. The Wolves Are On The Prowl
04. Under A derelict Sky
05. Ophidian Bonds (Fragments From The Underworld)
06. Fuck And Fiction
07. Paler
08. Iconoclast
09. Lily Of The Meadows

Path of Golconda – Destination: Downfall

Endgeilster Hammer-Sound der einem da um die Ohren gedonnert wird, und die Lösung des Rätsels: die verantwortliche Band Path of Golconda hat scheinbar tief in die Tasche gegriffen und sich in Andy Claasen’s „Stage One“ Studio gewagt. Herausgekommen ist das erste Full-Lenght Album der fünf Oberhauser Burschen, genannt „Destination: Downfall“.

Aber nicht nur der Sound ist überheftig, sondern auch die abgelieferten Songs wissen zu begeistern. Das instrumentale Stück (This Dead-End World) und das Intro (Through Fog and Fire) lasse ich jetzt mal außen vor… beide Tracks dienen meiner Meinung nach nur zur Verzierung… übrig bleibt dennoch eine Spielzeit von knapp 40 Minuten – ihr seht also, jeder einzelne der sechs ‚echten’ Tracks genießt Überlänge, es ist somit eine befriedigende Menge an Material vorhanden. Zudem ist jedes einzelne Stück sehr abwechslungsreich, ich wage sogar zu behaupten das man aus dem einen oder anderen Song gut zwei Tracks hätte machen können… dieser Abwechslungsreichtum entschädigt sicherlich für die geringe Songanzahl – dadurch werden die Stücke aber leider auch weniger eingängig… wiederholtes Betätigen der Replay-Taste bleibt einem nicht erspart bis sich die volle Qualität aller Songs offenbart.

Aber wer durchhält wird belohnt… sei es das schwarzmetallisch angehauchte „Uncreation“, das streckenweise majestätisch groovende „Message in a Rifle“ oder das echt heavy ausgefallene „Calling the Tide“, Song für Song wird man hier zu ständigem Haarschütteln animiert. „Petriachor (the Parting of Hearts)“, das unangefochtene Glanzstück der Platte, kommt zunächst düster schleppend daher, und ebbt schließlich in die bittersüßeste Melodie die ich seit langem gehört habe. Der Song hätte glatt von „Dark Tranquillity’s“ „Damage Done“-Album stammen können.

Im Gegensatz dazu steht das schnelle und böse „A Cannibal Crusade“, in dem erfreulicherweise mal etwas mehr auf tief gegrunzte Lyrics zurückgegriffen wird, der Frontmann verschärft sich ansonsten ja lieber auf Gekreischtes in unterschiedlichsten Härtestufen.

Als Bonus-Happen gibt’s dann noch „Devour Machine“ hinterher, das wohl so oder in anderer Form schon mal auf früheren Outputs von Path of Golconda erschienen ist. Für mich dennoch ein voller Track, vor allem weil er ähnlich wie „Petriachor (the Parting of Hearts)“ in diese „trostlose Traurigkeits“-Ecke fällt, was ich ziemlich mag. Alle die den Song schon kennen müssen sich bei der Abschlusswertung halt ́nen viertel Punkt abziehen, für alle anderen beträgt sie 3,5 von 5 Gitarren für ein gutes Debüt-Album, das Path of Golconda wohl so langsam einen fetten Plattenvertrag einbringen sollte, es sei denn, die namhaften Labels hätten tatsächlich alle Tomaten auf den Ohren…

Wer was von Path of Golconda hören will der kann mal auf der Homepage gucken, da gibt’s „A Cannibal Crusade“ zum Download und die komplette „Destination: Downfall“ für 10 Euronen zu kaufen.

Anspieltipps:
– Uncreation
– Petriachor (the Parting of Hearts)

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Autor: ArchiVader

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