Das gesamte Album klingt wie aus einem Guss. Ein vertonter Wutausbruch mit gleichbleibender Dynamik. Die Oberhand hat der Riffmeister Marcus Marth. Die von ihm gespielten Riffs machen keine Gefangenen und sägen sich ins Ohr bis sie bluten. Ohne Firlefanz geht es zur Sache.

Bei „Santa Muerte“ sorgt ein sphärischer Mittelteil für Auflockerung. Die dadurch entstandene Laut-Leisedynamik lässt das Riffing noch heftiger wirken.

Was mir fehlt sind ähnlich gute Songs wie „Santa Muerte“, auch wenn dieser nicht wirklich auf den Punkt kommt und fast sieben Minuten dauert. Der groovige Einstieg bei „Machinegun Preacher“ erinnert ein wenig an Bolt Thrower, solange bis er übergeht in ein Riffing, das an Slayer erinnert. „Black Flame“ erinnert an Heaven Shall Burn. Es fehlt an Aha-Effekten, an Identität. Produktionstechnisch wurde nichts falsch gemacht. Das Cover ist wirklich sehr gelungen und wurde von der Band selbst gezeichnet.

Mein Fazit lautet: Postmortem ist mit diesem kurzweiligem Album nicht der große Wurf gelungen. Die überzeugende Produktion hat erst neugierig gemacht. Ist das saftige Fleisch abgenagt und bleibt nur noch der Knochen übrig, stelle ich hier eindeutig fest, dass ideen-loses Songwriting dadurch nicht aufgewertet werden kann.

Tracklist

  • 01 Under Attack
  • 02 Down For The Count
  • 03 Santa Muerte
  • 04 Machinegun Preacher
  • 05 Calling The Undead
  • 06 Black Flame
  • 07 White Raven Black Sun
  • 08 Falling From Hell
  • 09 Drowned In Black
  • 10 Can’t Wait To Eliminate