Wertung: 9 von 10

Obscurity – Bereits vielfach wurde mir von dieser, schon seit geraumer Zeit existierenden, Band vorgeschwärmt. Doch bisher konnte ich mich nicht dazu überwinden, mich näher mit ihnen auseinanderzusetzen. Und ich bin froh, dass sich das mit „Tenkterra“ jetzt geändert hat – Denn ein Viking-Epos von gewaltigem Ausmaß – und nichts geringeres – erwartete mich, als mir der brandeue Silberling der Viking-Metaller aus dem Bergischen Land aus den Boxen entgegenschallte.


Eingeleitet durch ein gefühlvolles Gitarren-Intro mit Ohrwurm-Charakter, dann eine epische Tremolo-Melodie, unterlegt mit Blastbeats – So läutet der erste Song, namentlich „Keltiwald“, den knapp 43 Minuten andauernden Ritt durch Wälder, Berge, Täler und germanische Geschichte ein.

Hier sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es sich bei „Tenkterra“ um ein Konzeptalbum handelt, in dem sich alles um die Tenkterer dreht, einen germanischen Volksstamm, und dessen (meist kriegerischen) Auseinandersetzungen mit Julius Cäsar. Und tatsächlich – durch die eingängige Arbeit der, mal nach vorn preschenden, mal atmosphärisch arbeitenden Instrumental-Fraktion, und die wütenden, perfekt zur Musik passenden Growls von Sänger Agalaz, wird man geradezu mitgerissen und Teil von etwas längst vergangenem.

Der Stil der Band gibt sich im gesamten sehr melodisch, unkompliziert und schwedisch, hebt sich aber durch die, teilweise sehr gut verständlichen, deutschen Texte und den doch recht individuellen Stil etwas ab. Manchmal vermisse ich allerdings etwas die Abwechslung, z.B. in Form eines Instrumentals.

Für Fans von Amon Amarth, älteren Songs von Equilibrium oder SuidAkrA und ähnlichen Bands ist „Tenkterra“ dennoch ein wahrer Festschmaus für die Gehörwindungen!

Anspieltips: Blut für Blut, Grenzland, Bergischer Hammer

Trackliste:

  • 01. Keltiwald
  • 02. Tenkterer
  • 03. Keldagau
  • 04. Blut für Blut
  • 05. Raubzug der Sugambrer
  • 06. V. Legion
  • 07. Germanicus‘ Rache
  • 08. Brukturer
  • 09. Grenzland
  • 10. Bergischer Hammer