Als feststand, dass ich den Gig besuchen werde, wusste ich noch nicht, was genau auf mich zukam! Und damit meine ich nicht unbedingt das Konzert an sich..

Die Anfahrt erwies sich als überaus schwierig, oder kann mir jemand von euch sagen (der nun nicht grad aus Lotte kommt), wo der „Botterbusch“ ist? Genau, ich nämlich auch nicht.

Nach mehreren Schau-Fahrten durch Lotte und Umland haben Fotografin Janina und ich denn dann doch die Location gefunden, grade rechtzeitig, um den Gig von Queen Scabtree noch komplett verfolgen zu dürfen…und es hat sich gelohnt!

20:15; mit nur 15 Min. Verspätung betrat Slut Star (ja, wir wissen alle, was Slut heisst…) in einem wahnsinns Lack-Hauch von nichts um ihren Körper (lecker, lecker, sorry, bin auch nur ein Mann…) die Bühne und ließ ein sphärisches Keyboard-Intro erklingen.

Nach und nach enterten Grim an den Drums, Simon am Bass und Priest am Schrabbelkolben die Bühne, ehe Fronter und Band-Namensgeber Queen Scabtree ans Mikro sprang und ohne Begrüßung brutal-verzerrte Vocals á la „Manson“ins Mikro brüllte.

Allein die Bühnenpräsenz, die Deko und die Outfits der Jungs und Mädels waren das (imaginäre) Eintrittsgeld wert; mit verdammt viel Liebe zum Detail haben Queen Scabtree ihre Kostüme zusammengeschnitzt, und die Kriegsbemalung hätte selbst Gene Simmons (für alle über Jahrgang 1980: das war der böse Mann, der sich immer ganz viel Schminke ins Gesicht gepatscht hat, seine Zunge immer ganz weit rausstrecken konnte und Fronter der Glamrocker KISS war) ein anerkennendes Nicken entlockt! Ergo: glatte 1 für die Performance!

Man mag es nicht glauben, aber dies war der absolut erste Live-Gig der Band!

Fronter QS zelebrierte eine Show, die selbst ich so in der Form noch nicht gesehen habe; er spuckte durch die Gegend, schmiss seinen Mikroständer ins Publikum (tja, so 20 werden´s wohl gewesen sein, schade eigentlich) und brachte einer der geilsten Sprüche, die ich bei Auftritten einer Band je gehört habe; diesen öffentlich wiederzugeben verbietet mir mein Anstand, aber es hatte was mit Lotte, Bauern, Sex und Tanten zu tun! Interessierte können mir gern eine Email senden, ich werd´s dann erläutern…!

Musikalisch kann man die Combo irgendwo zwischen Horror Rock Marke „Alice Cooper“ und Hass-Dekaden á la „Gorgoroth“ einordnen; aber irgendwie auch ganz anders – sie bringen ihren ganz eignen Musikstil mit.

Lyrisch dreht sich´s in erster Linie um morbide Sex-Fantasien – und wer von uns hat die nicht? Nur Queen Scabtree trauen sich, diese auszusprechen! Man hat gemerkt, dass dies in Lotte nicht jedermanns Sache war, aber scheiss drauf! Von der Band wird man noch hören!

Und alle Bauern, die Sex mit ihren Tanten haben, sollten sich vor der Queen in Acht nehmen!

Als nach ca. 30 Minuten Queen Scabtree die Bühne für die Highschool-Hard Rocker Liquid Garden räumen musste, ran der Großteil der Besucher erstmal nach Luft oder ließ sich von der Queen Autogramme geben.

Ergo war der Laden zum Auftritt von Liquid Garden relativ leer. Dies sollte die Band um Fronter Nils allerdings nicht beeindrucken, denn schon kurze Zeit später ertönten die ersten Riffs zum Opener „Last Sunday“.

Im Gegensatz zu Queen Scabtree schien man hier die Bühnenpräsenz nicht für so wichtig zu halten. Feli am 2. Vocal stand ein wenig demotiviert mit hängenden Armen ca. 20cm vor dem Mikro und schien einen imaginären Punkt im Raum fixiert zu haben, Nils umklammerte mit geschlossenen Augen emotional sein Mikro und schien in einer anderen Welt.

Generell schienen die Musiker von Liquid Garden nicht so 100% bei der Sache zu sein, vielleicht lag´s einfach daran, dass dies der letzte offizielle Gig der Band war, wie Nils während des Sets mitteilte…

Liquid Garden rockten sich durch 10 Stücke, die irgendwo zwischen „Bon Jovi“ und „Coldplay“ lagen, leider zog auch hier das Publikum nicht so mit, wie es die Bands verdient hätten.

Nach knapp einer Stunde war dann auch schon alles vorbei, man pakte die Combos und das war´s.

Nein doch nicht!

Die Emo´s von Filigrane Chaos, die auch unter den Zuschauern waren, ließen es sich nicht nehmen, ihre Bandprobe, die sie an diesem Tag eigentlich in Osnabrück gehabt hätten, kurzerhand auf die Bühne im „Botterbusch“ zu verlegen.

So jamten die 3 noch knappe 20 Minuten und zeigten den verbliebenen Zuschauern, was in dieser Combo steckt.

Fazit: An diesem Abend erlebte man mit Queen Scabtree den Beginn, mit Liquid Garden das Ende einer Karriere. Und der „Botterbusch“ sollte ausgeschildert werden!

Setlist Queen Scabtree:

01 Sex and Blasphemie

02 Angel in Bondage

03 Alone with my shroud

04 Child of glas

05 Stigmatized

06 M´alice

Setlist Liquid Garden:

01 Last Sunday

02 Dark Universe

03 Can´t belive

04 She run´s away

05 Heaven

06 Hate

07 Can you tell me

08 Lighting for

09 Poetry of life

10 Tiger Song

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Location: xxxxx
Datum: xxxxx
Autor: xxxxxxxx


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