Wertung: 8 von 10

Vor zwei Jahren melden sich die Berliner Death-Thrasher Postmortem mit „Constant Hate“(2008) nach einer eher ereignisarmen Dekade zurück und ernten viel Lob für die Scheibe. Ihr jüngstes Werk „Seeds Of Devastation“ verdeutlicht, dass die 1991 gegründete Band nicht vor hat, so schnell wieder zu verschwinden. Wie man das anstellt? Indem man das gelungene Vorgängeralbum noch übertrumpft.


Schon nach der ersten Minute wird klar, womit man es hier zu tun hat. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf den durchgehend und massiv hämmernden Drums, gegen die Fronter Matthias Rütz so gerade anschreien kann. Max Scheffler, der seit 2006 dabei ist, bearbeitet sein Schlagzeug derart, als wolle er den Hörer bis in den siebenten Kreis der Hölle prügeln.

Der Schwerpunkt liegt beim Death Metal, jedoch würde einer Beschreibung etwas wesentliches fehlen, steckt man die Musik zum Todesmetall in die Schublade. Allem voran „So Cold“ und der potentielle Mitgröhler „Give Us Hate“ sprechen die Thrasher unter den Hörern an. Auch dem übrigen Album ist deutlich eine thrashige Note anzumerken.

Positiv überrascht „Nocturnal Prayer“, welches mit einem einfachen Klavierspiel beginnt, dessen Melodie im weiteren Verlauf immer wieder aufgegriffen und variiert wird. Das bringt Abwechslung, ohne von der Linie abzuweichen und zu riskieren, als Fremdkörper wahrgenommen zu werden. Ganz im Gegensatz zu dem Intro – oder sagt man in diesem Fall lieber Zwischenspiel? – „Prelude To Devastation“. Es schließt zwar direkt an die Geräuschkulisse von „Dark New World“ an, nimmt dem Album aber das Tempo, da der Übergang zum folgenden Lied („Blood Spangled Banner“) etwas sehr abrupt kommt. Vermutlich hat man sich bei dem Ganzen etwas gedacht, es wirkt aber eher unausgegoren. Geschmackssache dürfte auch die Foltersequenz bei „Chopped, Shredded And Grind To Meatballs“ sein. Der Name an sich steht schon für maßlos übertriebene Gewalt, und den Rest sollte der Song erledigen. Da will man nicht noch 30 Sekunden lang mäßig gestellte Agonie hören – bei jedem Durchlauf.

Diese Ungereimtheiten sind es auch, die dem Album eine Höchstwertung verwehren. Denn andere Schwächen sind schwerlich zu finden. Die Lieder hauen derbe rein, ohne langweilig zu werden, und an der Produktion ist auch nichts auszusetzen. Es bleibt die Empfehlung an alle Thrasher und Death-Metaller, sich dringend mit dieser Band zu beschäftigen, sollten sie dies in der Vergangenheit noch nicht getan haben.

Trackliste:

  • 01. Deliverance
  • 02. Give Us Hate
  • 03. Ghost Of The Warship
  • 04. Dark New World
  • 05. Prelude To Devastation
  • 06. Blood Spangled Banner
  • 07. Drop Another Body
  • 08. Chopped, Shredded And Grind To Meatballs
  • 09. Nocturnal Prayer
  • 10. So Cold
  • 11. Waranthem

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