Wertung: 9 von 10

Nicht mehr als ein Aperitif ist es, was die Jungs von Occulus mit ihrer EP “Wahnsinn” anbieten. Immerhin wird eine gut gewürzte Raffinesse geboten, der man seine Aufmerksamkeit widmen sollte.


Occulus sind vier Hamburger Jungs, die seit 2005 deutschsprachigen Thrash machen. Nach kleineren Line-up-Wechseln in den Bereichen Gitarre und Drums, diversen Auftritten sowohl als Mainact als auch als Support für Bands wie Eisregen oder Hämatom, folgte im März diesen Jahres der erste Silberling in Form einer fünf Track EP mit dem Namen “Wahnsinn”.

Occulus servieren mit diesem Set eine gepfefferte Ladung, die von Beginn an in den Ohren brennt. Mit latent hoher Geschwindigkeit ballern die Jungs mit zwei Gitarren die fünf Tracks durch, zur Abwechslung gibt es noch den einen oder anderen Midtempo Part, ruhige Stellen sucht man hier vergebens. Dennoch verfällt das Konzept nie der Eintönigkeit sondern wirkt auch nach mehrmaligem Hören druckvoll.

“Bin ich noch Mensch oder schon Maschine?” ist die Frage, die Sänger Jan-Georg Rosenboom im ersten Track “Mensch/Maschine” in den Raum stellt. Occulus glänzen mit ordentlichen Texten, die von der Rolle des Menschen in der heutigen Dienstleistungsgesellschaft handeln und diese durchaus in Frage stellen. Selten gelingt es, so ein Thema ohne den erhobenen Zeigefinger vorzutragen und auch diesmal funktioniert es nicht. Die Position der Band ist natürlich voreingenommen kritisch, immerhin aber nicht aufdringlich. Weiter verfallen die Texte nicht der Banalität, auch wenn die Satzkonstruktion einige Male eher in das Schema der Musik gepresst und geprügelt wirken. Stimmlich erinnert mich Rosenboom an Philipp Burger von Frei.Wild.

Letztlich bleibt aber nur ein Vorgeschmack. Mit “Wahnsinn” ist es Occulus zwar gelungen, eine gute Leistung abzuliefern, es ist allerdings nur eine EP und diese haben für mich den Makel, wenig aussagekräftig zu sein. Es bleibt abzuwarten, wie es mit dieser Band weitergeht, “Wahnsinn” bekommt von mir aber 4,5 Gitarren!

Tracklist:

  • 01. Mensch/Maschine
  • 02. Der Pfad
  • 03. Im Zweifel
  • 04. Wahnsinn
  • 05. Linienwerk

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