PDC Darts WM 2020: Ekstase im Alexandra Palace („Ally Pally“) in London

PDC Darts WM 2020: Ekstase im Alexandra Palace („Ally Pally“) in London

Wie in jedem Jahr wird Ende Dezember die Darts WM ausgetragen. Veranstaltet wird die Weltmeisterschaft von der Professional Darts Corporation, die auch mit PDC abgekürzt wird. Von Jahr zu Jahr scheint die Weltmeisterschaft ein größeres Ereignis zu werden. Durch TV-Übertragungen und höhere Preisgelder wird der Sport immer professioneller und Menschen rund um den Globus haben die Möglichkeit, Fans von Darts zu werden. So auch in Deutschland, wo der Sport in den letzten Jahren immer beliebter wurde. Gab es anfangs noch keine deutschen Starter bei der WM, sind nun mehrere Teilnehmer aus Deutschland dabei.

Der Dartboom in Deutschland

PDC Darts WM 2020: Ekstase im Alexandra Palace („Ally Pally“) in London
PDC Darts WM 2020: Ekstase im Alexandra Palace („Ally Pally“) in London
Über die drei Wochen, in denen die Darts WM in London ausgetragen wird, können 80.000 Zuschauer live vor Ort dabei sein. In diesem Jahr sind rund 20.000 dieser Zuschauer Deutsche, also ein Viertel. Dabei war der Sport vor wenigen Jahren in Deutschland vollkommen unbekannt. Höchstens in der Kneipe wurden zum Spaß ein paar Runden gespielt, doch an professionelle Mannschaften mit vollen Hallen war nicht zu denken. Der schnelle Wandel und Erfolg der Sportart ist vor allem mit der Übertragung der WM verknüpft.

In einem Interview mit heimatsport.de erklärte der Boss des deutschen Darts Verbandes, Barry Hearn, warum der Sport seiner Meinung nach in Deutschland so beliebt wurde. Dabei nennt er Deutschland eine echte Erfolgsgeschichte, die vor allem durch die ähnlichen Geschmäcker der Briten und Deutschen möglich wurde. Denn neben Großbritannien, dem Heimatland des Darts, war es vor Deutschland nur die Niederlande, die Darts ins Herz schloss. „Wir hatten eine Idee, weil die deutsche Mentalität der englischen ähnelt: Sie lieben Musik, sie lieben Bier, sie wollen ihre eigenen Spieler siegen sehen“, so Hearn.

In den Übertragungen der WM gab es genau das zu sehen: Gute und spannende Spiele, feiernde Zuschauer und jede Menge Bier. Die vor allem englischen und niederländischen Fans in der Halle feuerten ihre Spieler frenetisch an und verwandelten die WM zu einer Party. Als die Deutschen diese Szenen zum ersten Mal im Fernsehen zu sehen bekamen, war es Liebe auf den ersten Blick. Seitdem steigt die Popularität des Sports in Deutschland immer nur weiter an. Gordon Shumway, Darts-Experte, fasst das Phänomen treffen zusammen: „Es ist so beliebt, weil es eine Mischung aus Spitzensport und Ballermann ist.“

So hat sich in Deutschland ebenfalls eine gesunde und aktive Ligastruktur entwickelt. Über 200.000 Zuschauer finden sich jährlich in ganz Deutschland in den Hallen ein, um deutschen Darts-Spielern beim Werfen zuzusehen. Die relativ einfachen Regeln und der leichte Einstieg trugen dazu bei, dass sich die Darts-Leidenschaft wie ein Lauffeuer verbreitete.

So hat sich die Zahl der Zuschauer in Deutschland seit 2012 mehr als verdreifacht. Doch Shumway sieht den Aufstieg der Sportart in Deutschland auch kritisch. Er sieht Darts in Deutschland eher als Event-Gastronomie, als als echten Spitzensport. Die Zuschauer würden oft nicht über die Regeln Bescheid wissen und sich über nicht auf den Sport auf der Bühne konzentrieren.

Trotz diesen kritischen Worten steht der deutsche Darts-Sport so gut da wie noch nie. Die besten Spieler wurden in den Olympischen Sportbund aufgenommen, professionelle Vereine produzieren immer bessere Spieler. Von verrauchten Kneipen hat sich Darts in Deutschland ins Rampenlicht befördert.

Die PDC Darts WM 2020

PDC Darts WM 2020: Ekstase im Alexandra Palace („Ally Pally“) in London
PDC Darts WM 2020: Ekstase im Alexandra Palace („Ally Pally“) in London
Die PDC Darts WM ist der wichtigste Termin im Darts Kalender. Die Weltmeisterschaft beginnt immer Mitte Dezember und endet traditionell mit dem Finale am Neujahrstag. Die erste Weltmeisterschaft wurde 1978 ausgetragen, Als es 1993 zu einem Streit zwischen zahlreichen Darts-Spielern und den Veranstaltern wegen schlechten Zuschauerzahlen kam, teilte sich die Darts-Welt. Die besten Spieler der Welt gründeten ihre eigene Organisation, die später zur PDC wurde. 1994 wurden dann die erste PDC Weltmeisterschaft ausgetragen, während die BDO (British Darts Organisation) weiterhin ihre eigene Weltmeisterschaft austrägt. Diese verlor über die Jahre allerdings deutlich an Relevanz und die PDC Weltmeisterschaft wird heute allgemein als die größte Darts-Bühne anerkannt.

Die Sid Waddell Trophäe wird dem Weltmeister übergeben und ist nach dem legendären Darts-Kommentator mit demselben Namen benannt. 2020 werden rund 2,5 Millionen Pfund an Preisgeld ausgeschüttet, 500.000 Pfund davon gehen an den Sieger. Aktueller Weltmeister und Titelverteidiger ist der Niederländer Michael van Gerwen. Der Brite Phil Taylor ist Rekordweltmeister. Bisher konnten Spieler aus vier verschiedenen Ländern die Weltmeisterschaft gewinnen: England, Schottland, die Niederlande und Kanada. Wer bei einem deutschsprachigen Wettanbieter auf Darts wetten möchte, kann hier passende Anbieter finden.

Der Austragungsort: Ally Pally

Seit 2008 wird die Weltmeisterschaft im Alexandra Palace in London ausgetragen, der sich im Norden der Stadt und etwa 12 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befindet. Rund 10.000 Zuschauer passen in die „Great Hall“, wo die Weltmeisterschaft ausgetragen wird.

Die Darts-Fans nennen den Alexandra Palace auch liebevoll „Ally Pally“. Dort werden für die Darts-Weltmeisterschaft lange Bänke aufgestellt, an denen sich die Zuschauer einfinden. Den ganzen Tag über werden dort Getränke, vor allem Bier, und Speisen serviert. Traditionell sind die Fans dort in bunten und verrückten Kostümen verkleidet, die der TV-Übertragung ihre typische Erscheinung geben.

Darts-Regeln und Spielmodus

PDC Darts WM 2020: Ekstase im Alexandra Palace („Ally Pally“) in London
PDC Darts WM 2020: Ekstase im Alexandra Palace („Ally Pally“) in London
Die Darts-Scheibe ist in 20 gleichgroße Felder unterteilt, die mit eins bis 20 nummeriert sind. Zudem gibt es in der Mitte das Bulls Eye und den Single Bull, der Ring rund um das Bulls Eye. Der Rand der Scheibe ist mit einem durchgängigen, dünnen Feld versehen, der Double-Ring. Trifft ein Spieler dort ein Feld, wird die Punktzahl verdoppelt.

Auf halbem Weg zur Mitte befindet sich der Triple-Ring, wo die Punktzahl der getroffenen Felder verdreifacht wird. Der Single Bull gibt 25, das Bulls Eye 50 Punkte. Somit ist die Triple-20 das wertvollste Feld, da es 60 Punkte gibt. Die Spieler werfen abwechselnd drei Darts auf die Scheibe, wobei das Ziel ist, von 501 Punkten zur Null zu gelangen. Dabei darf das Ziel nicht überschossen werden, das heißt ein Spieler muss genau null erreichen. Außerdem dürfen nur die Double-Felder genutzt werden, um auf null zu kommen. Es ist also beispielsweise unmöglich, nur einen Punkt übrig zu lassen.

Gespielt wird dabei in Sets, die im Best-of-Five-Modus ausgetragen werden. Eine Runde, in der von 501 heruntergespielt, wird dabei als Leg bezeichnet. Am schnellsten kann ein Set also gewonnen werden, indem drei Legs hintereinander gewonnen werden.

Im Laufe der Weltmeisterschaft wird die Anzahl der Sets dabei stetig erhöht. In der ersten Runde wird mit Best-Of-5 Sets begonnen, im Finale wird Best-Of-13 gespielt.

Insgesamt 96 Spieler gehen bei der WM an den Start. Dabei sind die 32 besten Spieler in der Weltrangliste automatisch qualifiziert und erhalten in der ersten Runde zudem ein Freilos. Die 32 nächsten Spieler werden durch ihre Ergebnisse auf der PDC Pro Tour, die über das Jahr verteilt stattfindet, festgestellt. Die letzten 32 Spieler sind die „International Qualifiers“ und qualifizieren sich durch Turniere in ihren Heimatländern. Diese „International Qualifiers“ und die 32 Spieler der PDC Pro Tour treffen dabei in der ersten Runde aufeinander. Somit sind mit den Spielern der Weltrangliste in der zweiten Runde noch 64 übrig. Von hier aus wird im KO-Modus der Weltmeister ausgespielt.


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Darts-Legenden und bekannte Spieler

Phil Taylor

Der Brite gilt als bester Darts-Spieler aller Zeiten und kann mit einem Rekord von 14 Weltmeistertiteln aufwarten. Nach der Weltmeisterschaft 2018, wo er noch einmal im Finale stand, verkündete er im Alter von 57 Jahren seinen Rücktritt. Taylors Spitzname war „The Power“.

Michael van Gerwen

Der amtierende Weltmeister ist auch die Nummer eins der Weltrangliste. Der Niederländer ist erst 30 Jahre alt und hat somit noch viele Jahre an der Weltspitze vor sich. Schon dreimal konnte er sich zum Weltmeister krönen. Van Gerwens Spitzname ist „Mighty Mike“.

Raymond van Barneveld

Der 52-jährige Niederländer ist seit Jahrzehnten einer der besten Darts-Spieler der Welt. 2007 konnte er gegen Phil Taylor die Weltmeisterschaft gewinnen. Van Barnevelds Spitzname ist „Barney“.

Peter Wright

Peter Wright ist seit 1995 aktiv und seitdem konsistent in der Weltspitze vertreten. Sein Markenzeichen ist sein Irokese, den er oft in verschiedenen Farben präsentiert. 2014 konnte er sich zum ersten Mal für das Finale der Weltmeisterschaft qualifizieren, musste sich dort aber van Gerwen geschlagen geben. Wrights Spitzname ist „Snakebite“.

Fallon Sherrock

Die Britin sorgte dieses Jahr für Aufsehen, als sie als erste Frau ein Match bei der Weltmeisterschaft gewinnen konnte. Auch in der zweiten Runde setzte sie sich durch, als sie die Nummer elf der Weltrangliste, Mensur Suljovic, besiegte. In der dritten Runde musste sie sich Chris Dobey geschlagen geben, doch ihr Erfolg machte sie über Nacht weltberühmt und gilt schon jetzt als wichtiger Erfolg für das Frauen-Darts.

Max Hopp

Hopp ist der wohl beste deutsche Darts-Spieler. Er ist im Moment auf Platz 24 der Weltrangliste eingetragen und war somit automatisch für die WM 2020 qualifiziert, wo er in der dritten Runde dem Litauer Darius Labanauskas unterlag. Hopps Spitzname ist „Maximiser“.

Nico Kurz

Kurz konnte sich als „International Qualifier“ über einen Startplatz bei der WM 2020 freuen. In der ersten und zweiten Runde konnte er gewinnen, doch in der dritten Runde schied er gegen Luke Humphries aus.

Gabriel Clemens

Über die PDC Pro Tour konnte sich Clemens für die WM 2020 qualifizieren. Der Deutsche schied in der ersten Runde gegen Benito van de Pas aus. Sein bisher größter Erfolg war das Erreichen des German Darts Masters Finale, wo er gegen Peter Wright verlor. Sein Spitzname ist „German Giant“.

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Autor: Kante Fries


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