Von der ersten Sekunde an bekommt der Hörer die todesmetallische Vollbedienung, ohne eine Chance auf Rehabilitierung für die nächsten XX Minuten. Mit ihren ausgefeilten Songs und den fast schon an Ohrwurmqualität angrenzenden Melodien, unterstützt von niemand geringerem als Alex Krull, dürften sich Punish in der nächsten Zeit als der drittwichtigste Exportartikel des Landes gleich hinter den Taschenmessern und Toblerone erweisen!Der Opener des Albums „Obnoxious Objector“ haut einen gleich nach dem Drücken des „Play“ – Knopfes ohne Vorwarnung vom Sofa, da Punish sofort mit prügelndem Schlagzeug, schneidenen Gitarren und einem Gekeife am Mikro beginnen, als ob die Studiozeit genau berechnet gewesen wäre und keine Zeit zu verlieren ist. Ein sehr treibender Song, der im Mittelteil mit sehr schönem Gitarrenriffing aufwartet und dadurch seinen schweißtreibenden Charakter noch unterstreicht. Der darauffolgende Titeltrack des Albums „Dawn Of The Martyr“ setzt das zuvor begonnene Martyrium fort, bringt allerdings durch gekonnte Tempowechsel, Gitarrenmelodien und -soli noch eine andere Note mit ins Spiel, die sich gen Melodic Metal à la Stratovarius neigt. Für mich zurecht der Titeltrack des Albums, da anspruchsvoll, durchdacht, sehr gut arrangiert und durchaus eingängig aufgrund der besagten Ohrwurmmelodien. Die nächste Perle versteckt sich in dem Gewand des spieltechnisch sehr hoch angesiedelten „Neo Phosphorescent Insignificance“. Zu Beginn dieses Tracks zeigen André Mathieu (Vocals + Guitar), Reto Hardmeier (Vocals + Bass), Ralph Huber (Guitar) und Prügelknabe Reto Crola ihr ganzes Können, was sich durch viele Tempowechsel und teils gegen den Rhythmus gestreute Riffs auszeichnet, jedoch der Groove beibehalten wird und auch hier die Eingängigkeit nicht zu kurz kommt. Dieses kann ich von den anschließenden Songs nicht gerade behaupten. Auch sie sind sehr anspruchsvoll und blasen live garantiert alles an die Wand, jedoch sind die Stücke um einiges sperriger als die Vertreter der ersten Hälfte des Albums. Als nächstes springt das Instrumentalstück „Moloch“ ins Ohr, das in der Mitte in ein wahres Gitarrengewitter ausartet. Technisch nicht schlecht gemacht, fehlt jedoch das letzte Quentchen um den berühmten Funken überspringen zu lassen. Auf Dauer dann auch zu eintönig kann mit diesem Stück die Abwärtskurve des Albums zwar begradigt, aber auf keinen Fall wieder nach oben gezogen werden. Das abschließende „Fragrance Of Abomination“ fällt gleich zu Beginn mit grooviger Gitarrenarbeit auf und entwickelt sich zu einem schönen Midtempo-Kreischer, dem allerdings auf seine gesamte Spiellänge hin gesehen auch die nötigen Abwechselungen fehlen. Der Mittelteil fällt mal wieder viel zu eintönig aus und bei dem anschließenden Gitarrensolo werde ich das Gefühl nicht los, das schon fünfmal gehört zu haben.

Fazit: Die erste Hälfte des Schweizer Werks kann durchaus überzeugen und beweist die Daseinsberechtigung von Punish auf ihrem Sektor und die spielerischen Fähigkeiten der Bandmitglieder. Der Rest der Scheibe sagt mir persönlich nicht so zu, lockt allerdings mit stärkeren OldSchool-Extrakten, die meiner Meinung nach noch besser eingebettet werden müssen. Mal sehen was die Jungs uns im nächsten Jahr präsentieren.

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