Wertung: 4 von 10

Man kann es auch übertreiben: Lieber Mikael Åkerfeldt, das geht jetzt echt zu weit! Dieses Rumgedudel um des Rumgedudels willen; keine vernünftigen Songstrukturen; keine spannenden Melodiebögen… Was soll der Scheiß?


In der Vergangenheit waren Opeth eine Band, die für einige gute bis exzellente Songs in der Schnittmenge von Death Metal und Progressive Rock verantwortlich zeichnete. Die Stimme von Mikael wechselte zwischen Growls und Klargesang und genau zwischen diesen Extremen war auch das Songwriting angesiedelt. Es lebte von dem Kontrast zwischen brutal und einschmeichelnd und erzeugte so eine Spannung, die Opeth zu einer unverwechselbaren Band machte.

Nun also der Stilwechsel: Kein Wechselspiel mehr zwischen den verschiedenen Idealismen sondern nur noch Seventies-beeinflusster Prog-Rock. Keine schlechte Idee, dachte auch ich mir. Diese Art der Musik ist nicht der schlechteste Einfluss und so war ich auch schon gespannt auf das neue Werk der Schweden.

Nachdem ich allerdings immer mehr Informationen zum Album las und erste Vorabauszüge der Musik gehört hatte, schlug meine Vorfreude schnell in Skepsis um.

Åkerfeldt geriert sich in den Interviews wie ein oberschlauer Klassenstreber, der alle Klassiker des 70s-Prog wie eine Maschine runter predigt und uns damit seine ach so tolle Fachkenntnis präsentiet. Das Problem an der Sache ist nur, dass Åkerfeldt für diese Art von Musik (reiner Prog-Rock) absolut keine ausreichenden Songwriter-Fähigkeiten besitzt. So kommt bei ihm keine spannende Musik heraus, die nach neuen Wegen und Ausdrucksformen sucht (eigentlich ja die Bedeutung des Wortes „Progressiv“!), sondern nur ein uninspiriertes Rumgeklimper auf akustischer Gitarre und Piano, welches einem schon nach 30 Sekunden des Intros auf den Sack geht!

Meine Empfehlung an alle Prog-Rock-Fans: Finger weg von diesem zum langweiligen Selbstzweck verkommenen Album! Schaut lieber beim Plattenhändler eures Vertrauens nach alten Schätzen aus den 70ern (z.B.: „In The Court Of The Crimson King“, „Aqualung“ oder „Caress Of Steel“) anstatt die Kohle hierfür rauszuwerfen.

Tracklist:

  • 01. Heritage
  • 02. The Devil’s Orchard
  • 03. I Feel The Dark
  • 04. Slither
  • 05. Nepenthe
  • 06. Häxprocess
  • 07. Famine
  • 08. The Lines In My Hand
  • 09. Folklore
  • 10. Marrow Of The Earth

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