Andererseits soll das natürlich nicht sofort bedeuten, die Musik sei deswegen schlecht. Lediglich die Professionalität der Gruppe wird damit in Zweifel gezogen.Und das, obwohl die Musiker Carmelo Orlando, Giuseppe Orlando und Massimiliano Pagliuso doch so einen tollen Eintrag auf der deutschen Wikipedia Seite haben. Aber der negative erste Eindruck kann ja schnell behoben werden, denn die seit 1990 aktive Band bringt im November ihre neue Scheibe „The Blue“ heraus. Ob damit „Die Traurigen“ oder „Die Blauen“ gemeint sind bleibt eine Frage, der wir ja noch nachgehen können. Fakt ist, dass es sich bei dem neuen Album, welches mit elf Tracks bespielt ist, um die insgesamt zehnte Veröffentlichung handelt.Aber genug gefaselt. Jetzt geht’s um „The Blue“. Schnell merkt man, dass sich die Frage nach der Ernsthaftigkeit erübrigt, da Äußeres und Inhalt einfach viel zu Seriös in Erscheinung treten. So wird zum Beispiel bei der Betrachtung der instrumentalen Seite schnell deutlich, dass es sich um einen lange einstudierten Mix aus Progressive und Death handelt, der zumindest mir in dieser Form das erste Mal vorliegt. Eine persönliche Note wird schon dadurch gewahrt, dass die drei besonders viele langsame Stücke eingespielt haben, in denen die Atmosphäre vor jeglicher Härte im Vordergrund steht. Die Soli, sowie Riffs sind langsam und eingängig und nur durch ein wenig Growlen kommt ein Stück Death Metal Stimmung auf, so auch in „Iridescence“ (Track sieben). Meistens singt der Sänger aber clean.Ein hohes Facettenreichtum ist also absolut nicht abstreitbar, vielmehr ein Merkmal der Runde. Wenn man zusammenfassend Adjektive auflisten würde, was Novembre hier sind, dann würden die Worte vielfältig, emotional, hörbar, individuell und geladen sicherlich nicht fehlen.Egal, wie man das hier nennen will. Es handelt sich um eine ganz gute Vorstellung und vier Gitarren sind alle mal verdient. Übrigens soll „The Blue“ wohl tatsächlich „Die Traurigen“ heißen. Alles andere würde in meinen Augen irgendwie sehr unsinnig erscheinen. Ach ja: Die Band darf sich ruhig mal darum bemühen vernünftige Songenden zu entwickeln. Einige sind mit faulen fadeouts bearbeitet worden, andere reißen einfach ab.