Wertung: 7 von 10

Die Bergischen Löwen brüllen wieder. Und sie brüllen so laut und selbstbewusst wie niemals zuvor. Mit ihrem neuen Silberling haben Obscurity ein richtig starkes und abwechslungsreiches Album geschaffen, das mit gutem Grund nach der Band selbst benannt ist.


Dunkelheit, Unklarheit, Verworrenheit. Das sind die Worte mit denen das englische Wort Obscurity auf www.leo.org ins Deutsche übersetzt wird. Und das trifft es in diesem Falle auch sehr gut, denn Obscurity nehmen uns auf ihrem neuen Album mit auf eine Reise durch die düstere und schwertragende nordische Mythologie. Und im Gegensatz zu vielen Pagan Metal-Bands, die ihr Heil mittlerweile abseits dieser Thematik suchen, machen die Jungs aus dem Bergischen sie zum zentralen Punkt ihrer Lyrik. Sei es nun Naglfar, das Totenschiff, der „Weltenbrand“ oder der „Fimbulwinter“. Alles findet seinen Platz auf „Obscurity“.

Dabei wirkt die Musik aber auch unklar und verworren, denn so ganz genau kann man weder Band noch Album genau einem Genre zuordnen. Zum einen hört man wütend krächzenden Gesang, wie man ihn von Bands wie Enslaved oder Moonsorrow kennt. Zum anderen gesellen sich rhythmisch melodiöse Gitarrenriffs á lá Amon Amarth dazu. Und teilweise klingen die Jungs so episch und atmosphärisch, dass man sich an die guten alten Bathory erinnert fühlt. Auf jeden Fall lassen Obscurity keinen Zweifel daran, dass sie es wissen wollen. Das Tempo ist fast durchgängig im Up-Tempo, schlägt einem ziemlich in die Fresse, und der Sound ist über jeden Zweifel erhaben. Lediglich die Schlagzeugarbeit könnte ein wenig differenzierter sein.

Das Album ist voll mit großartigen Stücken und es fällt mir schwer einen bestimmten Höhepunkt hervorzuheben. Sei es nun das extrem aggressive und schnelle „Germanenblut“ oder aber das Titelstück „Obscurity“, welches durch seinen sehr eingängigen Refrain überzeugt. Jedes Stück hat sein besonderes Etwas und trägt somit seinen Teil zu einem soliden Genrealbum bei. Es wird bewusst auf allzu viel Experimentiererei verzichtet und der Band typische Grundsound nur dezent erweitert. Insgesamt zeigt sich Obscurity auf seinem neuen Langspielwerk von seiner bislang bissigsten Seite.

Wegen seiner kompromisslosen Attitüde und seiner gradlinigen Kompositionsweise wird das Album wohl außerhalb der Black/Pagan-Szene kaum Beachtung und Anerkennung finden. Aber gerade das macht „Obscurity“ auch schon wieder interessant. Für Genreliebhaber und Interessierte lohnt sich der Kauf also sicherlich.

Traklist:

  • 01.In Nomine Patris
  • 02.Obscurity
  • 03.Germanenblut
  • 04.Strandhogg
  • 05.Ensamvarg
  • 06.Blutmondzeit
  • 07.Joermungandr
  • 08.Weltenbrand
  • 09.Fimbulwinter
  • 10.Kein Rückzug
  • 11.So endet meine Zeit

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