Wertung: 7 von 10

Eine der legendärsten deutschen Punkbands feiert dieser Tage ihr dreißigjähriges Bestehen. Und dazu wird nicht einfach nur ein drittklassiges Best-of Album zusammengeschustert. Nein, die Band dreht gleich ihren ersten eigenen Film und packt den Soundtrack noch oben drauf. Die Band von der ich hier schreibe, heißt Normahl und sollte jedem echten Punk ein Begriff sein.


Jong’r (2010) – der Film:

Wir schreiben den 16. August 1977. Der Tod des „King of Rock’n’Roll“, Elvis Presley erschüttert das kleine Örtchen Leutenbach in der Nähe von Stuttgart und vor allem Freds Vater, welcher ein großer Verehrer des King ist. Fred kann das nicht nachvollziehen. Für ihn ist die Musik von Elvis Presley alt und antiquiert und verkörpert die Spießigkeit des Bürgertums der 1970er Jahre. Fred hingegen hat für sich den Punk entdeckt und schwärmt für Bands wie die Sex Pistols. Sein Leben ist geprägt von Rumhängen, Langeweile, Alkohol und Drogen. Als die Situation zwischen Fred und seinem Vater eskaliert und dieser ihn rausschmeißt, zieht es Fred nach Berlin, wo er hofft, das Leben zu finden, von dem er immer geträumt hat. Doch es kommt alles anders.

Jong’r (2010) – der Soundtrack:

Passend zum Film hat die Band auch direkt den Soundtrack dazu komponiert. Neben Klassikern wie „Geh wie ein Tiger“ oder „Verarschung total“ beweisen uns die Jungs von Normahl mit Songs wie „Berlin““ oder „Deutsche Waffen“, dass sie auch anno 2010 nichts von ihrer Punk-Power verloren haben. Provozierende Texte, Pistols mäßige Gitarren und eine gehörige Portion Humor machen den Soundtrack zu einem hörenswerten Tondokument, welches auch ohne den Film einen gewissen Reiz hat.

Mit ihrem Jubiläumsfilm schildern die Jungs von Normahl auf eine einzigartige Weise das Lebensgefühl der frühen Punks in Deutschland. Auf besondere Weise wird der Konflikt zwischen der Jugend und der Eltern-Generation dargestellt. Hierzu schlüpfen die Bandmitglieder selbst in die Rollen ihrer spießigen Väter, deren Lebensinhalt sich zwischen Arbeitsalltag und abendlichem Suff im örtlichen Wirtshaus abspielt. Im Gegensatz dazu steht die rebellische Einstellung ihrer Kinder, die einfach nur das machen wollen, worauf sie gerade Lust haben.

Alles in allem ist Jong’r ein interessantes Werk mit welchem sich Normahl ein kleines Denkmal gesetzt haben. Für jeden echten Fan ein Muss, aber auch für den neugierigen Einsteiger ein lohnenswerter Kauf.

Tracklist Soundtrack:

  • 01. Berlin
  • 02. Holidays in the sun
  • 03. Darum bleib ich Punk
  • 04. Nach all den Jahren
  • 05. Geisterstadt
  • 06. Grosse Chance
  • 07. Pink Tiger (instrumental aus dem Film)
  • 08. Verarschung total
  • 09. Deutsche Waffen (live)
  • 10. Nimm mich mit
  • 11. White Mouse (instrumental aus dem Film)
  • 12. Durst (Volksmusikversion)
  • 13. Claudia
  • 14. AVC
  • 15. Suspicious minds
  • 16. Rockabilly Jimmy
  • 17. Geh wie ein Tiger
  • 18. Virtual life
  • 19. Suspicious minds (reprise)

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