Mitte der 80er Jahre entwickelte sich aus dem Thrash Metal in den USA die neue Metalrichtung Death Metal. Als erste Vertreter des Stils gelten die Bands Slaughter, Celtic Frost, Possessed, Morbid Angel, Death und Master. Typische Merkmale des Death Metal sind die tiefen Instrumente und Growls, außerdem die rasanten Blastbeats und der Doublebass des Schlagzeugs. Raue, direkte Gitarrenriffs sind ebenso charakteristisch wie die typischen Death Growls des Gesangs.

Einfach ausgedrückt kann der Gesang auch oft nur noch als „Gebrüll“ bezeichnet werden. Die Liedtexte befassen sich thematisch in der Hauptsache mit dem Tod, Leid, Zerstörung, dem Krieg, manches Mal auch mit satanistischen, teils philosophischen/nihilistischen und sozialkritischen Themen. Die gesellschaftskritische Thematik erscheint häufig bei den Subgenres Melodic Death und Technical Death. Zu den Subgenres des Death Metal gehören außerdem die Stilrichtungen Deathgrind, Death´n´ Roll, Brutal Death, Florida Death, Deathcore, Slam Death Metal, Death Doom, New York Death, Melodic Death Metal und Technical Death Metal. Die Urform des Death Metal wird inzwischen als „Old School Death Metal“ bezeichnet. Zu diesen Old School Bands gehören vornehmlich Gruppen wie Morbid Angel, Bolt Thrower und Master. Bekannte Kultbands, die eine Schlüsselfunktion im Death Metal spielten, sind außerdem Dark Tranquillity, Carcass, Hypocrisy, Amon Amarth und Obituary.

Old School Death Metal

Old Schhool Death Metal und Melodic Death Metal seit Mitte der 1980er

Old Schhool Death Metal und Melodic Death Metal seit Mitte der 1980er

Deathmetal ist eine Musikrichtung, die sich in den 80er Jahren entwickelte und im Laufe der Zeit viele Subgenres mit sich gebracht hat. Das Genre kann als eine Weiterentwicklung des Thrash Metal angesehen werden. Death Metal tauchte zuerst in den Vereinigten Staaten auf, bevor der Stil sich in der Öffentlichkeit weiter verbreitete. Bands, die das Genre besonders geprägt haben, sind zum Beispiel Death, Possessed, Slaughter, Celtic Frost oder Morbid Angel. Der Frontmann von Death wird auch als „Godfather of Death Metal“ bezeichnet.

Der Begriff „Death Metal“ kam erst 1984 durch die Band Possessed und ihren gleichnamigen Song zustande. In den folgenden Jahren verbreitete sich der Musikstil und war Ende der 80er Jahre schon deutlich bekannter. Heute wird die ursprüngliche Form des Death Metal als Old School Metal bezeichnet. Aus Old School Death entstanden in den 90er Jahren die beiden bekanntesten Death-Stile, nämlich Melodic Death Metal und Technical-Deathmetal. Zu den Old School Bands gehören Master, Morbid Angel und Bolt Thrower. Death-Doom und Deathcore sind weitere Stile, die zwar auch Deathmetalanteile enthalten, allerdings nicht zwangsläufig darauf beruhen.

Merkmale
E-Gitarren und E-Bässe sind oft um mindestens einen Ganzton tiefer gestimmt als normal, teilweise sogar noch tiefer. Im Vergleich zum Gesang stehen die Instrumente eher im Vordergrund und sind verhältnismäßig laut. Die Gitarrenriffs sind sehr direkt und hart, außerdem werden sie absichtlich oft nicht harmonisch gespielt. Für Gitarre und Bass werden auch verzerrte Klänge eingesetzt, um einen besonders rauen Klang zu erreichen. Für das Schlagzeug sind vor allem schnelle Rhythmen typisch, die mit einem Einsatz von Doublebass- und Blastbeat-Techniken kombiniert werden. Das Spieltempo ist allgemein sehr abwechslungsreich, denn wider Erwarten muss es nicht zwangsläufig schnell sein. Auch im Deathmetal gibt es langsamere Riffs. Bold Thrower und Hypocrisy sind dabei eher für walzende Riffs bekannt, Cannibal Corpse und Morbid Angel hingegen für ein gehetztes Tempo. Zum Teil gehören auch Keyboards zu den eingesetzten Instrumenten, um eine neue Ebene der Kreativität zu erreichen. Dadurch ergibt sich eine Abwechslung zu einer doch eher brutalen Musik. So erneuern inzwischen einige Bands ihren ursprünglichen Sound, um melodischer, elektronischer oder rockiger zu werden.

Der vorherrschende gutturale Gesang ist das sogenannte „Growlen“ bzw. „Grunzen“. Dieses ist oft nur schwer verständlich, dafür aber sehr ausdrucksstark. Je nach Subgenre des Death Metal sind die „Deathgrowls“ unterschiedlich und so mal verständlich, mal weniger verständlich. Anfang der 90er Jahre kamen die „Clean Vocals“ dazu, jedoch deutlich seltener und eher beim Melodic-Deathmetal vorzufinden. Die Bands Amorphis und Edge of Sanity führten einen Wechsel von klarem Gesang und dem typischen „Grunzen“ ein.

Typisch für den Deathmetal sind Texte, in denen es um brutale und extreme Themen geht, die häufig auch einen sehr provokativen Charakter haben. Grenzen gibt es eigentlich keine, meistens sind die Inhalte jedoch düster und martialisch. Zu den Themengebieten gehören beispielsweise Satan, Tod, Elend, Kriege, Zerstörung. Philosophie und Gesellschaftskritik findet man eher im Bereich des Melodic Deathmetal. Allgemein herrscht in den Texten eine eher pessimistische Weltanschauung.

Deathmetal ist ein Genre, das in ständiger Entwicklung ist, wie man auch an den vielen Subgenres sehen kann. Dazu gehören: Technical Death, Old School Death, Melodic Death, New York Death, Florida Death, Death Doom, Deathcore, Death“n Roll, Deathgrind.

Melodic Death Metal

Melodic Death Metal (auch „Melodeath“) ist ein Subgenre des Death Metal, das in den 1990er Jahren entstanden ist und ursprünglich aus Göteborg stammt. Als Synonym für das Genre wird auch die Bezeichnung New Wave of Swedish Death Metal verwendet. Nach dem Herkunftsort Göteborg werden auch die Titel Göteborger Metal oder Göteborger Schule häufig benutzt, entstanden ist Melodic Death Metal nämlich aus dem Göteborger Underground. Teilweise bedient sich das Genre auch Elemente des Black Metal.

Entstehungsgeschichte
At The Gates gilt mit ihrem 1995 veröffentlichten Album Slaughter of the Soul als die erfolgreichste Band der Stilrichtung Melodic Metal. Heutzutage gehören Dark Tranquility und In Flames ebenso zu den bekanntesten Bands des Genres. Alle kamen aus dem Herkunftsort Göteborg. At The Gates löste sich 1996 auf, weshalb die beiden anderen Bands später hauptsächlich als Begründer des Melodic Metal angesehen wurden. In Flames gilt dabei als besonders prägend, weil sie von den drei Bands kommerziell gesehen die größten Erfolge erzielten. Weitere Bands, die in der Szene bekannt waren, sind Soilwork und The Haunted. The Haunted stammen ebenfalls aus Göteborg und sind maßgeblich für den Begriff „Göteborger Schule“ verantwortlich. Sie machten in ihrer Musik außerdem Gebrauch von zusätzlichen Elementen des Thrash Metal.

Charakteristische Merkmale
Wie andere Subgenres des Death Metal zeichnet sich auch Melodic Death Metal durch bestimmte stilistische Eigenschaften aus. Zu den Instrumenten, die für das Genre typisch sind, gehören E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug und Keyboard. Zum Einen gelten auch für Melodic Death Metal die typischen Elemente des Death Metal, darunter tiefer und aggressiver Gesang, tiefer gestimmte und verzerrte Gitarren und keine Verwendung optimistischer Refrains. Allerdings sind auch Violinen, Harfen, zweistimmige Gitarren und offbeat-orientiere Rhythmen der schwedischen Folklore typisch für das Genre. Es tauchen jedoch auch längere Abschnitte mit Gitarren auf, die nicht verzerrt, sondern vergleichsweise clean sind. Band dieses Genres neigen allgemein zu längeren und deutlich melodischeren Songs im Gegensatz zu anderen Metal Stilrichtungen. In Bezug auf Stimmung und Inhalte sind die Kompositionen weniger düster und mehr lebendig.

Der Gesang ist beim Melodic Melodic Metal sehr abwechslungsreich und wechselt zwischen Growls, Screams, Brüllen und auch klarem Gesang. At The Gates greifen vor allem auf Black Metal Einflüsse zurück, weswegen ihr Gesang nicht mehr nur Growls enthielt, sondern auch „high-pitched screams“. Die Musiker der Melodic Metal Szene machten in den zweistimmigen Gitarrenriffs, Soli und im Gesang von Melodien aus Moll-Tonleitern Gebrauch. So kam das Adjektiv „melodic“ zustande, das für das Genre heute wesentlich ist. Melodic Metal Kompositionen sind klassisch-harmonisch sowie tonal, während zum Beispiel Florida Death Metal oft mit komplexen Skalen arbeitet. Keyboards sind in der Metal-Szene generell sehr umstritten, sind bei einigen Bands aber gang und gäbe, beispielsweise bei Children of Bodom oder Dark Tranquility.

Als Kombination von der Aggressivität des Death Metal mit melodiösen Riffs, harmonischen Gitarren und klaren Vocals wird Melodic Death von vielen als die beste Art des Metal angesehen.

Defloration – Abused With Gods Blessing

Nach mittlerweile neun Jahren und bisher drei veröffentlichen Alben sind Defloration im Underground schon lange keine Unbekannten mehr. Dabei stehen sie schon immer für kompromislosen, brutalen Deathmetal der amerikanischen Schule der 90er Jahre. Mit „Abused With Gods Blessing“ legen sie nun ihr viertes Album vor.

Schon die ersten Takte des Openers „Angel Of Wrath“ zeigen, dass sie nicht daran denken, von ihrem Stil abzuweichen. Kompromislose Blastbeats und brachiale Doublebass-Parts, technische Gitarrenriffs und das alles auf hohem Tempo, lassen den Hörer wissen, dass hier nicht gekleckert, sondern geklotzt wird – und das auf verdammt hohem Niveau! Und auch die Stimme des Sängers Uwe Rödel beantwortet die Frage nach der musikalischen Richtung, „Corpsegrinder2 Fischer lässt grüßen.

Auch die nächsten Songs setzen dies konsequent fort. „Mr. Finster“ geht dann jedoch zunächst etwas grooviger zu Werke und weiß auch im weiteren Verlauf mit interessanten Breaks zu glänzen. Sänger Rödel setzt hier mit Screams Akzente und zeigt, dass er auch anders kann. Für meinen Geschmack der stärkste Song des Albums.

„Digested By Conspecifics“ gibt dann wieder deutlich mehr Gas, bevor mit „The Real Massacre Of Knife“ das zweite ruhigere Stück der Platte an der Reihe ist. Teils sehr schleppend, aber nicht minder gut gelungen.

Für den weiteren Verlauf des Albums wird dann wieder zum oben geschilderten Schema gewechselt. Dabei schaffen es Defloration, zu keinem Zeitpunkt langweilig oder abgedroschen zu wirken. Auch schaffen sie es, trotz der technischen Komplexität ihrer Stücke, dem Hörer immer zugänglich zu sein. Schuld daran sind sicherlich auch die mit Bedacht eingestreuten Gitarrensoli, besonders jenes in „Braindrill“ ist sehr gelungen.

Auch klanglich bietet „Abused with dods blessing“ einiges. Jörg Uken hat in den bekannten Soundlodge Studios alles aus dem Album herausgeholt. Der Sound ist druckvoll und trotzdem angenehm transparent. So geht auch bei den schnellen Parts nichts unterwegs verloren.

Insgesamt brauchen sich Defloration hinter ihren Vorbildern nicht verstecken. Mit „Abused With Gods Blessing“ ist ihnen ein wirklich starkes Album gelungen, dass technisch und musikalisch keine Wünsche mehr offen lässt. Fans von Cannibal Corpse und Deicide werden es lieben.

Einzig die Spielzeit ist mit 36 Minuten vielleicht etwas knapp bemessen. Hat aber auch sein Gutes: Das Album schreit nach mehr – oder sollte ich sagen: es growlt?

Tracklist:
01. Angel Of Wrath
02. Lost In Addiction
03. Braindrill
04. Mr. Finster
05. Digested By Conspecifics
06. The Real Massacre Of Knife
07. The Religious Way
08. The Fade Of Poor
09. Standing The Abyss
10. Negation Of God

Disbelief – Navigator

Seit Februar dieses Jahres (2007) ist das, jetzt im September wohl nicht mehr ganz so neue Album „Navigator“ von Disbelief erhältlich. Wer es noch nicht hat, oder wer noch nicht überzeugt ist es zu kaufen sollte weiter lesen.

„Navigator“ ist das siebte Album der hessischen Death Metal Combo Disbelief. Nach 2 Jahren Pause und mit neuem Gitarristen bohrt sich „Navigator“ mit wuchtigem Metal und emotionalem Gesang in die Gehörgänge und macht grade wegen dem Gesang Spaß! Mit kehligem, tiefem Gesang und gepresst, höherem Gegrunze bauen Karsten Jäger und seine Truppe eine Stimmung auf, die man mit den Worten melancholisch, besonders bei den langsameren Stücken, und aggressiv beschreiben kann. Entsprechend sind die Texte geraten, die von Trauer, Selbstzweifel und schlichter Verzweiflung handeln, aber nie den Aspekt des „Weitermachens“ verlieren. Es hat im Ganzen etwas Aufbauendes und gibt einem ein Gefühl, dass man halt irgendwann Scheiße fressen muss, aber sich dann auch den Mund abwischt und dann weitermacht! Am Handwerklichen kann man nicht mäkeln, instrumental sowie gesanglich ein solides Album, auch mit neuem Gitarristen. Aber wie hoch ist der Wiederhörfaktor? In meinen Augen liegt der im guten Mittelfeld, denn es mangelt einfach an großen Ideen und einer gewissen Vielschichtigkeit! Die Ausstattung ist ebenso solide, es gibt immer noch Exemplare der Limited Edition, diese liefert nicht nur Non Regular Songs, sondern auch eine DVD mit einem Festivalauftritt auf dem Summerbreeze und Videos. Booklet und Cover sind schön gestaltet.

Komme ich mal zum Fazit: „Navigator“ wird keine Welle im Genre auslösen, keinen neuen Trend setzen und sicher auch nicht das Rad neu erfinden. Aber genauso wenig muss man dem ausgegebenen Geld für diesen Silberling nachtrauern! Ich vergebe für dieses Album 3,5 von 5 Gitarren.

Dismember – Dismember

Der typische Sound der Dismember-Gitarren. Das ist es, was den Hörer empfängt, legt er die neue, mit großem Selbstbewußtsein selbstbetitelte Scheibe der Nordeuropäer in seinen CD-Player.

Ja, man weiß sofort, wen man dort hört, keine Verwechslung möglich. Das ist doch schon mal ein guter Anfang. Gut, technisch hoch versiert waren die Schweden noch nie. Ihr Gebiet ist der Old-School-Death. Und den beherrschen sie mit einer Bravour, wie vielleicht noch ihre Landsmänner von Unleashed.

Dann wird es aber auch schon eng. Was ich hier in den Händen halte ist nicht mehr und nicht weniger der erste absolute Hit des Jahres und daraus resultierend natürlich ein absoluter Pflichtkauf. Was soll man zu Dismember noch großartig sagen, sprechen doch Alben wie „Massive killing capacity“, „Death Metal“ oder „The god that never was“ eine deutliche Sprache. Und wer diese Meisterwerke nicht kennt gehört sowieso auf die Sühnebank zum Nachsitzen. Und genau bei der Qualität von letztgenanntem, im Jahre 2006 veröffentlichten Album setzen Dismember wieder an, ja führen sie sogar weiter in noch höhere Spheren.Das beginnt schon mit dem ersten Stück „Death conquers all“, welches die Walze ins Rollen bring und erst nach zehn weiteren Stücken und nicht ganz 43 Minuten zu einem, in meinen Augen viel zu frühen Stoppen führt.

Hier wird getrommelt, gebrüllt und die Gitarre malträtiert, dass es eine wahre Freude ist, die Boxen aufzudrehen und die Nachbarn zu verjagen. Einzelne Stücke herauszunehmen käme der Gerechtigkeit nicht gleich, bewegt sich doch die Scheibe auf konstant hohem, ja sogar Höchstniveau. Möchte mal wissen, wer die dieses Jahr noch toppen soll. Also beeilt euch in den Laden zu laufen und einzukaufen. Der Einkaufszettel dürfte ja wohl klar sein. Ergo bekommt dieses Meisterwerk von mir mit Genugtuung die volle Punktzahl. So und nicht anders muss das sein.

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Autor: ARCHIVader

Purgatory – Luciferianism

Now it`s time for the ultimate killer! Be prepared for Armageddon!! Be prepared “luciferianism”!!! Is klar oder? Aber so ganz unwahr ist es auch nicht.

Holzen tut das, was Rene Kögel und seine Mannen von Purgatory da rausgemöbelt haben. Zu Hören gibt es Death Metal der feinsten Sorte. Nicht stumpf, ein ganz kleines bisschen mal an Schweden vorbeigeschnuppert und vor allem schön brutal. Besonders „In Fervant Eyes“ und „The Inexorable Darkness“ sollten hier erwähnt werden. Da haben sich die Hits der Platte versteckt. Aber auch sonst ist das, was die Jungs hier raushauen hörenswert. Lediglich zum Ende hin fällt die Platte dann doch noch ein Stück ab. „Judas Billygoats / Judasböcke“ z.B. entpuppt sich doch als reichlich langweilig und sehr flach.

Die folgenden „None Divine Passion“ und „Luciferic“ können dann den Kahn auch nicht mehr aus dem Dreck ziehen. Daher auch nur 2,5 Punkte, auch wenn das Album recht stark beginnt. Allerdings kommen die Jungs aus dem Osten unserer Republik nicht an ihre Idole, wie z.B. Vader heran. Wer trotzdem gerne Mörtel auf die Ohren kriegt, der kann sein Glück ja mal mit „Luciferianism“ versuchen.

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Label: Animate Records
Genre: Death Metal
Releasedate: 2004-08-12
Web: http://www.purgatory666.de
Punkte: 5

Autor: Zwiebel

Amorphis – Silent Waters

Mit ”Eclipse” hatten Amorphis im Jahr 2006 einen Schritt zurück gemacht und sich trotzdem konsequent weiter entwickelt. Diese Tendenz setzen die sechs Finnen auch im Jahr 2007 auf ihrer neuen Scheibe “Silent Waters” fort und präsentieren sich unglaublich vielseitig und ansprechend.

Die Musik dieser Band kann man nicht einfach mit wenigen Worten beschreiben. Die Musiker schaffen einen zeitlosen Mix aus Melodie und Death Metal. Dass sie dabei nicht die von Kollegen ausgetretenen Pfade benutzen, ist wohl für niemanden überraschend. Amorphis schaffen es auf eine ganz eigene Weise progressive Komplexität, eingängige Melodik und die Aggressivität des Death Metal mit einander zu verbinden. Geprägt sind die Stücke dabei von einer melancholisch-düsteren, fast schon an Gothic erinnernden Grundtendenz.

Diese wird jedoch immer wieder durch fantastische Melodien durchbrochen, über die sich oft zeitgleich Growls legen, welche die Herkunft der Band aus dem Death Metal überdeutlich werden lassen. Wie auf dem Vorgängeralbum gibt es allerdings auch auf dieser Scheibe immer wieder cleane Gesangsparts, die es schaffen dazu die passenden Contrapunkte zu setzen.

Die Single, die wie das Album auch “Silent Waters“ getauft wurde, stieg gleich auf dem zweiten Platz in die finnischen Charts ein. Aber wen wundert das auch? Schließlich vereint gerade dieser Track alle Stärken, die Amorphis im Jahr 2007 zu bieten haben und spricht somit ein breites Spektrum an Fans an; hier finden sich aggressive Shouts für die Fans der harten Gangart, bittersüß verzweifelte Keyboard Passagen für die Gothics und letztendlich auch wunderschöne Melodien, für alle, die es auch einmal etwas ruhiger mögen. Und im Prinzip kann man das auch von jedem einzelnen Track des Albums sagen. Denn während „I Of Crimson Blood“ mehr in die Gothic Ecke schielt, ist gleich der Opener „Weaving The Incarnation“ ein Brett von einem Metalsong, der immer wieder zum ausgelassenen bangen und mitgrunzen einlädt.

Uns so findet das Sextett auf “Silent Waters“ auch eine ansprechende Gesamtmischung, die eigentlich jedem Metal Fan gefallen dürfte. Ergänzt wird dieses gelungene musikalische Konzept übrigens noch von einem tollen Coverartwork, das zum Träumen einlädt und noch einmal das düstere Grundgerüst des Albums unterstützt.Für solche Fans, die schon “Eclipse“ verdammten, ist freilich auch “Silent Waters“ nicht sonderlich geeignet. Wer aber immer schon einmal hören wollte, wie sich Melodie und Aggressivität außerhalb der bekannten Varianten anhören, der sollte hier durchaus mal ein Ohr riskieren. Amorphis bieten auf ihrem neuen Album einfach ein musikalisches Meisterwerk, dass an Vielschichtigkeit und Komplexität nicht mehr zu überbieten ist, und dennoch immer wieder im Ohr hängen bleibt und sogar für Partys der härteren Gangart geeignet ist.

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Label: Nuclear Blast
Genre: Death Metal
Releasedate: 2007-08-31
Web: http://www.amorphis.net
Punkte: 9

Autor: Daniel Popp

Children Of Bodom – Stockholm Knockout Live

Die Finnen sind wieder los! Sehr schön. Nach „Tokyo Warhearts“ kommt das zweite Livealbum von den Children Of Bodom angeflogen.

Dieses mal sogar mit einem ziemlich amtlichen Sound, im Gegensatz zu dem ersten Versuch aus Japans Hauptstadt. Diesmal ging es nach Schweden und eigentlich gibt’s nicht viel zu sagen, weil man über die Songs an sich ja nicht mehr viel berichten muss. Die sind ja den meisten Käufern einer Livescheiblette eh bekannt. Leute die sich noch nicht mit den Bodomskindern beschäftigt haben sei die Scheibe mal von vorne herein ans Herz gelegt. Es wird ein guter Überblick über das bisherige Schaffen der „Booze Brothers“ geliefert.

Damit wären wir dann auch schon beim Thema. Hinter diesem Pseudonym verstecken sich auf der Scheibe Alexi Laiho (g./v.) und Janne „Warman“ Wirman (k.) die sich ein 7minutiges Duell an ihren Instrumenten liefern und dabei mal zeigen was die Finger so hergeben. Gipfeln tut das ganze in einer Homage an Britney Spears! Da die beiden ja nicht die einzigen Ausnahmekünstler der Band sind dürfen Roope Latvala (g.) und Jaska Raatikainen (dr.) auch noch zeigen was sie können. So zu hören in „Latvala – Guitar Solo“ (logisch oder?) und Deadbeats I. Mit dem angesprochenen Britney Spears Zitat ist aber noch nicht alles erwähnt.

Ein paar Takte des Judas Priest Klassikers „Breaking The Law“ leiten den letzten Song des Doppelalbums ein. Einziges Manko ist sicherlich das etwas sehr spärlich ausgefallene Artwork. Nett ist das Cover ja, aber ich vermisse irgendwie Extras wie z.B. Livebilder oder ähnliches. Gimmiks sind bei diesem Album aber nicht aufzufinden. Weder eine Gallerie noch irgendwelches Bonusmaterial. Schade eigentlich.

Fazit also: Für Neueinsteiger ein guter Überblick und für Fans ein nettes Beiwerk. Die kann man haben, zwingendes Muss ist es aber nicht.

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Label: Spinefarm Records / Universal Music
Genre: Melodic Death Metal
Releasedate: 2006-11-03
Web: http://www.cobhc.com
Punkte: 7

Autor: Zwiebel

Children Of Bodom – Are You Dead Yet?

Als ich das erste Mal diese neue Scheibe meiner absoluten Lieblingsband einlegte, war ich doch schon etwas entgeistert. Es fehlte mir eigentlich alles, was diese so geniale Combo um Frontmann Alexi „Wildchild“ Laiho auszeichnete: die Virtuosität und die Anzahl der Soli von Alexi (Gitarre, Vocals) und Janne Warman (Keyboard) ist deutlich zurück getreten, aber an deren Stelle sind, so gekonnt wie man es von dieser Band erwarten konnte, brachiale Thrash Metal-Parts getreten.

Der Opener „Living dead beat“ kommt zwar nie so wirklich in die Gänge, dafür wird dem Hörer deutlich der neue Stil näher gebracht. Spätestens beim zweiten Song, zugleich der Titeltrack dieser Scheibe, merkt man, was aus den einst so grandios in die Melodic-Death Metal Szene eingetreten Finnen geworden ist: eine Band, denen es egal ist, was die Leute von ihnen hören wollen, die ihren eigenen Kopf Mal für Mal durchsetzen und ihren Sound mit jedem Album verändern, früher nur um Nuancen, jetzt in nahezu ganzen Genre-Sprüngen. Nicht, dass ich das negativ sehe, ganz im Gegenteil: ich persönlich würde es wohl nicht viel anders machen, und „Are You Dead Yet?“ ist einfach ein geiles Album.

Die Lieder beginnen meist mit einem gewissen Grad der für Thrash Metal üblichen „Unmelodiösität“, um dann aber mit einem so genialen Chorus herüberzukommen, dass ich bei diesen Stellen immer wieder zurückspulen musste, um mich zu überzeugen, dass das Gehörte tatsächlich wahr war.

Das meiner Meinung nach geilste Lied war auch als Single ausgekoppelt, nennt sich da „In your face“ und kommt mit einer unglaublichen Dynamik einher. Ein brachiales Intro, gefolgt von einer so genialen Keyboard-Melodie, dass es mir jedes Mal kalt über den Rücken streicht… Dann die Erlösung: Thrash Metal Riffs, darüber der ungewohnt melodische Gesang von Alexi. Über den Refrain brauche ich ja wohl erst gar nichts zu sagen.

Ein kleiner Tipp von mir: Children Of Bodom Fans, denen diese Album beim ersten Mal nicht sonderlich gefallen hat, sollten es sich auf jeden fall doch noch einmal genauer anhören, denn es ist einfach anders, aber doch ganz klar COB.Das größte Manko an dieser CD ist allerdings die Spieldauer, die, leider leider, nur etwas unter 40 Minuten beträgt, und das einschließlich des bereits als EP veröffentlichten Songs „Thrashed, lost & strongout“…

Das andere Problem liegt meiner Ansicht nach bei dem etwas zu Thrashigen Schlagzeug… Die Snaredrum wirkt bei den Blastbeats jedes Mal wie ein Kanonenschuss, und macht den Gesamteindruck doch schon etwas runter. Deshalb „nur“ 4 Gitarren 😉

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Label: Spinefarm Records
Genre: Melodic Death Metal
Releasedate: 2005-09-19
Web: http://www.cobhc.com
Punkte: 8

Autor: Kaos

Children of Bodom – Holiday at Lake Bodom (15 years of wasted youth)

Als der damals 13 jährige Alexi Laiho seine erste Band Inearthed gründete, dachte wohl niemand daran, dass eben jener Flitzefinger später für eine kleine Revolution im Melodic Death Metal sorgen sollte. Spätestens jedoch seit sich die Band 1997 in Children Of Bodom umbenannte und mit ihrem Debut-Album „Something Wild“ (1997) die Musikwelt begeisterte sind die Jungs aus Espoo in Finnland jedem Metaller ein Begriff. Im Laufe der letzten fünfzehn Jahre feierte die Band zahlreiche Erfolge und kreierte ihren ganz besonderen Sound. Ein erstes Resumé in Form eines Best of Albums ist also mehr als berechtigt.

Das Album ist vollgepackt mit 18 Klassikern der Band sowie zwei bislang unveröffentlichten Coverversionen von „I’m shipping up to Boston“ (Dropkick Murphys) und „Jessie’s Girl (Rick Springfield). Es sind soweit alle Alben vertreten, wobei der Schwerpunkt klar auf den Alben von 1998 bis 2005 liegt. „Hate Crew Deathroll“ (2003) ist mit vier Stücken vertreten. „Hatebreeder“ (1999), „Follow the Reaper“ (2000) und „Are you dead yet“ (2005) sind mit jeweils drei Stücken vertreten. Über die Songauswahl lässt sich natürlich immer wieder streiten und sicherlich fehlt auch die ein oder andere Perle. Mir persönlich findet die Frühphase der Bodom Kinder zu wenig Berücksichtigung, aber im Großen und Ganzen gibt dieses Album doch einen guten Überblick über das Schaffen der Band.

Das Best-of ist in verschiedenen Ausführungen zu erhalten. Neben der regulären CD ist es ebenfalls als LP und als Digi-Pack mit DVD zu erhalten. Da diese dem Promotionspaket allerdings nicht beilag, kann ich darüber nichts berichten. Insgesamt fehlt mir bei dieser Veröffentlichung sowieso ein wenig der Wertigkeit. Außer den zugegeben lustigen Coverversionen findet sich auf der CD keine Überraschung. Die Songs wurden weder neu eingespielt noch Re-Mastered. Hier hätte ich doch ein wenig mehr Liebe zum Detail erwartet.

Fazit: Für langjährige Fans der Band, die die regulären Veröffentlichungen der Band besitzen lohnt sich die Anschaffung sicherlich nicht. Für Neueinsteiger interessant wegen der guten Auswahl der Songs.

Tracklist:
1.Hate Crew Deathroll (Hate crew Deathroll)
2.Shovel Knockout
3.Hate me
4.Everytime I die
5.Needled 24/7
6.I`m shipping up to Boston
7.Sixpounder
8.Warheart
9.Roundtrip to hell and back
10.Thrashed lost and stroungout
11.Living dead beat
12.Deadnight warrior
13.Bloddrunk
14.Follow the Reaper
15.Are you dead yet
16.Silent night, bodom night
17.Jessie`s Girl
18.In your face
19.Angels don’t kill
20.Downfall

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Label: Spinefarm Records / Universal
Genre: Melodic Death Metal
Releasedate: 2012-05-18
Web: http://www.cobhc.com
Punkte: 7

Autor: Erle


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