Bereits im Jahr 2012 veröffentlicht, fällt bei „Blitzkrieg Battalion“ direkt das in Rot und Schwarz gehaltene Cover auf. Anders als bei Bands mit ähnlicher musikalischer Ausrichtung blickt man anstatt auf Dämonen oder düstere Landschaften in die grimmigen Gesichter der Protagonisten, und beim Anblick von Kutten und Nieten wird sofort klar, dass es sich bei den nächsten knapp 45 Minuten um Thrash der alten Schule handelt.

Nach einem kurzen Schlachtfeld-Intro legen die Mannen um Sänger Nekroschwanz direkt los. Die Gitarren von Genözider sägen durch die Boxen und werden getrieben durch das drückende Geballer von Drummer McBreu und Bassmann Kremator. Die Band, die aus Mitgliedern der bekannten Black Metal-Kombo Zerstörer und den Old School-Bier-Thrashern Beer Pressure entstanden ist, verstehen ihr Handwerk, und es wird gnadenlos drauf los geprügelt. Ohne immense Soli oder auch nur einer Spur Harmonie in den Songs brennen Obsessör ein höllisches Inferno ab. Freunde von Blackened Thrash-Bands wie den frühen Sodom, Venom oder auch Bathory kommen genauso auf ihre Kosten wie Anhänger der aktuelleren Formationen wie Cruel Force, Desaster oder den schwedischen Antichrist. Die Musik von Obsessör ist allerdings noch eine Spur fieser und roher. Fronter Nekroschwanz keift sich rotzig durch die Stücke, und hier und da erschallt sogar ein hoher Schrei, bei dem Erinnerungen an Toto Bergmann von Living Death wach werden. Dies wird besonders bei dem Stück „Steel Attack“ zelebriert. Textlich gibt man sich gekonnt den genretypischen Themen wie Satanismus, Gewalt und Metallverherrlichung hin. Also im Grunde ein „rundum Sorglospaket“ für alle diejenigen, die auf protzige Überproduktion pfeifen und auf ehrliches, fieses Speed Metal-Gerotze abfahren. Als besondere Anspieltipps sind auf jeden Fall „Satanik Metal Overkill“, „Sodomy in Hell“ und das vorhin erwähnte „Steel Attack“ zu empfehlen.

Wie sich vielleicht der ein oder andere gedacht haben wird ist „Blitzkrieg Battalion“ ein Album aus dem Untergrund für den Untergrund. Der Sound ist roh, ohne aufgeblasene Produktion, und genau das ist es, was die einen lieben werden und manch anderer hassen wird. Für Kritiker und böse Zungen sind Obsessör mit Sicherheit ein gefundenes Fressen, wenn man sich über stumpfe Musik von gestern und Klischee-Verherrlichung bis zum Gehtnichtmehr auslassen will. Um einen Bekannten zu zitieren, der sagte, dass „Metal sowieso was von gestern ist“ will ich abschließend festhalten, dass es mit Sicherheit viele bessere Alben gibt und mindestens genauso viele schlechtere. Am Ende steht ein Album, das von Kerlen eingeprügelt wurde, die einfach nur Spaß haben an dem, was sie tun, und genau davon lebt die Szene abseits der „großen Bands“ und Magazine. Man darf also gespannt sein, was in Zukunft aus dem Hause Obsessör zu hören sein wird.

Tracklist

  • 01. Blitzkrieg Battalion
  • 02. Steel Attack
  • 03. Angelfuck Infantry
  • 04. Fistfights For Satan
  • 05. Storming Death’s Revenge
  • 06. Apocalyptik Raids
  • 07. Satanik Metal Overkill
  • 08. Blessed By Torment
  • 09. Sodomy In Hell
  • 10. Barbed Wire Blasphemy
  • 11. Curse Of The Ritual

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