Dabei verbinden sie wie keine zweite Band deutsche Texte mit klassischem Hardrock respektive Bluesrock und werden so ihrem Ruf als „die deutschen AC/DC“ durchaus gerecht.

Die Songs sind durchweg echte Perlen, die Produktion steht dem in nichts nach und auch das Cover lässt gleich erahnen: Es geht um ehrlichen, dreckigen Vollgasrock. Der Stil von Ohrenfeindt ist sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal. Mag man sich beim Einlegen der Scheibe noch fragen, ob Sound und Text wirklich zusammenpassen, so werden alle Bedenken bereits mit dem ersten Lied weggerockt.

Ohrenfeindt, das sind Chris Laut (der seinem Namen wahrlich alle Ehre macht) an Bass, Harp und Vocals, Dennis Henning an der Gitarre, sowie Stefan Lehmann am Schlagzeug. Gemeinsam spielen die drei auch in der AC/DC-Coverband Powerage Hamburg.

Das Album beginnt gleich mit einem echten Kracher: „Ohrenfeindt“ ist so etwas wie die Hymne der Band, sowohl musikalisch als auch textlich („Mütter sperren Töchter ein – wir sind in der Stadt“ vs. „so lock up your

daughter and lock up your wife … the man is back in town“ (AC/DC –T.N.T.)) sind die Anleihen bei AC/DC unüberhörbar. Trotzdem gelingt es der Band durch die deutschen Texte ihren ganz eigenen „St. Pauli -Style“ zu entwickeln. Das klingt ganz und gar nicht merkwürdig, wie mancher vielleicht befürchtet hat, sondern macht dank Chris‘ Stimme richtig Laune.

Weitere herausragende Songs sind „Rock’n’Roll Mädchen“, der ideale Song für alle Rocker, um mit ihrem Mädchen zu schäkern, „Kalter Kaffee“, das einem auch nach dem zehnten Hören nicht langweilig wird (der Geheimtipp!), und „Kreis auf ihrer Haut“, bei dem die harten Ohrenfeindte große Gefühle zeigen. Erwähnenswert sind auch noch die etwas ruhigeren Stücke „Fernweh“ und „Paul“, der Rest ist der erwartet klare, gradlinige Rock. Damit sei diese Scheibe jedem Hardrockfan ans Herz gelegt. 5 von 5 Gitarren!

Anspieltipps: „Ohrenfeindt“, „Kalter Kaffee“