Hmm, eine junge Band aus Deutschland die noch echten Rock spielt – so sagt es zumindest die Bandinfo. Na dann schauen wir uns diesen Rock doch mal genauer an. Der erste Song namens „I Won’t Complain“ startet sofort mit einem schönen Gitarrenlauf und erinnert tatsächlich an unser aller Lieblingsband Mando Diao. Dieser Eindruck verschwindet aber mit einsetzen der Stimme. Sänger Hendrick ähnelt in seinem Element eher einer Mischung aus Biff Malibu von Gluecifer und Chris Cornell von Audioslave. Was anfangs nach einem dicken Kompliment klingt, kann sich jedoch nicht allzu lange halten. Zu oft wirkt die Stimme gequält und wird das ein oder andere Mal zu lang gehalten, um dann leiernd unterzugehen. Das ist wirklich schade, weil das stimmliche Potential wirklich besser hätte eingesetzt werden können. Was die instrumentale Interpretation der Osnabrücker Band angeht, bedient man sich an fast allem, was einem zum Thema Rock’n’roll/Rock/Modern Rock einfällt. Jedoch fällt hier auf, dass neben den wirklich groovigen und schönen Gitarrenläufen die zweite Gitarre ein wenig verblasst. Hier hätte man noch mehr Spielraum zum experimentieren gehabt. Auch fehlen dem Album die Soli, welche doch immerhin so etwas wie die Seele dieser Musik sind. Bei aller Kritik darf man nicht vergessen, dass „Baby’s Playin’ Tricks“ das erste reguläre Album der Band ist und ein solides Grundwerk für eine zukünftige Weiterentwicklung bietet. Was die Produktion angeht, kann man sich auf der sicheren Seite fühlen. Mit Herman Frank von Accept hat man einen erfahrenen Produzenten gefunden, der auch schon Saxon und Rose Tatoo mit einem fetten Sound versorgt hat und sein Talent auch hier unter Beweis stellen kann.„Baby’s Playin’ Tricks“ ist kein schlechtes Album, aber auch sehr weit entfernt von einer Platte, die mit Songs überzeugt, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Als Anspieltipps kann ich aber ohne weiteres „I Won’t Complain“, „You Must Be 18 Or Older To Ride“ und „Waste Of Time“ empfehlen. Dieses sind die ersten drei und auch die besten Songs des Albums. Sie zeigen dem geneigten Hörer, dass Paranoize schon das nötige Potential besitzen um dreckigen und fetten Rock zu spielen. Leider basteln sie daraus nur keine Bomben, die man mit Hilfe des CD-Players zünden kann. Hoffnungsvolle 2,5 Punkte.

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