Das Paganfest 2010 mit seinem sehr ordentlichen Billing versprach einen interessanten Konzertabend. Zumal für diesen Abend eine Extended show mit zusätzlichen Bands angekündigt war. Also machte sich natürlich auch die OsnaMetal.de-Redaktion auf den Weg.

Fotos folgen

Leider gestaltete sich unsere Reise aufgrund eines liegengebliebenen Zuges zwischen Münster und Hamm schwieriger als erwartet. Mit etwa sechzigminütiger Verspätung erreichten wir endlich den Ruhrcongress in Bochum, um zu erfahren, dass wir die beiden ersten Bands Arkona und Varg bereits verpasst hatten. Sehr ärgerlich, aber leider nicht zu ändern.

Bevor ich mich allerdings den restlichen Bands widme, möchte ich hier ein paar Anmerkungen zum Veranstalter, der Location und dem Drumherum loswerden.

Eine solche Planlosigkeit und Unfreundlichkeit wie hier ist mir wirklich selten untergekommen. Das erste Problem ergab sich direkt am Eingang: Angeblich wären wir nicht akkreditiert. Erst nach langem Lamentieren und einigen Anrufen bekamen wir unsere Akkreditierung und durften in die Halle. Dort bekam ich allerdings sofort den nächsten Schock. „Zehn Euro bitte“ sagte mir der Barkeeper, nachdem er mir meine zwei Bier (0,3l) hinstellte. Als ich ihn daraufhin mit großen Augen anstarrte, teilte er mir dann mit, dass auf jeden Becher zwei Euro Pfand seien. Naja, dann kostet der Becher Bier immer noch drei Euro. Stolzer Preis. Am Merchandise Stand war dann kein Shirt unter 20,-€ zu haben. Patches, Sticker und sonstige kleinere Merchandise Artikel waren dort überhaupt nicht zu bekommen.

Dazu kommt noch eine enorm hohe Zahl an Security Kräften, die allem Anschein nach keine große Erfahrung mit Metal-Events hatten. Jedenfalls begegnete die Security dem Publikum mit einer Unfreundlichkeit, wie ich sie selten erlebt habe.

Nun aber zum wichtigeren Teil des Abends, der Musik. Nachdem wir wie gesagt Arkona und Varg bereits verpasst hatten, war unsere erste Band des Abends Dornenreich. Diese düstere und sehr spezielle Art des Black Metal ist wirklich nicht etwas für jedermann und erschließt sich mir leider nicht. Nichts desto trotz können Dornenreich mit ihrer Mischung aus brachialem Black Metal und klassischer Geige, gepaart mit düsteren deutschen Texten, überzeugen. Dass hier beim Publikum keine Feierlaune aufkommt, liegt wohl in der Natur der Musik.

Das ändert sich jedoch schnell, als die Piraten Metaller Alestorm auf die Bühne kommen. Auf mich wirkt die Band sehr sicher und selbstbewusst. Die sonst üblichen Spielfehler von Sänger und Keyboarder Cristopher Bowes sind kaum zu hören. Und zum ersten Mal am heutigen Abend sehe ich das Publikum klatschen und die Pommesgabel recken. Alles in allem liefert Alestorm eine sehr gute Show ab und versteht es hervorragend, der Meute vor der Bühne ordentlich einzuheizen. Den Höhepunkt hat die Alestorm Show natürlich, als sie ihren Klassiker „Captain Morgans Revenge“ anstimmen.

Ganz besonders gespannt war ich auf Equilibrium, die ich heute zum ersten Mal mit neuem Sänger sehen sollte. Für meinen Geschmack hat er einen sehr ordentlichen Job gemacht und passt gut in die Band. Die Songs wurden von ihm passend interpretiert und klingen, soweit ich das angesichts des schlechten Sounds beurteilen kann, sehr original. Der Sound allerdings war einfach nur zum weglaufen.

Das änderte sich übrigens auch nicht beim geheimen Headliner Eluveitie, die nach Equilibrium auf die Bühne kamen. Hinten zu leise, vorne nur Brei. Da hilft auch die beste Performance nichts. Ansonsten machen Eluveitie eine solide Show. Die Songs vom neuen Album „Everything remains as it never was“ kommen gut an. Vor allem das vorab erschienene „Thousandfold“ wird ordentlich abgefeiert.

Aber auch Klassiker wie „Inis Mona“ werden ansprechend dargeboten.

Den undankbaren Job, als letzte Band auf die Bühne zu gehen, haben heute Finntroll. Die sechs Bands haben beim Publikum sichtlich Spuren hinterlassen. War die Halle bei Equilibrium und Eluveitie mit etwa 2000 Leuten noch gut gefüllt, so leeren sich nun die Reihen. Selber Schuld kann ich da nur sagen, denn Finntroll liefern eine super Show ab. Selbst der Sound ist ordentlich. Zwar deutlich leiser als zuvor, aber dafür klar und deutlich. Die Lichtshow und die Bühnenperformance wirken gut aufeinander abgestimmt und auch die Stimmung ist gut.

Nachdem dann der letzte Akkord von Finntroll verklungen war, wurden wir von der Security auch ziemlich schnell vor die Tür verfrachtet. Von Fingerspitzengefühl haben die Jungs wohl noch nichts gehört. Wie auch immer: Ich habe auf jeden Fall einen denkwürdigen Tag erlebt, der mir gezeigt hat, wie man eine solche Veranstaltung nicht aufziehen sollte. Sowohl Veranstalter wie auch Location erschienen mir ungeeignet für eine solche Veranstaltung. Ich werde jedenfalls zunächst Abstand vom Paganfest und vom Ruhrcongress in Bochum nehmen.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen