Wertung: 3 von 10

“Enjoy – headphones are a must.” – Mit dieser Aufforderung schließt der Pressetext zur neuen Queensryche. Diesem Appell sollte man allerdings nur nachkommen, wenn man ganz schlimme Schlafstörungen hat oder hyperaktiv ist: Denn was uns die Jungs aus Seattle hier auf ihrem neuen Output vorsetzen, ist eine 1A-Schlaftablette und Beruhigungsmittel in einem.


Es ist wirklich unglaublich, wie eine Band, die im Zeitraum von 1984 bis 1990 ein Meilenstein-Album nach dem anderen rausgehauen hat, auf einmal so abkacken kann!

Ich selber habe den musikalischen Werdegang von Queensryche nach dem 90er-Album „Empire“ nicht weiter verfolgt, insofern kann ich nicht beurteilen, was die Gruppe in den vergangenen 20 Jahren so verbrochen hat (laut Kritikermeinung allerdings nicht allzu Essenzielles), aber was „Dedicated To Chaos“ angeht, kann man nur von einer einzigen Enttäuschung sprechen.

Das Problem ist nicht der komplette Stil-Mischmasch, denn Queensryche haben sich schon zu ihrer Hochzeit von Album zu Album immer weiter entwickelt und waren nie Scheuklappenträger; es ist diese unglaubliche Einfallslosigkeit, welche die neuen Kompositionen ausnehmend öde macht.

Gute Gesangslinien, einprägsame Hooklines, fette Riffs, intelligente Texte: All das sucht man hier komplett vergeblich! Es ist nicht “the clash and slash of musical experimentation anchored by the pulse of digital code” (Zitat Pressetext) was uns hier geboten wird, sondern viel eher “the hack and slay of musicianship anchored by boredom and overestimation of capabilities”.

Wenn das hier nicht Queensryche wären, sondern irgendeine Nullachtfünfzehn-Band, dann würde ich mich auch nicht weiter darüber aufregen: Eben nur noch ein neues Album in der aktuellen Veröffentlichungsflut, dass kein Mensch braucht. Aber hier muss man nun mal das grandiose Frühwerk der Band zum Maßstab nehmen und gemessen daran ist das wirklich fast schon unglaublich, dass das hier dieselben Leute sein sollen, die solche Großtaten wie „The Warning“ und „Operation: Mindcrime“ veröffentlicht haben.

Welches Fazit kann man also ziehen? Ich denke, es wäre an der Zeit für Queensryche, ganz auf das Veröffentlichen neuen Materials zu verzichten und nur noch mit den Klassikern auf Tournee zu gehen. Oder, wenn alle Mitglieder schon finanziell ausgesorgt haben sollten (wovon man nach nen paar Millionen verkauften Tonträgern ausgehen kann), wäre auch die verdiente Mucker-Rente keine schlechte Idee.

Tracklist:

  • 01. Get Started
  • 02. Hot Spot Junkie
  • 03. Got It Bad
  • 04. Around The World
  • 05. Higher
  • 06. Retail Therapy
  • 07. At The Edge
  • 08. Drive
  • 09. Wot We Do
  • 10. I Take You
  • 11. The Lie
  • 12. Big Noize

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